Preisüberwacher greift ein

06. Juli 2019 09:22; Akt: 06.07.2019 09:22 Print

Häftling kritisiert zu hohe Kioskpreise im Gefängnis

Ein Insasse stört sich an überteuerten Kiosk-Artikeln im Untersuchungsgefängnis. Nach einer Intervention des Preisüberwachers könnte sich das ändern.

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Cola, Snickers, Rasierschaum: In den Untersuchungsgefängnissen des Kantons Zürich (UGZ) öffnet der hauseigene Kiosk einmal pro Woche die Tore, damit sich die Insassen mit Gütern des täglichen Bedarfs eindecken können (siehe Box).

Für einen Häftling sind die Preise, die der Kiosk verlangt, jedoch überrissen. Er hatte sich deshalb beim Preisüberwacher beschwert. Konkret ging es etwa um die Artikel «Quick Soup Croutons, 3 x 11g» für 2.20 Franken oder den Beutel Zwicky Früchtemüesli für 5.80 Franken. Er bemängelt, dass auch Aktionen nicht weitergegeben würden.

«Es gibt Spielraum nach unten»

In seinem aktuellen Newsletter vermeldet Preisüberwacher Stefan Meierhans nun, er habe das Gefängnis mit dem Problem konfrontiert und dieses wolle nun handeln. «Es ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die den Auftrag erhalten hat, in einem ersten Schritt zu eruieren, inwiefern sich die Kioskangebote und deren Preise in den fünf Gefängnissen der UGZ unterscheiden», sagt Meierhans. Danach würden die Preise neu gestaltet, wobei es «offenbar einen gewissen Spielraum für eine Anpassung nach unten» gebe.

Die bisher höheren Preise rechtfertigt das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich damit, dass Zusatzkosten entstehen: für die Lagerhaltung, den Lohn der Kiosk-Arbeiterinnen, den Ersatz verdorbener Waren und letztlich auch für den Mitarbeiter, der das Ganze auf die Stockwerke verteilt. Aktionen habe man bisher nicht berücksichtigt, «weil die Gefängnisse die Kioskliste nicht wöchentlich anpassen können und wollen», erklärt Sprecherin Rebecca de Silva. Dies sei eine Ressourcenfrage und auch eine Frage der Gleichbehandlung der Insassen.

Erste Ergebnisse nicht vor 2020

Um wie viel die Preise im Zuge der «Harmonisierung» nun gesenkt werden, ist noch unklar. Dies kläre die eingesetzte Arbeitsgruppe. «Das wird dauern», sagt de Silva. Sie rechnet nicht mit Ergebnissen vor Anfang 2020. Immerhin: Neben dem Insassen, der sich beim Preisüberwacher meldete, haben sich keine weiteren Insassen über die Kioskpreise beschwert.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Dahm am 06.07.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnütze Arbeitsgruppe

    Was kostet denn die Arbeitsgruppe? Gibts keinen Chef, der sich getraut selber Entscheidungen zu fällen?

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  • Tina am 06.07.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oha aufgepasst...

    dann wartet, bis ihr das nächste Mal einsitzt, bis die Arbeitsgruppe zu einem Ergebnis gekommen ist! Wie schräg ist dass denn? Aktionen im Gefängniskiosk? Seid froh, dass es einen Gefängniskiosk gibt!

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  • Mike am 06.07.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hotel Gefängnis

    In der Schweiz gibt es einfach zu viel Privilegien für Straftäter. Die sollten zufrieden sein das sie überhaupt Luxusartikel beziehen können aber nein sie haben noch das Recht sich beschweren zu dürfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • fred am 06.07.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    katastrophale zustände

    angefangen vom basic netflix abo, bis zum teilweise unpassenden wein, welcher zum hauptgang serviert wird.

  • John am 06.07.2019 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Sie sollten das doppelte bezahlen. Was denken die, was ihr Aufenthalt im Gefängnis kostet und wer das bezahlt?

  • Walti am 06.07.2019 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    .Eine schande

    Warum müssen die überhaupt bezahlen? die Arbeiten doch schon und können nicht in den Ausgang, ich finde das unmenschlich von uns Schweizern, ich schäme mich

  • KHF am 06.07.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfache Lösung

    Schafft den Kiosk ab. Oder lasst es wie es war. Muss ja keiner dort einkaufen.

  • Fred am 06.07.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marktpreise einhalten

    Der Kiosk darf aus meiner Sicht die Marktpreise nicht überschreiten. Die Löhne der Mitarbeiter dürfen dadurch nicht berücksichtigt werden. Ein Polizist erwirtschaftet seinen Lohn ja auch nicht über die Bussen. Ich bin für harte Strafen, kurze Justiz-wege aber der Kiosk als Mittel zur wirtschaftlichen Unterstützung? Sicher nicht.