Pläne in Italien

22. September 2015 14:23; Akt: 22.09.2015 14:26 Print

Handy-Entzug als Strafe für Telefonieren am Steuer

Handy-Entzug als Strafe für das Telefonieren am Steuer: Diese Idee ist nun in Italien auf dem Tisch. In der Schweiz stösst die Massnahme jedoch auf Skepsis.

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Handy am Steuer - Ungeheuer: Der Handy-Entzug soll dagegenwirken. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Um die Zahl von Autounfällen zu verringern, die durch die Ablenkung durch Handynutzung verursacht werden, will Asaps, die Gesellschaft für die Strassensicherheit in Italien, eine spezielle Strafe einführen: Handy-Entzug. Das hatte Anfang Jahr auch der SPD-Innenminister Ralf Jäger für Deutschland verlangt.

Im Wiederholungsfall längerer Handy-Entzug

Gemäss Asaps sollte die passende Strafe für Handy-Sünder folgendermassen aussehen: Bei Fahrern mit Handy am Steuer sollte das Handy inklusive SIM-Karte einen Monat lang entzogen werden. Im Wiederholungsfall soll es sogar noch längere Handy-Strafen geben, wie «Le Matin» schreibt.

Das sei die einzige Möglichkeit, etwas zu bewirken. Denn, so die Asaps, bisher habe nichts etwas gebracht, die Bussen hätten die Telefoniererei und Tipperei am Steuer nicht reduziert, es würden immer noch über 12 Prozent der Lenker die Geräte am Steuer nutzen.

Und in der Schweiz?

Fragt man bei RoadCross Schweiz, ob eine solche Massnahme auch für die Schweiz nötig und sinnvoll sei, heisst es: «Auch wir sehen Handlungsbedarf, würden statt eines rechtlich sowieso fragwürdigen Handyentzugs aber eher schwerpunktmässige Kontrollen durch die Polizei und mehr präventive Massnahmen begrüssen», so Geschäftsführerin Valesca Zaugg.

Wie verbreitet der Handygebrauch am Steuer in der Schweiz ist, ist unklar. Zaugg: «Wir würden uns genaue Statistiken wünschen – doch die gibt es leider nicht.» Ablenkung sei zwar eine der häufigsten Unfallursachen, doch in diese Kategorie gehören alle Formen von Ablenkung. «So lässt sich nur erahnen, wie oft Handys im Spiel sind», so Zaugg.

Entzug bringt nichts

Beim TCS ist man überzeugt: «Der Entzug eines Handy nützt nichts und verhindert auch nicht, dass sich Motorfahrzeuglenker einfach ein Ersatzhandy besorgen», so Sprecher Stephan Müller.
«Die Leute immer gleich zu bestrafen», der Schuss könne schnell nach hinten losgehen. Seiner Meinung nach muss man an die Vernunft zu appellieren. «Deshalb setzt der TCS auf Prävention», so Müller.

Beim Bundesamt für Strassen (Astra) ist ein solches Handyverbot laut Sprecher Thomas Rohrbach nie ein Thema gewesen: «Diese eher plakative Massnahme wäre schwer umzusetzen», so Rohrbach, «zudem würde sie kaum auf Akzeptanz stossen.»


(gbr/qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 22.09.2015 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    falsch....

    Nicht Handy-Entzug, sondern Führerausweis-Entzug wäre das Richtige. Vor allem wenn gesimst wird beim Fahren....

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  • Leser am 22.09.2015 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gemeingefährlich

    Telefonieren oder noch schlimmer E-Mail/Whatsapp usw. am Steuer sind einfach gemeingefährlich. Meistens erkennt man schon von weitem am Fahrstil wenn ein "Verkehrsteilnehmer" mehr mit dem Handy als dem Verkehr beschäftigt ist. Und es werden immer mehr rücksichtslose die sich so verhalten...

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  • h peters am 22.09.2015 14:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Arbeit????

    Massive Strafen. 1'000 Franken und mehr. Und vor allem sollte die Polizei nicht immer wegschauen, sondern das Vergehen ahnden. Die meisten Autos und Navis und Radios haben heute Bluetooth. Handys auch. Also wo ist das Problem

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Amiel Piwko am 23.09.2015 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handy Entzug

    Eine Strafe, die nicht wehtut, nützt nichts. Handy -Entzg oder Auto- Entzug sind nutzlos, Adam nächsten Tag ohne weiteres für Ersatz gesorgt werden kann. Eine drastische Geldbuße schmerzt mehr. Natürlich sollte aber eine hohe Geldbuße nicht von den Steuern abgezogen werden können !

  • Badi15 am 23.09.2015 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Weder noch

    Weder noch,,,wenn mir einen Polizist oder sonst wer mein Handy wegnehmen will stelle ich Antrag auf auf Diebstahl ...den das ist mein Privat Eigentum also Hände weg...Klar ist Telefonieren und SMS schreiben geht gar nicht...sehe aber auch Leute auf dem Fahrrad.. Fusgänger die Telefonieren und nicht aufpassen....etc... für alle eine Busse ist OK

  • Mitleser am 23.09.2015 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    meine Gedanken zum Beitrag

    - und wie verhält sich das eigentlich (gesetzlich geregelt), mit den vielen "Handyaktiven" Velofahrern oder den SIMselnden Fussgänger? - und werden Unfälle nur von Autofahrern verursacht? Gleiche Rechte=gleiche Pflichten=gleiche Strafen. Lasst ihnen ihre Handy's, pflücken (sperren) muss man die SIM-Karten

  • Bruno am 22.09.2015 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    CH will lieber Bussen einsammeln

    und die Staatskassen füllen, um ihre Staats-Budgets zu frisieren.

  • T.S. am 22.09.2015 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Busse ja, Auto weg nein

    Das mit dem auto wegnehmen ist zu übertrieben! 500.- Busse würde vollkommen reichen! Weil sonst müsstet ihr den Helden ohne Händy am Kopf die nicht in der Lage sind anständig zu blinken oder eizuspuhren oder sonst keine Ahnung von autofahren auch das auto einziehen!