Karriere-Highlights

06. April 2019 18:39; Akt: 06.04.2019 18:39 Print

So provozierte Funiciello ihre Kritiker

Juso-Präsidentin Tamara Funiciello tritt überraschend zurück. Die Jungpolitikerin sorgte in den letzten drei Jahren immer wieder für Gesprächsstoff.

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Den Kritikern in die Augen sehen

Erst im Februar hat sich Tamara Funiciello mit vier Menschen getroffen, die sie im Internet beleidigt hatten. Sie wollte mit einem Roadtrip das persönliche Gespräch suchen und die Hintergründe hinter den Kommentaren erfahren, wie Watson berichtete. Mit ihren Provokationen stiess sie im Internet immer wieder auf Kritik und wurde bedroht.

«079»
«Der Song ist sexistisch»

Die Jungpolitikerin bezeichnete den Sommerhit «079» der Berner Musiker Lo & Leduc in einem Beitrag von Tele Bärn als sexistisch.
«Ich habe mich dazu entschieden, die Spielverderberin zu sein. Ja, das Lied ist cool und nett, aber es hat eben auch gewisse problematische Inhalte», sagte Funiciello letzten August.

Gemeint ist damit, dass in dem Lied ein Mann wiederholt versuche, an die Handynummer einer Frau zu gelangen, obwohl diese klar Nein sage. «Wir müssen uns fragen, ob wir solches Verhalten in unserer Gesellschaft wollen oder nicht, und auch, wo solches eigentlich hinführt.»

Kurz darauf erschien eine Funiciello-Karikatur in der Samstagsausgabe der «Schaffhauser Nachrichten»: Darin zeichnet Pascal Coffez ein nicht eben schmeichelhaftes Bild von Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Zudem wird darin ihre Handynummer abgedruckt. Die Jungpolitikerin ist im Bild als hexenhafte, dickliche Gestalt dargestellt, die sich den BH vom Leib gerissen hat.

Oben ohne
Women's March Zürich

2017 wollte die Juso auf den Frauenmarsch vom 18. März in Zürich aufmerksam machen. Mobilisiert wurde mit einem gewagten Flyer: Er zeigte Juso-Chefin Tamara Funiciello oben ohne und mit einem Bunsenbrenner in der Hand. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen – darunter eine Transfrau – verbrannte sie ihren BH nach Manier der Frauenbewegungen der 70er-Jahre. Damals war der BH Symbol für die Unterdrückung durch das Patriarchat.

Der Flyer schlug hohe Wellen. Neben SVP-Nationalrat Andreas Glarner machte sich auch SVP-Nationalrat Thomas Matter über Funiciello lustig. In einem Facebook-Video bezeichnete er die Jungpolitikerin als «Michelin-Männchen».

Kurz darauf nahm Funiciello auf Facebook Stellung. Darin warnte sie vor dem Schönheitswahn und schrieb: «Ich bin wunderschön.»


(qll)