Nach Norovirus-Ausbruch

30. Dezember 2019 12:44; Akt: 30.12.2019 15:10 Print

Häftling erbricht in Küche, Gefängnis bucht Catering

Nachdem in der St. Galler Strafanstalt Saxerriet das Norovirus grassierte, kam es in der Küche zu einem Zwischenfall.

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In der Woche vor Weihnachten litten 27 Insassen und 4 Mitarbeiter der Strafanstalt Saxerriet an Magen-Darm-Beschwerden. Ein Insider berichtete: «Hier herrschen prekäre Zustände.» Zum Gefängnis gehört auch ein Landwirtschaftsbetrieb. Nachdem das Virus besiegt schien, musste sich ein Häftling in der Küche übergeben. Die Küche wurde für drei Tage geschlossen. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Gefängnisdirektor Martin Vinzens (im Bild): «Wir hatten das Norovirus im Haus.» Mit Magen-Darm-Problemen hat auch die Armee gelegentlich zu kämpfen. In Jassbach im Emmental kommen Anfang Juli 43 Soldaten per Ambulanz oder Helikopter ins Spital. Der Grund: schwerer Durchfall und Erbrechen. Vier befinden sich in kritischem Zustand. Es wird eine Quarantäne verhängt. In Sitten VS haben 90 Soldaten Durchfallprobleme. Sie machen gerade die Militärpolizeischule. Der Grund für die Beschwerden ist nicht bekannt. Ein Virus als Ursache wird ausgeschlossen, dafür wird über verdorbenes Poulet als Auslöser spekuliert. Ein ehemaliger Rekrut kritisierte die Zustände in der dortigen Küche. «Dasselbe Poulet wurde uns dreimal hintereinander aufgetischt.» In Bière VD leiden 30 Soldaten unter Durchfall. Ursache ist offenbar ein kalter Salat, der zu warm geworden war. 73 Rekruten der Infanterie-Kompanie in Chur liegen flach. Sie leiden unter Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Erbrechen. Die Rekruten werden unter Quarantäne gestellt, das Norovirus als Ursache ausgeschlossen. Der Truppenarzt geht aber von einem Infekt aus. In Zuchwil SO klagen 40 Rekruten über Magen-Darm-Beschwerden. Ein Armeeangehöriger muss ins Spital. Er hat das Norovirus. Die Magen-Darm-Grippe grassiert in der Rekrutenschule der Sanitäter in Airolo TI. Mindestens 50 Personen erkranken daran. 39 Angehörige der Flab-Rekrutenschule in Emmen leiden unter Brechdurchfall und Fieber. Ausgelöst wurden die Magen-Darm-Probleme durch Rotaviren. In der Kaserne Birmensdorf leiden 70 Angehörige der Infanterie-Durchdiener-RS unter Brechdurchfall. 15 Angehörige der ABC-Abwehrschule leiden an Durchfall und Erbrechen. Die Armee geht vom Norovirus als Ursache aus. Für die Hygiene in den Kasernenküchen sind die kantonalen Lebensmittelinspektoren zuständig. Sie können jederzeit während der Betriebszeiten der Küche Kontrollen durchführen. «Die Kontrollen erfolgen in der Regel unangemeldet», heisst es im Reglement «Lebensmittelhygiene in der Armee». Zusätzlich überwacht das Lebensmittel-Hygieneinspektorat der Armee die Küchen. Armee-Sprecherin Delphine Allemand erklärte 20 Minuten nach dem Vorfall in Jassbach, dass Mängel sofort behoben würden. «Fehlbare Personen können diszipliniarisch bestraft werden.»

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In der Woche vor Weihnachten litten 27 der rund 100 Insassen der Strafanstalt Saxerriet an Durchfall und Erbrechen. Der Norovirus-Ausbruch schien bereits ausgestanden: Am 26. Dezember konnte die Isolation der letzten Patienten aufgehoben werden.

Am Freitagabend kam es dann aber zu einem unschönen Vorfall im Abwaschraum neben der Küche. Ein Insider erzählt: «Ein Insasse hat im Raum, wo Teller, Gläser und Besteck gewaschen werden, alles vollgekotzt.» Daraufhin sei die Gefängnisleitung zusammengekommen und die Küche gesperrt worden.

Küche wird «penibel genau gereinigt»

Martin Vinzens, Direktor der Strafanstalt, bestätigt den Vorfall. «Offen ist, ob ein Zusammenhang mit dem Norovirus besteht.» Der betroffene Insasse sei als einer der ersten erkrankt und habe wieder als gesund gegolten.

Die Küche bleibt nun nach Absprache mit dem kantonalen Lebensmittelinspektor drei Tage lang geschlossen. Laut Vinzens handelt es sich um eine «Vorsichtsmassnahme, um die Insassengemeinschaft und die Mitarbeitenden zu schützen und auf der sicheren Seite zu sein.» In dieser Zeit sei angesagt, «sämtliche Teile der Küche und des Abwaschraums wie auch Apparaturen, Geschirr, Besteck, Materialen und so weiter penibel genau zu reinigen und zu desinfizieren».

Catering für die Insassen

Damit die Häftlinge nicht Hunger leiden müssen, hat das Gefängnis ein Catering organisiert. «Dieses hat in allen Teilen bestens funktioniert und in keiner Weise einen Leistungsabfall in der Verpflegung der Institution bedeutet», sagt Vinzens.

Der Gefängnisdirektor betont, dass es nach Aufhebung der Isolation keine neuen Erkrankungen mehr gegeben habe. Das Virus habe man nicht unterschätzt – im Gegenteil: «Unser Krisenmanagement hat sich als sehr effizient und tauglich erwiesen.» Er gehe davon aus, dass man ab Dienstag definitiv zur Normalität zurückkehren könne.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 25.12.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Habe mal in einem Heim gearbeitet mit Norovirus.war anstrengend. Eine Pensionärin war bei der Familie auf Besuch,und schon ist es passiert. Hoffentlich werden alle gesund und munter. Und können die Frische Luft geniessen. Und herzlichen Dank an alle Menschen die auch während den Weihnachtstage da sind und arbeiten. Damit alles rund läuft. Ob in der Pflege oder im ÖV einfach mal ein grosses Dankeschön

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  • CH Emigrant am 24.12.2019 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Diese bösen bösen Viren

    Ja ja diese Viren machen auch vor Gefängnissen nicht halt.

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  • Spanner am 24.12.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WC

    Das WC haben sie wenigstens immer in der Nähe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tessi am 01.01.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    nobody

    und Rigozzi wollte zum Essen kommen.

    • marko 34 am 04.01.2020 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tessi

      Leider

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  • Rita Fry am 01.01.2020 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Tja es ist so das das Sonder Service gut klappt in der Schweiz bei Straftäter alte Menschen und bedürftige die nie etwas falsches gemacht haben von diesem service vom Volk bezahlt nur träumen können.

    • marko 34 am 04.01.2020 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rita Fry

      Leider

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  • bro sas am 31.12.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    wie im ferienlager :D. müssen nur noch alle schön im kreis stehen und singen dan passt es. kein wunder sagt man das die CH gefängnisse wie kurz urlaub sind.

    • L. Finger am 31.12.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bro sas

      Wenn es dann ein Kurzurlaub ist, könnte ja auch ein Langurlaub sein.

    • bro sas am 31.12.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L. Finger

      bei den strafen in der schweiz sinds ja meist kurzurlauber da drin. lieber wieder auf die strasse schicken, warum auch für sicherheit sorgen?

    • marko 34 am 04.01.2020 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bro sas

      Endlich

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  • André Gubelmann Brasilien am 31.12.2019 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Menuewechsel

    Bei Hunde und Katzenfutter wären diese Probleme gelöst.Freue mich schon auf die Langusten.

  • PhilippGlanzmann am 31.12.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Arztvisite

    Wenn im Gefängnis ist man genug Zeit für eine arztvisite

    • marko 34 am 04.01.2020 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PhilippGlanzmann

      Wirklich

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