Bademeister warnen

03. Juni 2017 17:33; Akt: 03.06.2017 17:33 Print

Handys in der Badi gefährden Kleinkinder

Der Schweizerische Badmeister-Verband schlägt Alarm: Sind die Eltern nur 20 Sekunden unachtsam, kann das für Kinder tödliche Folgen haben.

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Verbot gefordert: Ein Smartphone in einem Freibad. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Marius Becker)

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Wenige Wochen nach Eröffnung der Badesaison hat der oberste Bademeister schon zahlreiche Verwarnungen aussprechen müssen. Michael Kunz, Präsident des Schweizerischen Badmeister-Verbandes (SBV), ist besorgt: «Viele Mütter oder Väter sind in der Badi derart in ihr Handy vertieft, dass sie ihre Aufsichtspflicht nicht mehr wahrnehmen können, sagt er gegenüber der «Schweiz am Wochenende». «Sie sitzen zwar in der Nähe ihrer badenden Kleinkinder, bekommen aber kaum etwas mit.»

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Beinahe täglich müsse er Eltern darauf aufmerksam machen und immer wieder Kinder aus dem Wasser ziehen, erzählt der in Bolligen BE tätige Bademeister. Erst kürzlich habe er ein kleines Mädchen aus dem Kinderbecken retten müssen, während die Mutter mit ihrem Smartphone beschäftigt gewesen sei. Diese Entwicklung sei auch in anderen Badis zu beobachten. «Eigentlich müsste man ein Handyverbot zumindest prüfen, denn es geht um Kinderleben», so Kunz.

«In der Badi zu sein ist Knochenarbeit»

Auch Philipp Binaghi von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) ist mit dem Problem vertraut. «Kinder dürfen nur begleitet ans Wasser, und kleine Kinder müssen sogar stets in Griffnähe beaufsichtigt werden», sagt er in der Zeitung. «Die Bademeister, selbst wenn es mehrere pro Badi hat, können unmöglich Kindergärtner sein.»

Weil Kinder sich unmöglich selber schützen können, seien die Eltern gefordert, sagt Binaghi. «In der Badi zu sein, hat nichts mit Erholen oder so zu tun, das ist harte Knochenarbeit, denn Ertrinken ist bei Kindern die zweithäufigste Unfallursache mit Todesfolge nach Verkehrsunfällen.»

Kinder fallen meistens auf den Vorderkopf

Binaghi zeigt Verständnis für das von den Bademeistern geforderte Handyverbot. «Kinder fallen meistens auf den Vorderkopf und können innerhalb von 20 Sekunden ertrinken.» Für Eltern, die in der Badi am Handy oder am Tablet sind statt bei ihren Kindern, hat er deshalb absolut kein Verständnis.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema. Mit Aktionen wolle man die Leute in den Badis sensibilisieren, sagt Sprecher Marc Bächler in der «Schweiz am Wochenende». «Dies passiert unter anderem mit Plakaten, aber auch mit T-Shirts, welche die Badmeister tragen können und damit die Besucher in der Badi auf die Problematik aufmerksam machen.»

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Signorell am 03.06.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich und beschämend!

    Was sind das für Eltern, die für ihre Kinder keine Zeit mehr erübrigen! Die ganze Woche kommt das Kind in die Kita und am Wochenende stieren sie dann ins Smartphone! Für was haben eigentlich gewisse Leute Kinder?

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  • West_Casten am 03.06.2017 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Omg

    Es ist nicht das Handy schuld sonder die Eltern. Wer kinder hat solte auch aufpassen.

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  • Badmeister am 03.06.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Hört auf mit dieser ewigen Angstmacherei. Alle Eltern sind zu einhundert Prozent verantwortlich für Ihre Kleinen, egal ob sie am Smartphone sind, am sünnälä, oder am schwimmen, flirten oder zuhause. Wir schreiten im Notfall ein um zu helfen, schauen das es sauber ist und die Baderegeln eingehalten werden. Überigens müssten dann ja Bücher oder Zeitungen auch verboten werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • romano am 05.06.2017 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    der "beschützer" seiner eiGenen kinder

    jaja, da heisst es immer, die kinder würden vom "bösen mann" verfolgt und die unholde seien gefährlich.... die grössten feinde der eiGenen kinder waren und sind immer noch die eltern, wie dieser beitrag zeigt!!

  • Martial2 am 05.06.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder sind das Zentrum...

    Es steht jedem frei sich am Schwimmbad zu beschäftigen wie er/sie möchte. Früher hatte man die Zeitung gelesen oder ein gutes Buch...Und jetzt oh Schreck, Handy, Tablet, Notebook sind verpönt...Die Welt spinnt immer mehr!!

  • Eva G am 05.06.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Uih....

    Wie haben jene Kinder in den 70igern das bloss unbeschadet überstanden? Kein Handy, kein Computer und kein 24h Fernsehen.....

  • Alfred A. am 05.06.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Handys gefährden Kleinkinder nicht!

    Es sind die Handy - BENUTZER, welche Kleinkinder in der Badi und auch anderswo gefährden können wenn sie ihrer Sorgfalts- und Aufsichtspflich nicht nachkommen.

  • Ramona am 05.06.2017 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Offline

    Ich war letztens in der Badi, und da gab es 10 Jährige welche mit ihren handy ans Wasser und in s Wasser gehen. Da fragt man sich wirklich, können wir nicht mehr ohne Smartphone sein??