Flughafen Zürich

13. Mai 2013 19:01; Akt: 13.05.2013 21:27 Print

Hebebühne reisst Loch in Triebwerk

von Tanja Bircher - Eine Airbus-Maschine auf dem Flughafen Zürich streifte ein falsch parkiertes Fahrzeug. Dabei wurde ein Triebwerk beschädigt. Der Vorfall hätte leicht in einer Katastrophe enden können.

Fehler gesehen?

Am Donnerstagmorgen rollte eine Maschine der Thai Airways am Flughafen Zürich auf den Standplatz E 57 und touchierte dabei eine falsch parkierte Hebebühne. Ein Triebwerk wurde aufgeschlitzt. «Der anwesende Supervisor ging in Deckung und versuchte sich in Sicherheit zu bringen, weil er eine Explosion erwartete», berichtet ein Lesereporter und ehemaliger Schichtleiter von Swissport.» Doch die Explosion blieb zum Glück aus.

«Wie eine Splittergranate»

Nur die Schale des Triebwerks wurde aufgerissen. «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen», sagt Nivat Chantarachoti, General Manager von Thai Airways Schweiz. Auch der Lesereporter ist erleichtert über den glimpflichen Ausgang des Vorfalls: «Anscheinend verfehlte die Hebebühne die Kerosinleitung im Triebwerk um 10 Zentimeter.» Die Passagiere im Flugzeug hätten sonst nicht überlebt, ist er sich sicher. «Das Triebwerk wäre wie eine Splittergranate explodiert.»

Max Ungricht, Chefredaktor des Aviatikmagazins «Cockpit» relativiert: «Ja, eine Katastrophe wäre möglich gewesen, es hätte aber auch einfach nichts passieren können.» Es sei schwer abzuschätzen, was geschehen wäre, hätte die Hebebühne die Leitung tatsächlich zerstört. Die Kerosinleitung sei allerdings weiter hinten im Triebwerk, es handle sich also kaum um 10 Zentimeter. «Zwischen einem Kerosinleitungsbruch und einem Brand muss kein Kausalzusammenhang bestehen», so Ungricht

«Hebebühne war falsch parkiert»

Der Thai Airways-Airbus 340-600 ist nun bis auf weiteres gegroundet, die Versicherung und ein Schadenexperte wurden von London eingeflogen um den Fall zu untersuchen. «Die Hebebühne von Swissport war falsch parkiert», gibt Sabine Meinitz, Vice President Corporate Communications und Marketing von Swissport, zu. Ob jemand zur Rechenschaft gezogen wird, sei noch unklar, wie auch die Höhe des Sachschadens. Ungrichts Einschätzung nach muss die Verschalung des Triebwerks ersetzt werden, was mindestens eine halbe Million Franken kosten wird. «Das Triebwerk selbst hat keinen Schaden genommen.»

Laut Ungricht entsteht am Flughafen Zürich im Schnitt jeden Monat ein Flugzeugschaden aufgrund von Streifungen mit herumfahrenden oder falsch parkierten Wagen. Das habe mit der Routine, der Unaufmerksamkeit und dem Stress der Fahrer zu tun. «Das sind auch nur Menschen, sie machen Fehler.» Meinitz hingegen sagt: «Im Schnitt wird nur eines von 10 000 Flugzeugen beschädigt. Das sind weniger als im Industriedurchschnitt und zudem handelt es sich vorwiegend um kleine Kratzer im Lack», so Meinitz.


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K.M am 13.05.2013 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaaaa genaaauu

    Normalerweise explodieren Triebwerke bei der kleinsten Berührung schon.Es wären sicher all in der Maschine tot. Das Feuer wäre auf das Terminal und die anderen Flugzeuge übergegangen welche durch die extreme hitze ebenfalls explodiert wären. Also alles im Midfiele tot und verwüstet. Ja im naturschutzgebiet häte das verbrennende kerosin für die Ausrottung mehrerer Arten gseorgt...Meine Herren: Wir hatten Glück, unser experte vom Dienst hat recht!

    einklappen einklappen
  • Tom S am 14.05.2013 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht überlebt!

    die Passagiere hätten sehr wohl überlebt! Selbst wenn die Kerosinleitung tangiert gewesen wäre! So ein Triebwerk ist schnell zu löschen: mit eigenen Bordsystemen und der Flughafenfeuerwehr.

    einklappen einklappen
  • Rudi am 13.05.2013 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich halt

    Service ist eh nicht das gelbe vom Ei am Flughafen ZRH. Fliege oft und werd in ZRH in puncto Freundlichkeit, Info und Service immer wieder enteuscht .. Tja, hab mich in zwischen dran gewöhnt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bachmann J. am 14.05.2013 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überfluss und Überdruss

    Soviel zur vielbemühten Sicherheit des Fliegens! Und zu all diesen Selbstrechtfertigungstexten dieser wohl wirkungsmächtigsten und überflüssigsten aller Umweltverpester!

  • tim am 14.05.2013 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    a346

    wiso gerade das schönste flugzeug am flughafen??? armer a346)):

  • Simon Gramatter am 14.05.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Reality check

    Das sieht selbst ein Laie, dass nicht "das Triebwerk", sondern nur die dünne Aluhülle der Ummantelung beschädigt wurde. Wenn mir einer einen Kratzer ins Auto macht, ist auch nicht gleich der Motor beschädigt und das Auto kurz vor dem Explodieren.

  • Jerome am 14.05.2013 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlimm, nur teuer

    Komischer Artikel. Ich habe selber eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker absolviert. Auch wenn das Triebwerk in Brand geraten wäre, wäre dies mittels Halon innert Sekunden gelöscht worden. Wie unsicher wäre die Aviatik wohl, wenn so ein "kleiner" Zusammenstoss den Tod von ca. 300 Pax bedeutet hätte? Heute oder morgen fliegt der Airbus wieder nach BKK. Peace

    • Müller Hans am 14.05.2013 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aha..

      Nun dabn solltest du auch wissen, dass die Fan Cowl Doors ganz sein müssen damit ein Brand wirklich gelöscht werden kann. Ansonsten besteht das Risiko, dass der Brand kurz kleiner wird und sich nacher wieder ausbreitet. Aber nur schon die Chance das es brennt ist viel zu klein

    einklappen einklappen
  • K.l. am 14.05.2013 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mani Matter?

    "I han es Zündhölzli azündt..." Manchmal ist es eben nur ein Zündhölzli...