Mord-Prozess

04. August 2013 10:20; Akt: 04.08.2013 10:21 Print

Hat Schweizer Neonazi Zschäpes NSU geholfen?

Zehn Menschen sollen die Mitglieder des Nationalsozialistischen Untergrundes in Deutschland getötet haben. Zu ihrem Netzwerk gehörte offenbar auch Mario F., ein bekannter Schweizer Rechtsextremist.

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Mario F. soll zum engeren Umfeld der Zwickauer Terrorzelle gehört haben. (Bild: pnos.org/ Keystone)

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Sie erschossen neun Migranten und eine Polizistin: Die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hat Deutschland erschüttert. 2011 wurden die Taten, die in den Jahren zwischen 2000 und 2006 verübt worden waren, bekannt. Seit dem Frühling dieses Jahres läuft nun der Prozess gegen Beate Zschäpe, die einzige Überlebende der drei Haupttäter.

Wer sind die Menschen, die die NSU, auch Zwickauer Terrorzelle genannt, bei ihren Taten unterstützt haben? Diese Frage beschäftigt die Ermittler am Oberlandesgericht in München. Das Bundeskriminalamt hat gemäss «SonntagsZeitung» 129 Personen ermittelt, die dem NSU-Netzwerk zugeordnet werden können. Darunter auch Mario F., ein bekannter Schweizer Neonazi.

Öffentlich bekannt

Der ehemalige Pressesprecher und Vorsitzende der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ist gemäss «SonntagsZeitung» einer von drei Ausländern, die auf einer entsprechenden Liste des Bundeskriminalamtes zu finden sind. Bisher gebe es aber noch keine zureichenden Anhaltspunkte dafür, dass F. die Gewaltverbrechen der NSU willentlich unterstützt hat, heisst es bei der Generalbundesanwaltschaft.

F. ist in der Schweiz kein unbeschriebenes Blatt. Bereits nach Bekanntwerden der NSU-Morde 2011 wurde er in Verbindung mit der Zwickauer Terrorzelle gebracht. Dies, weil er in Zwickau als Redner aufgetreten war und intensive Kontakte mit Gehilfen des Mörder-Trios gepflegt haben soll. Immer wieder hat sich der ehemalige Pnos-Sprecher auch öffentlich in den Medien zur Neonazi-Szene in der Schweiz geäussert. Inzwischen will er nach eigenen Angaben jedoch aus der rechtsextremen Szene ausgestiegen sein. Von den Bluttaten der NSU will er keine Kenntnis gehabt haben.

(jbu)