Geldmangel

09. Dezember 2017 15:49; Akt: 09.12.2017 18:19 Print

Hanf-Initiative droht noch vor dem Start zu scheitern

Den Hanffreunden fehlen 7'000 Franken, um ihre Initiative zu starten. Viele spenden nicht, weil sie denken: Nach CBD wird auch THC sowieso legalisiert.

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100'000 Franken sammelt der Verein Legalize It, um die Sammlung einer Volksinitiative zu finanzieren. Doch nun könnte die Initiative scheitern, bevor sie lanciert wurde: Bisher sind erst erst 89'000 Franken gesammelt. Und die Zeit wird knapp, da die Frist nur noch bis Ende Dezember läuft. «Durch den CBD-Boom glauben jetzt viele, dass eine Legalisierung von Hanf mit hohem THC-Gehalt automatisch kommt», sagt Nino Forrer, Sprecher von Legalize It, zu 20 Minuten. Forrer sieht aber auch Potenzial im CBD-Hype für seine Initiative, auch wenn einige nun dächten, die Ausweitung der Legalisierung auf THC sei nur noch eine Frage der Zeit. «Mit den CBD-Shops konnte der Bevölkerung erstmals konkret aufgezeigt werden, wie problemlos der Markt funktioniert und dass so insbesondere der Jugendschutz umgesetzt werden kann.» Während die Hanffreunde auf den CBD-Effekt hoffen, sehen die Gegner einer Legalisierung des THC-Hanfs hinter dieser «Lobpreisung des CBD-Hanfs» ein «weiterer Propaganda-Schachzug auf dem Weg zu einer verantwortungslosen Legalisierung des ‹echten› Cannabis mit bis zu 25 Prozent THC-Gehalt», schreibt der Verein Jugend ohne Drogen in einem aktuellen Newsletter. Um der Kritik des Jugenschutzes vorzubeugen, hat der Verein Legalize It seine Schlüsse aus der Legalisierungsinitiative von 2008 gezogen. Während diese das Kiffen auch für Minderjährige erlauben wollte, will Legalize It das Gras nur für Erwachsene freigeben. Zudem erlaubt er dem Bund, auf den Verkauf von Cannabis Steuern zu erheben.

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Der letzte Anlauf, Cannabis in der Schweiz zu legalisieren, scheiterte 2008 trotz Unterstützung namhafter Politiker an der Urne deutlich. Nur 36,8 Prozent stimmten Ja. Einen neuen Versuch wagt der Verein Legalize It und hat dazu ein Crowdfunding eingerichtet, um das nötige Geld für eine Unterschriftensammlung aufzutreiben.

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Der Verein rechnet mit minimal 100'000 Franken, die für Lohn- und Sammelkosten anfallen. Und auch mit diesem Betrag liegt die Erfolgschance, die nötigen Unterschriften zusammenzubringen, bei 25 Prozent. Doch nun könnte die Initiative scheitern, bevor sie lanciert wurde: Bis Freitagmorgen sind erst erst 93'000 Franken gesammelt. Und die Zeit wird knapp, da die Frist nur noch bis Ende Dezember läuft.

Bremst CBD-Hanf die Legalisierungsbestrebungen?

«Sollten wir die Finanzierung nicht schaffen, gibt es nicht in ein oder zwei Jahre einen neuen Versuch, sondern vielleicht in zehn Jahren, vielleicht auch gar nie», schreiben die Initianten in einem Newsletter. So lange könne man nicht warten.

«Durch den CBD-Boom glauben jetzt viele, dass eine Legalisierung von Hanf mit hohem THC-Gehalt automatisch kommt», sagt Nino Forrer, Sprecher von Legalize It, zu 20 Minuten. Dies sei ein Trugschluss, denn von allein passiere nichts. Trotzdem glaubt er, dass das stockende Crowdfunding noch zu einem Abschluss gebracht werden kann. «Wir sind zuversichtlich, im April 2018 mit der Sammlung beginnen zu können.»

Da die Initianten nur «ideelle, keine finanzielle Unterstützung von Parteien» erhalten, sind sie auf ihre eigene Sammelaktion angewiesen. «Nach dem Scheitern der Hanf-Initiative 2008 sind die Parteien zurückhaltend geworden», sagt Forrer. Damals kämpfte ein überparteiliches Komitee, in dem auch Bürgerliche wie der ehemalige SVP-Ständerat This Jenny oder Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) sassen, für eine Legalisierung.

Gegner warnen vor hochgezüchtetem THC-Hanf

Forrer sieht aber auch Potential im CBD-Hype für seine Initiative, auch wenn einige nun dächten, die Ausweitung der Legalisierung auf THC sei nur noch eine Frage der Zeit. «Mit den CBD-Shops konnte der Bevölkerung erstmals konkret aufgezeigt werden, wie problemlos der Markt funktioniert und dass so insbesondere der Jugendschutz umgesetzt werden kann.»

Während die Hanffreunde auf den CBD-Effekt hoffen, sehen die Gegner einer Legalisierung des THC-Hanfs hinter dieser «Lobpreisung des CBD-Hanfs» ein «weiterer Propaganda-Schachzug auf dem Weg zu einer verantwortungslosen Legalisierung des ‹echten› Cannabis mit bis zu 25 Prozent THC-Gehalt», schreibt der Verein Jugend ohne Drogen in einem aktuellen Newsletter. Besonders bei jungen Menschen könne regelmässiger Konsum zu grossen Schwierigkeiten etwa in der Schule führen.

Um der Kritik des Jugendschutzes vorzubeugen, hat der Verein Legalize It seine Schlüsse aus der Legalisierungsinitiative von 2008 gezogen. Während diese das Kiffen auch für Minderjährige erlauben wollte, will Legalize It das Gras nur für Erwachsene freigeben. Zudem erlaubt er dem Bund, auf den Verkauf von Cannabis Steuern zu erheben.

(pam)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Hätte man das vor 20 Jahren gemacht.. – Anthon beretta

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • inked am 09.12.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legales gras bringt 450millionen pro jahr

    Besteuere man Gras wie Tabak mit 25 Prozent, komme man auf 150 Millionen Franken Einnahmen pro Jahr. Davon sollten 80 Prozent in die AHV und je 10 Prozent in Prävention und Forschung investiert werden. Zudem spare man jährlich 300 Millionen Franken bei der Strafverfolgung ein. «Insgesamt würde legales Gras der Staatskasse 450 Millionen pro Jahr bringen», so Vuichard. Allein die Steuereinnahmen würden reichen, um die Kosten der Altersreform von 2020 bis 2030 komplett zu decken

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  • Herr Max Bünzlig am 09.12.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Gegner, gab es schon bei der ersten Eisenbahn

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  • einKiffer am 09.12.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Erst

    Erst wenn die Legalisierung umgesetzt wurde, können wir über die Beschränkung des THC-Gehalts reden. Selbst als Kiffer und Befürworter der Initiative muss ich sagen, dass solch hohe THC-Gehalte wie wir sie heute im Schwarzmarkt antreffen nicht gut sind und begrenzt werden sollten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 10.12.2017 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hachen

    Grundsätzlich bin ich nicht gegen Legalisierung von Canabis. Wenn den Haschbrüdern das aber sooo wichtig wäre, könnten sie diese 7.000 aber schon locker machen.

  • isch das wichtig? am 10.12.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    legalize it or make alcohol illegal

    soll doch jeder selbst wissen was er konsumiert und was nicht! verstehe sowieso nicht wie man ein natürliches Produkt, eine so schöne gut riechende Pflanze verbieten kann!

  • Andy am 10.12.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subvention benötigt.

    Wer sein Geld für Hanf ausgibt, kann halt nicht auch noch spenden. Ihr müsst die SP fragen, wie man mit fremdem Geld eine Kampagne führt.

  • Master Chief am 10.12.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spendet leute

    alkohol führt genau so zu problemen in der schule es ist so verlogen zu behaupten Cannabis sei schlecht aber alkohol und tabak kann man an vielen orten ab 16 kaufen und niemand unternimmt dagegen was man bevormundet lieber erwachsene leute.. die können auch bussen und steuern zahlen. man könnte so viel aus dieser pflanze machen aber man produziert lieber chemie mit unbekannten folgen für mensch und natur

  • Max Swisslee am 10.12.2017 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No drugs

    Wer kifft, bzw drögelet hat und macht Probleme. Da will sich ein normaler Mensch nicht beteiligen. No drugs!