Mit dem Pass im Sack

22. November 2013 09:14; Akt: 22.11.2013 12:35 Print

Hier verlässt Marco Weber das Gefängnis

Am Mittwoch hat ein Gericht in Russland den Schweizer Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Jetzt hat Weber das Gefängnis verlassen. Auch der Kapitän ist frei.

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Die aus russischer Haft freigekommene argentinische Greenpeace-Aktivistin Camila Speziale fordert am 28. Dezember 2013 eine Entschuldigung von Russland für die wochenlange Inhaftierung. Mit dem Australier Colin Russell kam am der letzte Greenpeace-Aktivist frei. Am Morgen des kann der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber das Gefängnis verlassen. Damit ist Weber zwei Tage nach der Ankündigung, die Kaution sei für ihn bezahlt worden, auf freiem Fuss. Wann und ob er überhaupt ausreisen darf, bleibt aber noch unklar. Am hat die russische Justiz den Greenpeace-Aktivisten Marco Weber gegen Kaution freigelassen. Einem nach dem anderen gewährt die russische Justiz den Mitgliedern der «Arctic 30» die Freiheit gegen Kaution. Zuletzt waren das Die Kaution beträgt jeweils 2 Millionen Rubel (über 56'000 Franken). Am Abend des gegen Kaution freizulassen. Etwas früher am gleichen Tag wurde bereits die Ärztin Jekaterina Saspa gegen Kaution freigelassen. Über die weiteren Fälle soll im Laufe der Woche entschieden werden. Auch der russische Fotograf Denis Sinyakov wurde gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt. Trostlos: Die 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten, die nach einer Protestaktion in der Arktis inhaftiert worden waren, werden am 11. November vom nördlichen Murmansk nach St. Petersburg verlegt. Selbst Wachhunde sind im Einsatz. Am 21. Oktober haben die Niederlande den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg angerufen, um Russland zur Freilassung der in Murmansk inhaftierten Greenpeace-Aktivisten zu bewegen. Doch Russland will den Prozess boykottieren, wie die Regierung zwei Tage später, am 23. Oktober, mitteilte. Marco Weber bleibt weiter in Haft: Das Gericht in Murmansk hat die Beschwerde gegen die Inhaftierung des Schweizer Aktivisten abgelehnt, wie Greenpeace am 21. Oktober 2013 mitteilte. Mit diesem Schreiben meldet sich der Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber erstmals zu Wort. In der Sonntagspresse vom 13. Oktober 2013 berichtet Weber aus Murmansk: «Macht euch keine Sorgen um mich - vorerst.» Am 4. Oktober nahmen Vertreter von Greenpeace und der Vater des verhafteten Schweizer Aktivisten Marco Weber in Zürich Stellung zu der Aktion in Russland und den Folgen. Eduard Weber sagte, die Situation sei für Marcos Familie sehr schwer. Marco sei aber nicht leichtsinnig gewesen und habe gewusst, dass er ein Risiko eingehe. Tags zuvor hat ein russisches Gericht angeordnet, die Untersuchungshaft für mehrere der 30 Greenpeace-Aktivisten zu verlängern. Davon ist auch Marco Weber betroffen. Der 28-Jährige muss für zwei Monate in Untersuchungshaft, wie Greenpeace auf Twitter mitteilte. Insgesamt müssen acht Greenpeace-Aktivisten bis zum 24. November hinter Gitter: Neben dem Schweizer sind dies der US-amerikanische Kapitän der «Arctic Sunrise», Peter Willcox, ... ... der neuseeländische Mechaniker Jonathon Beauchamp, ... ... die Niederländerin Faiza Oulahsen, ... ... der Ukrainer Ruslan Yakushev, ... ... die Finnin Sini Saarela, ... ... der Franzose Pisanu Francesco Pierre und ... ... der australische Bordfunker Colin Russell. Russlands Präsident Vladimir Putin sagte, die Aktivisten hätten gegen internationales Recht verstossen. Am 20.09. begann die russische Küstenwache mit dem Abschleppen der Arcitic Sunrise, am traf die Crew in Murmansk ein. Am 20. September 2013 demonstrierten laut Greenpeace 75 Aktivisten vor der russischen Botschaft in Bern gegen die Verhaftung des Schweizers Marco Weber und weiterer Umweltschützer in der Arktis. Insgesamt habe es Protestaktionen in rund 30 Ländern gegeben. Am 18. September 2013 hatten Marco Weber (hier im Hintergrund beim Hochklettern des Schiffs) und eine Greenpeace-Aktivistin aus Finnland die Gazprom-Ölplattform Priraslomnaja geentert. Sie wurden von Wachen gestoppt, während die russische Küstenwache ihre Helfer mit gezogenen Waffen in Schach hielt. Marco Weber (28) wurde verhaftet und auf das Schiff der Küstenwache gebracht. Er befindet sich noch bis im November in Untersuchungshaft. Die vermummten Sicherheitskräfte zückten Waffen und Messer und drohten sogar damit, die «Arctic Sunrise» zu beschiessen, wenn die Aktivisten mit ihr das Gewässer nicht sofort verliessen. Sie sollen elf Warnschüsse abgegeben haben. Laut Greenpeace stürmten die Grenzschützer am 19. September dann die «Arcitic Sunrise». Der russische Inlandsgeheimdienst FSB rechtfertigte die Aktion damit, dass eine «reale Gefahr» für die Plattform bestanden habe. Die russischen Sicherheitskräfte seilten sich von Helikoptern auf die Arctic Sunrise ab. Dort bedohrten sie die Aktivisten mit gezogenen Waffen. Die Aktivisten liessen sich widerstandslos festnehmen. Indem sie die Ölplattform hochkletterten, wollten die Greenpeace-Aktivisten gegen die Bohrungen in einem «ökologisch sensiblen Gebiet» protestieren. Ein Ölunfall würde dort eine Umweltkatastrophe anrichten. Mehr Erfolg hatten die Aktivisten 2012, als es sechs von ihnen gelang, die Plattform Priraslomnaja für mehrere Stunden zu besetzen.

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Der Greenpeace-Aktivist Marco Weber, der zwei Monate in Russland in Haft sass, hat das Gefängnis verlassen. Dies bestätigt der Mediensprecher von Greenpeace Schweiz, Yves Zenger. Weber werde von einem Greenpeace-Team vor Ort in Empfang genommen. Vorerst werde er von der Öffentlichkeit abgeschirmt, damit er sich von seinen schwierigen Haftbedingungen erholen könne, sagte Zenger gegenüber 20 Minuten. Seinen Pass habe der Aktivist «offenbar» zurückerhalten. Zudem habe er eine Spezialbewilligung für den Aufenthalt in Russland, da er kein Visum besitze. Wann er ausreisen darf, ist noch nicht klar.

Er sei überwältigt und sprachlos, sagte Marco Weber kurz nach der Entlassung aus dem Gefängnis den Medien vor Ort. Danach sei er mit seinem Anwalt in Richtung Hotel gefahren, erzählt SRF-Korrespondent Christof Franzen.

Am Mittwoch hat ein Gericht in St. Petersburg entschieden, dass Weber gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt wird.

«Ich bin noch überwältigt - erst mal raus und schauen, was läuft»
(Quelle: SRF)

Neben Weber sind auch der Kapitän des in Russland festgehaltenen Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise» und zwei weitere Aktivisten wieder frei.

Die Behörden entliessen Peter Willcox aus den USA sowie einen Briten und einen Niederländer am Freitag gegen Kaution aus der Untersuchungshaft. Damit ist nun die Hälfte der 30 Besatzungsmitglieder wieder frei. Bereits am Donnerstag waren elf von ihnen entlassen worden.

Die meisten der festgenommenen Aktivisten dürfen gegen Kaution das Gefängnis verlassen. Ein Australier bleibt weiterhin in Haft. Greenpeace-Anwälte wollen Berufung einlegen.

Vorwurf: «Rowdytum»

Die russische Migrationsbehörde teilte mit, die gegen Zahlung der Kaution Freigelassenen könnten Russland erst verlassen, wenn die strafrechtlichen Ermittlungen gegen sie eingestellt würden. Allerdings zitierte die Nachrichtenagentur ITAR-Tass den russischen Anwalt Genri Resnik, wonach das russische Recht die Aktivisten nicht daran hindere, Russland bis zu ihrem Prozess zu verlassen.

Die Justiz wirft ihnen «Rowdytum» vor, worauf bis zu sieben Jahre Haft stehen. Die Umweltschützer hatten im September in der Arktis gegen Ölbohrungen protestiert, zwei von ihnen versuchten dabei, auf eine Ölplattform des russischen Konzerns Gazprom zu klettern. Russland war für das harte Vorgehen gegen die Aktivisten international scharf kritisiert worden.

(kub/loo/sda)