Rekordzahlen

04. Juni 2013 12:57; Akt: 04.06.2013 13:32 Print

Handy am Steuer – massiv mehr Ausweisentzüge

Die Zahl der Ausweisentzüge wegen SMS und Telefonieren am Steuer war noch nie so hoch. Die schlimmsten Verkehrssünder? Die Zürcher und die Waadtländer.

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Das SMS-Schreiben am Steuer ist laut Astra die dritthäufigste Unfallursache. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

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Der Anruf einer Freundin, das Lesen eines SMS bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn oder ein kurzes «ich bin auf dem Weg» per WhatsApp – dies sind die Gründe für die Rekordzahlen der Führerausweisentzüge. Das Bundesamt für Strassen (Astra) verzeichnete 2012 eine Zunahme von 7 Prozent auf insgesamt 9482 Entzüge wegen Unaufmerksamkeit am Steuer, wie etwa SMS schreiben oder telefonieren. In 8328 Fällen kam es zu einem Unfall.

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«Das SMS-Schreiben am Steuer ist eine der Hauptursachen für Autounfälle, da die Autofahrer nicht reagieren können oder erst zu spät reagieren», sagt TCS-Sprecher Laurent Pignot in «Le Matin». Auch die Statistik zeigt: Hantiert man am Telefon oder Navi-Gerät herum und ist unaufmerksam, steigt das Risiko eines schweren Unfalls erheblich. Laut Astra ist Unaufmerksamkeit die dritthäufigste Unfallursache - nach Fahren in betrunkenem Zustand und übersetzter Geschwindigkeit auf dem ersten Platz.

Autofahrer sehen die Gefahr nicht

Trotz alarmierender Zahlen lassen sich die Autofahrer nicht beeindrucken: Eine frühere Umfrage des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass 57 Prozent der Befragten dieses Verhalten zwar als leichtsinnig, aber verständlich einstufen. Lediglich 14 Prozent gaben an, der Akt sei tatsächlich kriminell.

Die meisten Verkehrssünder sind übrigens Zürcher oder Waadtländer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Doch gerade für diese Altersgruppe kann es schnell teuer werden: «Für die Jungen, die noch in der Probezeit ihres Führerscheins sind, kann die Summe von Verkehrssünden schnell dazu führen, dass sie alle Prüfungen nochmals machen müssen. Dieser eine Anruf kann sie also am Ende bis zu 5000 Franken kosten», sagt Pierre-André Tombez, Vizepräsident des Schweizerischen Fahrlehrerverbandes. Wer sein Auto dennoch als mobiles Büro benutzen möchte, sollte auf eine Freisprechanlage zurückgreifen.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ellle am 04.06.2013 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    weitere optionen?

    mir fehlt die option: "ja, ich habe eine freisprechanlage installiert und telefoniere nur mit dieser"

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  • Le Lausannois am 04.06.2013 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Weit von der Realität

    Es sind leider zu viele Unfälle... und zu wenig Führerausweisentzüge!!

  • Unfallfrei am 04.06.2013 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu wenig konsequent!

    Lieber mehr Kontrollen wegen Handy am Steuer als jedes Mal den Drogenschnelltest hervorziehen und Gelegenheitskiffer völlig unbegründet aus dem Verkehr ziehen. Gruss an unsere ach so feinfühlig geschulte Rennleitung (Polizei)!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Motorradfahrer am 04.06.2013 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hasse telefonierer!

    Bin für jeden der sich dumm und dämlich bezahlt oder gar den Ausweis abgeben muss wegen SMS und/oder telefonieren, dankbar! Sind sie am telefonieren, können sie nicht mehr Autofahren und wieso nicht eine Freisprechanlage kaufen? Für ein iPhone hat es doch auch gereicht!

  • John am 04.06.2013 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Staat auf Raubzug

    Es ist doch ganz klar: Da mit Geschwindigkeitskontrollen nicht mehr so viel Geld zu machen ist, werden nun andere Bagatellen kriminalisiert und folglich die fehlbaren Lenker abgezockt. So läuft's doch ständig bei uns. Erst Gesetz einführen, dann Bussen erhöhen und am Schluss noch die Kontrollen verschärfen.

  • Bernereidgenosse am 04.06.2013 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Tzzzzzz...

    Eine Riesenshow um ein Bünzliproblem. Wenn ich im Cockpit keine Aktionen mehr durchführen dürfte und nur stur aus dem Cockpit gucken dürfte, wäre ich schon lange Tod! Fakt ist doch, wenn Autofahrer nicht fähig sind während dem Fahren diverse "fahrrelevante" Aktionen durchzuführen ohne die Sicherheit zu tangieren, dann sind diese einfach nicht fähig Auto zu fahren, PUNKT.

  • Chv am 04.06.2013 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An Alle : Google's Glass

    Mal abwarten bis "Google Glass" kommt. Dann wird jeder , jeden anzeigen, ein Photo machen ins Internet (Face Book) stellen und anzeigen. Freue mich schon auf die Badesaison .

  • jaw am 04.06.2013 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    härtere Strafen!!!!!

    Das einzig richtige sind mehr Kontrollen und hohe Bussen wegen HANDY's (und keine kleinlichen Bussen fürs über den Randstein parken oder ähnliches!) Härtere Strafen sind abschreckend! Es wäre wohl jedem ein Denkzettel, wenn er fürs SMSlen oder telefonieren einen 1000er hinlegen müsste. Da würde man sich nächstes mal gut überlegen, ob man das riskieren will! Auch bei Kleinkriminalität sollte man härter sanktionieren: Einige Tage in die Kiste und Sozialarbeit wäre doch für Jugendliche ein guter Denkzettel. Das bringt mehr als eine Busse, die die Eltern zahlen. PS: bitte Bussen fürs Spucken!