Preiserhöhungen beim ÖV

14. Januar 2010 13:46; Akt: 14.01.2010 16:41 Print

Halbtaxabo schlägt massiv auf

Das Pendeln kostet bald mehr: Durchschnittlich erhöhen sich die Billettpreise im öffentlichen Verkehr um 6,4 Prozent. Besonders stark steigen die Preise beim GA und Halbtax-Abo.

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Das Halbtaxabo schlägt bis zu 20 Prozent auf, das GA um 200 Franken. (Bild: Keystone)

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Lange schon war die Preiserhöhung angekündigt, jetzt herrscht Gewissheit: Die Schweizer Transportunternehmungen erhöhen die Billetpreise um durchschnittlich 6,4 Prozent, wie der Verband Öffentlicher Verkehr (VöV) mitteilt.

Halbtax und GA schlagen massiv auf

Von den Preiserhöhungen besonders betroffen ist das Halbtaxabo: Die Zweijahresvariante schlägt um ganze 20 Prozent oder 50 Franken auf und kostet nun 300 Franken. Das Einjahresabo, laut VöV die «beliebteste Rabattkarte der Schweiz», kostet mit 165 Franken 15 Franken mehr.

Das GA für Erwachsene in der 2. Klasse schlägt um 200 Franken auf 3'300 Franken auf, bei der 1. Klasse steigen die Preise um 300 Franken. Beim GA Kind, GA Plus Familia Kind, GA Plus Familia Jugend und GA Behinderte verändern sich die Preise nicht.

Die Preise der normalen Fahrscheine steigen hingegen «nur» um 3.4 Prozent.

Aufschlag mit Angebotsausbau begründet

VöV-Präsident Peter Vollmer begründete die Preiserhöhungen: «Der stetige Ausbau des ÖV-Angebots ist nicht gratis.» Die Kosten für den Unterhalt, die Überwachung der Transportmittel hätten sich in den letzten Jahren stark erhöht. Zudem sei viel in neues Rollmaterial investiert worden. «Seit der letzten Preiserhöhung 2007 fahren etwa 11 Prozent mehr Züge, deshalb brauchen wir mehr Mittel.»

9-Uhr Tageskarte nur noch unter der Woche gültig

Wie beim GA wollen die Transportunternehmen auch bei den Tageskarten die Ertragssituation verbessern. Im Durchschnitt beträgt die geplante Erhöhung rund 6,6 Prozent. Dabei soll der Preis für die normale Tageskarte um 5,6, derjenige der 9-Uhr-Tageskarte um 7,5 Prozent steigen. Die 9-Uhr-Tageskarte ist nur noch Montag bis Freitag gültig. Der Preis der Tageskarte Gemeinde wird um 15 Prozent erhöht, sie ist neu an Wochentagen erst ab 9 Uhr gültig, am Wochenende weiterhin ohne Einschränkungen.

Letze Preiserhöhung im 2007

Die allgemeine Preiserhöhung ist die erste seit 2007. Der Preisüberwacher will den Beschluss der Transportunternehmungen über die Tariferhöhungen genau analysieren. Dabei werde man sehen müssen, ob die Erhöhungen gerechtfertigt seien oder nicht, sagte Rudolf Lanz, Sprecher des Preisüberwachers.

Die Tarifrunde gilt nicht für die besonderen Verbundtarife in den verschiedenen Städten und Agglomerationen. Diese Transportunternehmen seien im Bereich ihrer regionalen Abos und Tickets autonom.

(am/mdr/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jack sparrow am 14.01.2010 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    sbb boikottieren...

    idioten, ihre kasse sanieren auf kosten treuen kunden ... idioten, bin einfach sprachlos...und werde es mir sehr gut überlegen...

  • Lotta am 14.01.2010 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    @ Herr Fischer:

    Sie fahren sicher nicht gemütlich mit dem Auto zur Arbeit - Stau, Deppen auf der Strasse.. dass ich nicht lache ;)

  • Peter M am 14.01.2010 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Tageskarten

    Wo soll der Anreiz sein, wenn ich trotzdem bis 9 Uhr bezahlen muss? total unlogisch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henry Ford am 05.08.2010 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Privatauto wird wieder attraktiver

    Ich finde diese Entwicklung fatal - ein deutliches Zeichen für das Versagen der Politik an dem die Bürger selber Schuld sind. Vor einigen Jahren wollte man - in einer bestimmten Gemeinde - das kostenlose Busfahren einführen. Dies wurde bei der Abstimmung abgelehnt mit der Begründung, die Leute würden dann Bus fahren und alle Sitzplätze besetzen... wie kurzsichtig muss man sein, um so zu argumentieren? Wären die Politiker daran interessiert, dass man ÖV benutzt, dann würde man das den Leuten schmackhaft machen um sie daran zu gewöhnen.

  • knall hart am 15.01.2010 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    wiso?

    wiso eigentlich bahn??? per auto bin ich viel schneller und flexer...!!!! und erst noch günstiger..... kauft euch ein auto das ist billiger. soll doch die sbb zu grunde gehen!!!!!

    • fipu am 28.05.2010 21:11 Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn

      Ich mach dir mal eine einfache Kostenrechnung: Mein Monatsabo für den Zug kostet 150.- - dafür bekomme ich (wenn ich Autokosten rechne) gerade mal den Parkplatz. Das Auto, die Versicherungen, der Unterhalt und Bezin sind da noch nicht mal gerechnet, geschweige den 2.ten Parkplatz in der Stadt.

    • söffel am 29.05.2010 08:16 Report Diesen Beitrag melden

      Gib dir

      Vollkommen recht!!!! hatte selbst ein Monats GA und der vergleich zum auto hab ihc auch gemacht!!! Gespart hab ich eine Woche Mallorca 3stern hotel mit Zmorge!!! Inklusive flug!!! Easy - Jet halt :D :D

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  • Pendler 2. Klasse am 15.01.2010 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    echt krass

    wieder mal typisch!!!! immer auf die kleinen!!!!

  • gemuese am 15.01.2010 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    immer auf die Unteren Schichten

    wieso muss immer den Menschen das Geld aus den taschen gezogen werden die eh schon knapp bei Kasse sind?! Lasst doch die Politiker mit ihren hohen Gehältern auch mal etwas an den Verkehr zahlen! Die machen ja eh nichts und bekommen noch das GA geschenkt! Auch die können mal etwas zahlen!

    • Roger am 15.01.2010 16:14 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist sinnvoll

      dass vom Volk gewählte Parlamentarier ein GA erhalten um so die Spesen für die Reisen nach Bern und an andere gut erreichbare Orte zu minimieren. Müssten sie für die Reisekosten aufkommen, dann würden diese schlussendlich wieder durch das Volk bezahlt einfach mit grösserem Aufwand. Und Mobilität ist kein Ding, dass sozial verträglich verrechnet werden muss. Wer Mobilität bezieht hat dafür zu bezahlen.

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  • Extra am 15.01.2010 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    fehlende Konkurrenz

    Was in der Schweiz fehlt, ist ganz klar Konkurrenz, welche unser lieber Bund aber nicht zulässt. Zum Beispiel in Deutschland gibt es Linienbusse von privaten Unternehmen, welche günstige Liniendienste zwischen Städten anbieten und eine echte Alternative zur überteuerten Bahn sind. In der Schweiz geht das nicht, weil der Bund nur die SBB zulässt. Keine Transparenz und der leidtragende ist der Steuerzahler!

    • Fipu am 28.05.2010 21:13 Report Diesen Beitrag melden

      Qualität

      Ja, Deutschland hat zwar Konkurenz - und einen wesentlich schlechteren Service und sicher nicht so ein super System wie die Schweiz

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