Abwesender Kundendienst

17. März 2019 21:19; Akt: 17.03.2019 21:24 Print

Das nervt die Kunden an Billag-Nachfolger Serafe

Falsche Adressen, unverständliche Rechnungen, unerreichbarer Kundendienst: Kunden schiessen gegen den Billag-Nachfolger Serafe.

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Die Kritik an der Billag-Nachfolgefirma Serafe ist enorm: Nachdem sie Mitte Januar fehlerhafte Rechnungen in die Haushalte verschickte, stösst den Gebührenzahlern neben dem Adress-Wirrwarr auch der Umgang mit den fehlerhaften Rechnungen sauer auf.

Bei 20 Minuten haben sich innert kurzer Zeit Dutzende verärgerte Gebührenzahler gemeldet. Der Grund für die Überlastung von Serafe: Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) verwies die Gebührenzahler, die eine fehlerhafte Rechnung erhalten hatten, an die Serafe, nicht an die Einwohnerkontrolle der Gemeinden.

«Seitdem die Erhebungsstelle als ‹single point of contact› für sämtliche Rückmeldungen bestimmt wurde, gehen bei uns mehr Kundenanfragen ein, als dass wir phasenweise und innert vernünftiger Fristen beantworten konnten», sagt Serafe Sprecher Erich Heynen.

Die Kritikpunkte der 20-Minuten-Leser im Überblick:

Adresschaos
«Serafe hat es es fertiggebracht, die Rechnung an den Freund unserer Tochter zuzustellen. Per Mail bat ich um eine Korrektur, habe seither aber nichts mehr gehört», sagt ein Leser. An der Fähigkeit von Serafe zweifelt ein weitere Leserin: «Ich und mein Mann bekamen je eine Rechnung, obwohl wir verheiratet sind und die Einwohnerkontrolle auf Nachfrage diese Daten korrekt übermittelt hat.» Es gibt aber auch Profiteure des Adress-Wirrwarrs: «Ich war auf der Rechnung der Nachbarin aufgeführt. Wir haben uns den Betrag nun geteilt, wodurch ich Geld gespart habe», freut sich ein Leser.

Falsche Sprache
«Ich wohne in Wichtrach BE, habe aber die Serafe-Rechnung auf Französisch erhalten» so eine Leserin. Nach zweimal 45-Minuten-Telefonschlaufe habe sie Serafe gebeten, ihr eine Rechnung auf Deutsch zu schicken. «Danach habe ich insgesamt fünf Mails geschickt, darauf aber nicht mal eine Empfangsbestätigung erhalten.»

Unerreichbarer Kundendienst
Auf Kritik stösst besonders der Umgang von Serafe mit den Beschwerden. «Ich bin seit mehr als zehn Jahren befreit von diesen Gebühren», erzählt ein Leser. Nach Erhalt der Rechnung habe er x-mal versucht, bei Serafe anzurufen. «Trotz Freizeichen ging nie jemand ans Telefon. Ich habe dann eine E-Mail geschrieben. Bis zum heutigen Tage habe ich nichts gehört.» Eine ähnliche Erfahrung schildert ein anderer Leser: «Auf meine Mail im Januar folgte eine automatische Antwort, in der es hiess, man bitte um Geduld. Ende Februar kam dieselbe Antwort.»

Das Fazit eines Lesers: «Löst Serafe das Chaos nicht schnellstmöglich, wird sie uns deutlich mehr kosten als die Billag.» Ein anderer wirft die Frage auf: «Wieso hat man die Billag mit ihrer jahrelangen Erfahrung nicht einfach weiter ihren Job machen lassen?»

So rechtfertigt sich Serafe

«Die Abgaberechnungen der Erhebungsstelle sind so richtig, wie es die uns gelieferten Datensätze sind, aus denen wir unsere Dokumente generieren», kontert Serafe-Sprecher Erich Heynen. Die Serafe habe weder die Aufgabe, noch verfüge sie über die gesetzlichen Grundlagen, um an den ihr von den Einwohnerdiensten gelieferten Daten Änderungen vorzunehmen.

Heynen gelobt Besserung: «In diesen Tagen erarbeiten wir in Zusammenarbeit mit dem Bakom und den Einwohnerdiensten den Prozess der Rückmeldungen, damit die Einwohnerkontrollen die beanstandeten Daten korrigieren können.»


(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cara am 17.03.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmung??

    Nicht nerven.... wo seit ihr den alle bei der Abstimmung gewesen??? Allen einen guten Wochenstart.

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  • Höma69 am 17.03.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmung

    Leider sind nicht alle von den Gebühren befreit.Hätten wir bei der Abstimmung mit JA gestimmt gebe es dieses Chaos nicht!!!!

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  • Datenschutzman am 17.03.2019 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Mal so eine Frage

    Darf die Gemeinde eigentlich rechtlich meine Daten an eine private, profitorientierte Organisation aushändigen oder ist das nicht ein Verstoss gegen das Datenschutzgesetz?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 24.03.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müll par excellence...

    Serafe und Billag alles unnötig, es ging sehr gut ohne. Es ist nichts anders als eine zusätzliche Steuer, die keine Gegenleistung bringt!

  • Diana R. am 23.03.2019 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Gibt es auch nur in der Schweiz!! Bald muss man für's atmen auch noch bezahlen,

  • Heiry 68 am 21.03.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Bei uns hat die Rechnung von A - Z gestimmt.

    • Martial2 am 25.03.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heiry 68

      Und dann bezahlen Sie diese Rechnung gerne, nehmen wir an...!

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  • Stefan am 20.03.2019 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehraufwand

    Mich würde nur wundernehmen wie viele Leute die Rechnung nicht oder nicht Bezahlen können und eine Betreibung ins Haus flattert. Eines ist jetzt schon sicher der ganze Aufwand wir teuer werden bei der Nachfolger Serafe. Das hat man davon wenn es obligatorisch ist um Radio, Fernsehen und Telefongebühr zu beanspruchen will. Dazumal bei der Abstimmung konntet Ihr noch Wählen gehen!

    • 50+ am 20.03.2019 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      mehr als 400? Sie haben uns vor der Abstimmung doch versprochen, dass es nicht teurer wird. Haben sie uns etwa belogen, schon wieder?

    • Terra am 20.03.2019 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      Genau bin ganz deiner Meinung!

    • Rita am 16.04.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      Nix 400 Franken!

      Wir haben für 2019 bereits Rechnungen von 470.- erhalten! Wir wurden eiskalt belogen und die NEIN Stimmer sind wie üblich auf die Lügen herein gefallen.

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  • Tarn Name am 20.03.2019 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    euphemistisch

    Seit wann ist ein geschröpfter Zwangsgebührenzahler ein Kunde?