Rummel um Bären

12. April 2012 14:35; Akt: 13.04.2012 10:25 Print

Hier liegt M13 betäubt im Schnee

Mit einem Narkosegewehr wurde in der Nacht Jungbär M13 von den Tatzen geholt. Dem neugierigen Tier wurde ein Sender verpasst. Jetzt droht ein Umerziehungsprogramm.

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Aus 20 Metern narkotisiert: M13 nachdem er betäubt wurde. (Bild: ZVG/Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

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M13 läuft ab sofort nicht mehr unerkannt durch die Gegend. Die Wildhut des Kantons Graubünden hat den Bären in der Nähe von Scuol betäubt und ein Senderhalsband angebracht, heisst es in einer Mitteilung des Amtes für Jagd und Fischerei. «Gestern Nacht wurde der Bär mit einem Narkosegewehr aus 20 Metern Entfernung betäubt», sagt Amtsvorsteher Georg Brosi zu 20 Minuten Online. Im Halsband trägt M13 ab sofort einen GPS-Sender und einen VHS-Peilsender. Zuvor war der Jungbär in ein Gehege eingebrochen und hatte eine Ziege gerissen.

Durch die Sender kann das Jungtier ab sofort überwacht werden. Brosi erhält nun jede Stunde ein Signal des Bären, der damit schnell lokalisiert werden kann. Zudem starten gemäss Brosi ab sofort die Vergrämungsmassnahmen; sollte der Bär den Siedlungen zu nahe kommen oder sich über Abfallcontainer herstürzen, werde er mit sogenannter Bärenmunition - wie sie in Kanada oder in den USA angewendet wird - vertrieben, so Brosi. Mit den früher verwendeten Gummigeschossen lassen sich Bären nicht vertreiben.

Bei der Aktion wurde festgestellt, dass der aus Italien eingewanderte Bär 120 Kilogramm auf die Waage bringt. M13 war bereits im Südtirol ein Senderhalsband umgehängt worden, weil er wenig Scheu vor Menschen zeigte. Den Sender aber verlor der Bär im Januar.

Keine Hinweise auf zweiten Bären

Die Bevölkerung und die Touristen im Unterengadin werden aufgefordert, Siedlungsabfälle und mögliche Nahrungsmittel für den Bären unerreichbar aufzubewahren respektive sicher zu entsorgen. Solange M13 Futterquellen in Siedlungsnähe finde, werde er versuchen, diese Stellen immer wieder aufzusuchen.

M13 ist derzeit der einzige Einwanderer im Engadin. Die Behörden hätten nicht den geringsten Hinweis, dass sich ein zweiter Braunbär in der Region aufhalte, sagte Brosi zu Spekulationen in den Medien.


(dwi/meg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bündner bauer am 13.04.2012 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieber bär,

    meide das bündnerland. geh weiter nach zürich, dort bist du herzlich willkommen! auch zürcher haben haustiere, die schmecken sicher besser als dürre bündnerziegen. der üetliberg währe ein tolles zuhause für dich! der zürcher ist viel toleranter als der engstirnige bündner. bei ihm bist du bestens aufgehoben!

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  • CH-Bürger am 12.04.2012 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Menschliche Arroganz

    Ich frage mich, woher wir unsere Arroganz hernehmen, mit der wir meinen, anderen Tierarten vorschreiben zu müssen, wie die sich zu verhalten haben?

  • Fredi 12.04.12 am 12.04.2012 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    M 13// Brauni (Bär)

    Was kann der Bär dafür das er ein Bär ist in Russland,Ungarn werden die Armen Bären an die Kette gelegt,und bei uns knallt man Sie ab,eine Schweinerei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philippe Trachsel am 14.04.2012 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer eben

    Ich finde es beschämend. Lasst doch die Tiere da wo sie sich wohlfühlen. Mich hat es allerdings verwundert, dass sie ihn dieses mal leben liessen. Danke, dass ihr wenigstens dieses mal Verstand und Anstand bewiesen habt.

  • Bodo Haudruff am 14.04.2012 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bären(REICH)e Schweiz?

    Lieber Bär Bring das nächste Mal einfach einen Koffer Geld mit, dann wird dich die Schweiz herzlich willkommen heissen.

  • Mike am 13.04.2012 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    M13

    Wie wärs mal mit nem Umerziehungsprogramm für den Menschen? Das hätten wir dringend mal nötig..

  • Kirschbaumer Christian am 13.04.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Dürfen wir über ander leben bestimmen?

    Welche Blume Bittet um erlaubniss um Wachsen zu dürfen. Welches Tier tötet ohne es zu müssen? Scheint die Sonne plötzlich nur noch auf Reiche? Grenzen sind von Menschenhand geschaffen. Woher soll der Bär wissen, das er nicht in die Schweiz einreisen darf? Einige haben da was nicht ganz verstanden: DER MENSCH FÜGT SICH DER NATUR UND NICHT DIE NATUR DEM MESCHEN.

  • Stefan Meier am 13.04.2012 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mediales Affen- bzw. Bärentheater

    Alle Jahre dieselbe Polemik und dasselbe mediale Affen- bzw. Bärentheater. Die Medien tragen ihren Teil dazu bei, dass sich mit Fotoapparaten bewaffnete Hinz und Kunz auf "Bärenjagd" begeben um dann zu berichten, dass der Bär dem Mensch zu Nahe kommt.