PR-Firma wehrt sich

07. Mai 2015 12:23; Akt: 07.05.2015 12:23 Print

Hat Christa Markwalder doch mehr gewusst?

Wie viel wusste Christa Markwalder darüber, dass eine kasachische Partei ihren Vorstoss überarbeitet hat? Mehr als sie zugibt, sagt die PR-Firma.

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Die PR-Firma lässt verlauten, FDP-Nationalrätin Christa Markwalder sei jederzeit transparent über das Vorgehen informiert worden. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Die FDP-Nationalrätin Christa Markwalder steht in der Kritik. Für einen Vorstoss, den sie eingereicht hat, soll die PR-Firma Burton-Marsteller 7000 Franken von einer kasachischen Partei erhalten haben. Damit nicht genug: Der Vorstoss soll teilweise in Kasachstan selber formuliert worden sein. Unter anderem sollen die Auftraggeber darauf bestanden haben, dass das Wort «Menschenrechte» nicht in der Interpellation vorkommt.

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Gegenüber 20 Minuten sagte Markwalder, sie habe nicht gewusst, wie sehr die Auftraggeber Einfluss auf diesen Text genommen hätten. «Mein Vertrauen wurde dahingehend missbraucht.»

«Immer offen und transparent informiert»

Eine andere Version stellt die verantwortliche PR-Agentur dar. Dass Markwalder von der engen Zusammenarbeit mit Kasachstan nichts wusste, sei nicht richtig. Man habe über den kasachischen Auftraggeber «immer offen und transparent informiert», sagt die Agentur der NZZ. «Auch bezüglich Inhalt des Mandats sowie des Rahmens unserer Aktivitäten waren wir transparent.»

Auch Markwalders politische Gegner scheinen daran zu zweifeln, ob die FDP-Frau tatsächlich so unbeteiligt ist, wie sie sich gibt. Die SP dachte am Mittwoch laut darüber nach, einen Vorstoss einzureichen, um der verantwortlichen Mitarbeiterin der PR-Agentur den Lobbying-Ausweis zu entziehen. Dieses Vorhaben wurde dann aber wieder gestoppt, wie die NZZ weiter schreibt. Man wolle die Frage nun bis zur Juni-Session genauer klären, so die Begründung. Die Partei scheint sich also auch nicht mehr ganz sicher zu sein, ob Markwalder wirklich so wenig wusste.

Peinlicher Patzer der PR-Agentur

Und auch bei der PR-Agentur herrscht anscheinend grosse Verwirrung darüber, wer zu welchem Zeitpunkt genau was gewusst hatte. Noch am Mittag publizierte sie eine Mitteilung zum Fall Markwalder, in der sie sich gegen die zuständige Lobbyistin stellt. «Wir distanzieren uns in aller Form vom Vorgehen unserer Mitarbeiterin», ist zu lesen. Nur wenige Stunden später war das Communiqué aber wieder verschwunden. Stattdessen wurde eine neue Version veröffentlicht, die der Mitarbeiterin keine Schuld zuweist.

«Wir haben am Vormittag im Rahmen des Krisenmanagements verschiedene Szenarien und Statements entwickelt.» Dann habe man versehentlich ein falsches Statement online geschaltet, erklärt die Agentur die Kommunikationspanne.

(flm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pro Fraternité am 06.05.2015 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Relevantes

    Und einmal mehr, statt an Weisungen, halten sich die Politiker an Ueberweisungen!

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  • michael d. am 06.05.2015 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medien

    Das würde ich in ihrer Situation auch sagen. :D

  • Hans Meier am 07.05.2015 03:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobbyismus

    Wann hören die Politiker mal wieder auf die stimme des Volkes und nicht auf Verwaltungsräte und Wirtschaftslobbyisten??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hedwig A. am 08.05.2015 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Profit

    Anschaulich ist wie sich Frau Christa Markwalder da offensichtlich fremdsteuern lässt. In der FDP eine Leitfigur für den EU Beitritt, frag ich mich, welchen Herren sie da wohl zuarbeitet?

  • Dude am 08.05.2015 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langeweile?

    Es geht darum, das sich Schweizer Politiker in erster Linie für die Anliegen des Schweizer Volks prostituieren sollten...

  • AndyR am 08.05.2015 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstgerechtigkeit

    Sorry Leute, aber was da an Kommentaren rausgehauen wird, ist (zumindest teilweise) mehr als nur grenzwertig. Eigentlich sogar ein Armutszeugnis für ein Land, dass sich Anstand und Humanität auf die Flagge schreibt. Da wird eine Politikerin gnadenlos zerfetzt und das wegen einer Interpellation welche 0,00 Prozent Einfluss auf unsere Aussenpolitik gehabt hat. Es geht um CHF 7000.00 welche die betroffene Person noch nicht einmal erhalten hat! Das nicht noch der Ruf nach dem Schafott kommt ist noch alles.... Daran ändern übrigens auch 1000 Thumbs down nichts...

    • Brandon am 08.05.2015 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Würden Sie ...

      Würden Sie es gerne haben, wenn jeder Politiker/in eine Interpellation einreichen würde ohne zu wissen, was darin steht und von wo es stammt? Wenn es heraus kommt, sofort die Medienfreiheit in Frage stellt? Auch das Sie direkt mit ihrem Statement darauf anlegt, dass auch die PR Agentur dazu Stellung nehmen muss? Im Statment Angaben macht, dass noch mehr Fragen aufwirft zur ganzen Sache?

    • AndyR am 08.05.2015 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Brandon

      Bei dem ganzen Wischiwaschi in Bundesbern, frage ich mich eigentlich nur, wieso hier so ein Tamtam gemacht wird. Es gibt genügend anderen Mist über den wir uns sorgen machen sollten als über eine Interpellation, welche letztlich nur eine Anfrage ist. Ich könnte den ganzen Aufruhr noch verstehen, wenn es sich um eine Motion handeln würde... Also jetzt lasst mal die Kirsche im Dorf.

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  • @KK am 08.05.2015 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politiker?

    Wenn Politiker ihre Vorstösse und Eingaben immer von fremden Büros, Organisationen oder anderen Kräften diktieren lassen, gehören sie nicht ins PARLAMENT. Diese 'Volksvertreter' handeln nicht für's Volk, von denen sie ja auch gewählt wurden, sondern eben für ihre 'Sponsoren'.

  • Ursi K am 08.05.2015 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechtes Beispiel

    Für mich ist diese Markwälder ein schlechtes Beispiel für die Jugend mit ihrer Raucherei.Punkt Amen.

    • Roger Zamofing am 08.05.2015 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Falscher Vergleich

      Liebe Ursi K, bei den Zigaretten gibt es für all die Markwalders und sonstigen Landesverrätern rund 12'329 Mio (CH) sowie zusätzlich 46'626 Mio (Export 2009) Gründe KEIN verfassungstreues Vorbild für die Jugend und das Land zu sein. Sie soll sich ruhig das schlechte Gewissen wegrauchen, aber bitte meine Luft und mein Wasser damit nicht versauen...

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