Schadensbilanz

06. Juli 2019 20:45; Akt: 09.07.2019 16:46 Print

Hier wütete das Unwetter am schlimmsten

Ein heftiges Gewitter zog am Samstagnachmittag über die Schweiz und richtete zahlreiche Schäden an. Mehrere Personen wurden verletzt. Ein Überblick, was wo passierte.

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Nach den Gewittern kehrt der Sommer in die Schweiz zurück. Auch in Wittenwil TG tobte der Sturm. Hier geriet etwa ein Baum in Schieflage. Nach dem stürmischen Freitagabend begannen in Münchwilen TG die Aufräumarbeiten. Hier wurde etwa das Dach eines Stalls abgedeckt. Ein Toi-Toi-Häuschen auf einer Baustelle wurde zerstört. Und Bäume wurden entwurzelt. Am Freitagabend zog ein Unwetter mit Hagel über die Ostschweiz - hier in Oberbüren. (12. Juli 2019) In Rorschacherberg zogen am Sonntagnachmittag dunkle Wolken auf. (7. Juli 2019) In Kreulingen TG gab es am Sonntagnachmittag Hagel. Gewitter und Regen im Kanton Zürich: Russikon. (7. Juli 2019) Blitzlichtgewitter auf dem Olsberg/Arisdorf BL. Das nächste Gewitter erreicht den Kanton Luzern: Blitze über Emmen. (7. Juli 2019) Eine Leser-Reporterin hat 3,5 Stunden gebraucht, um ihren Stand am Rosenfest in Weggis LU einzurichten. So sah er vor dem Unwetter aus. Und so nach dem Sturm. Diverse Dinge gingen zu Bruch, darunter Tische, Zelt, Schmuck und Deko. Sie sei nicht die Einzige, deren Stand verwüstet wurde. In Unterägeri ZG hat ein Blitz in ein Haus eingeschlagen. Dadurch wurden in mehreren Räumen der Verputz und die Isolation herausgerissen. In Alpnach Dorf OW wurden mehrere Menschen in einem Auto eingeklemmt, als mehrere Bäume auf das Fahrzeug fielen. Eine Person wurde lebensgefährlich verletzt. In Meggen LU hat der Sturm eine Palme «geköpft». Die Palme war 25 Jahre alt. Ein umgeknickter Baum in Alpnach Dorf. In Reigoldswil BL ist ein Toi-Toi-Häuschen auf einer Baustelle umgekippt. Das Gewitter von Wallisellen aus gesehen. In Horw LU ist eine Tanne dem Sturm zum Opfer gefallen. Ihre Spitze ist abgebrochen. Ein Garten in Luzern ist völlig verwüstet. Ein Baum stürzte im Garten um. Das Gewitter von Stäfa ZH aus gesehen. In Unterägeri ZG ist ein weiterer Baum dem Sturm zum Opfer gefallen. In Wil SG ist an der Unteren Bahnhofstrasse ein Baum umgeknickt. Die Feuerwehr ist laut einem Leser im Einsatz. Das Gewitter in Grenchen SO. Beim Verkehrshaus in Luzern hat es einen Baum umgeknickt. Weitere Bäume konnten in Luzern dem Wind nicht standhalten. Die Seeburgstrasse war wegen der umgestürzten Bäume blockiert. Das aufziehende Gewitter von Selzach SO aus gesehen. Auch dieser Baum in Luzern hielt dem Gewitter nicht stand. In Rüti ZH wurde ein Zelt abgedeckt. Ein Bild aus Luzern. In Emmenbrücke hat ein Baum ein Haus beschädigt. Ein Ast hat das Dach durchbrochen. In Kaiseraugst liegen zahlreiche Äste am Boden. Der Sturm hat einen Baum in Luzern entwurzelt. Weltuntergangsstimmung in Belp BE. Spektakuläre Bilder aus Wichtrach BE. Spektakuläre Bilder aus Wichtrach BE. Ein Bild aus Alterswil FR. In Oekingen SO ziehen Wolken auf. Gewitterfront in Bern-West. Auch Yvonand ist vom Unwetter betroffen. «Die Ruhe vor dem Sturm», schreibt ein Leserreporter aus Küssnacht am Rigi zu diesem Foto. Am Mittwochmorgen (3. Juli 2019), zogen teils heftige Gewitter über die Zentral- und Ostschweiz. 2. Juli: Gewitterfront in Adelboden. Gewitter über Büttikon AG. Unwetter im Berner Oberland... ...in Stäfa... ...und im Glarnerland. «Blitzeinschlag in Stansstad um 22.26 Uhr», sagt ein Leser-Reporter über seinen Schnappschuss. Hagel in Watt, Regensdorf. Blitzlichtgewitter ziehen über die Schweiz. (2. Juli 2019) In Bern fielen am Montag Monster-Hagelkörner vom Himmel. Dieses Dach hielt dem Hagel nicht stand. Ein Leser berichtet über einen heftigen Hagelsturm in Wiedlisbach BE. Und auch in Solothurn hat es gehagelt. Wie hier in Langendorf SO. Nach den heftigen Hagelstürmen in der Schweiz folgen nun Blitz und Donner. Wie hier in Thun BE. «Über Bern ist der Elch los», schreibt ein Leser zu dem Bild. Und auch in Kreuzlingen TG gab es Blitze. Blitze über Heimberg BE. Gewitter über Freiburg. Bereits am Montagnachmittag zogen heftige Gewitter über Süden und Osten des Landes. «Plötzlich wurde es stockdunkel», berichtet eine Leser-Reporterin aus dem Kanton Glarus. So gab es eine Sturmwarnung im Tessin: «Letzte Fahrt auf dem Lago Maggiore», schreibt ein Leser-Reporter. Es wurde schon erwartet, dass in der Nacht auf Montag auf die Hitze die ersten Gewitter folgen werden – so wie hier oberhalb Heimberg BE, wie ein Leser-Reporter schreibt. Auch Tiere brauchen bei den aktuellen Temperaturen eine Abkühlung – zum Beispiel im Zugersee, ... ... oder vor dem Ventilator. «Abkühlung im Pool», schreibt ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Bei dieser Hitze sind auch die Kühe froh um Schatten. Auch auf dem Klausenpass müssen die Getränke gekühlt werden – mit Schnee. «So bleibt mein Auto kühl», schreibt ein Leser. Auch der Tiger im Zürichzoo kühlt sich ab. In diesem Büro in Basel ist der Ventilator der geliebteste Gegenstand in diesen Tagen. Ein Leser kühlt sich im Churer Fontanapark ab. So schön; Ein Brunnen. 20 Minuten lesen und Füsse ins Eisbad - ein gutes Rezept. Der Hund einer Leserin kühlt sich bei dieser Hitze kurz im Wasser ab. In Rapperswil-Jona wird auch auf den Sonnenschutz geachtet. Auf dem Uetliberg war es in der Nacht auf Donnerstag heiss: Um 3 Uhr morgens mass das Thermometer noch immer 27,9 Grad. Die Büromitarbeiter von krimi.ch gönnten sich ein Fussbad und ein Glace zum Zmittag. Zum Feierabend gab es in Dintikon AG ein kühles Bad und ein Bier. Natürlich im Schatten. Unten kühl und oben heiss – Grillieren bei Hitze will gelernt sein. Im SportXX in Mels hat sich ein Angestellter in den Kühlschrank verkrochen. Eine Leserin aus Breitenbach SO hat sich eine Erfrischung im Dorfbrunnen gegönnt. Auf einer Baustelle in Dübendorf gönnen sich die Bauarbeiter ein erfrischendes Bad. In Vorderthal SZ ist am Mittwochmittag ein Gasgrill in Brand geraten. Ein 71-Jähriger wurde dabei leicht verletzt, ein Feuerwehrmann musste wegen eines Schwächeanfalls ins Spital. Auf einer Baustelle bei der Kaserne in Thun wird geduscht. Auf einer Baustelle in Grenchen SO bekommen Arbeiter Pause und Glace geschenkt. Auch die Technik leidet unter der Hitze, hier etwa am Zürcher HB. Das Hoch Ulla bringt Europa – von Spanien und Italien über die Schweiz und von Frankreich bis Deutschland – immer mehr Menschen zum Schwitzen. (Bild Rom) Die Hitze dürfte am Mittwoch vielerorts ihren Höhepunkt erreichen. (Bild Rom) In Frankreich werden am Donnerstag und Freitag Spitzenwerte von mehr als 40 Grad erwartet. Zum Glück gibt es Springbrunnen. (Paris) Das haben sich wohl auch die Menschen in Spanien gedacht. (Pamplona) Besonders im Südwesten Deutschlands dürften die Temperaturen am Mittwoch bis auf 39 Grad ansteigen. Bereits am Dienstag war der Strand in Rügen rappelvoll. Die Plastik-Parkscheibe von Leser Sandro Werth hat sich durch die Hitze im Auto komplett verbogen. Baden im Pool inklusive Aussicht. «Abkühlung auf der Baustelle in der Schutzmulde», so diese Leser. Diese Leser-Reporterin fuhr mit dem Boot der Reuss entlang. Abendstimmung in Steckborn TG. «Ich kühle mich im Pool ab, samt Kleidung», sagt dieser Leser. «Abkühlung? Das Lido in Lugano bietet sich an», findet ein anderer. Baden im Pool. Abkühlung in Naters VS. Hitze-Alarm! Eine Leserin kühlt sich in einer Wanne voller Eis ab. Auf dem Flumserberg steht die Arbeit wegen der Hitze nicht still. Leser Mike weiss sich zu helfen. Eine Entenfamilie hat einen Ausflug in die Badi in Köniz gemacht. Offenbar ist das Gras dort grüner ... ... und das Wasser kühler. Auf dem Pilatus war es am Dienstagmorgen 21,7 Grad warm – so heiss wie noch nie im Juni. Der alte Rekord lag bei 21,6 Grad. Die Gemeinde Arlesheim BL hat wegen der Hitze ihre Öffnungszeiten angepasst. Am Nachmittag bleiben die Schalter zu. «Schöner als am Bodensee ists nur am Schönenbodensee», schreibt eine Leserin. Der See befindet sich bei Wildhaus SG. Hündin Amy bekam am Wochenende in Lörrach ein erfrischendes Bad. Im Strandbad von Klosters. In diesem Zug möchte wohl keiner sitzen, der um die Mittagszeit oder am Nachmittag unterwegs ist. In der Nacht auf Dienstag, 25. Juni 2019, gab es die erste Tropennacht. Allerdings nur in erhöhten Lagen. Dieses Schwein geniesst ein Schlammbad: «Das kühlt ab und gibt eine geschmeidige Haut», sagt Fabio Müller aus Oberwil Dägerlen ZH. Eine Leserin, die im Coop in Bottmingen BL arbeitet, kühlt sich mit Abwaschlappen ab. Ein Leser kühlt sich in der Freizeitanlage Grossabünt in Gamprin im Liechtenstein ab. Ein anderer Leser-Reporter flüchtete vor der Hitze in die Berge. Das Bild wurde im Maiensäs ob Savognin GR aufgenommen: «Einfach nur wahnsinnig schön, dank dem kühlen Wind.» So kühlen sich weitere 20 Minuten-Leser heute Montag ab ... ... zum Beispiel in Stein AG am noch immer überfluteten Rheinufer ... ... oder am Egelsee. Wer es besonders kühl will, besucht den Älplisee in Arosa, ... .. .oder planscht im Pool des Nachbarn ... ... in der Einsiedelei in Solothurn, ... ...zu Hause, ... ... mittels kühlem Fussbad, ... ... oder ganz einfach mit einem Mojito. «Mein kühlster Ort ist der Tiefkühler», schreibt ein Scherzkeks. Für andere reicht der Teich im heimischen Garten. Das Bundesamt für Meteorologie warnt für die kommende Woche vor einer Hitzewelle. In der Schweiz sind Temperaturen bis 39 Grad möglich. Noch heisser wird es in Frankreich, Italien und Spanien: Dort gibt es Temperaturen über 40 Grad. In der Schweiz herrscht Warnstufe 3. Die hohen Temperaturen sind in allen Landesteilen zu erwarten. Grund für die Hitze ist ein Hoch, das sich vom westlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa ausdehnt. Es trocknet und erwärmt die Luftmassen im Alpenraum. Am Montag strömt aus Südosten zunehmend heisse Luft ins Land. Das Hoch über Mittel- und Südeuropa verstärkt sich im Anschluss und die heisse Luft aus Nordafrika strömt weiter zu. In der Nacht auf Mittwoch ist besonders in den Städten mit einer Tropennacht zu rechnen, die Temperatur sinkt also nicht unter 20 Grad. Eine Ende der Hitzewelle ist erst am kommenden Sonntag absehbar. MeteoSchweiz rät, körperliche Anstrengungen während der heissesten Tageszeit zu unterlassen, Wohnung und Körper kühl zu halten, viel Wasser zu trinken, erfrischende Speisen zu sich zu nehmen und den Salzverlust auszugleichen.

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Über die Schweiz sind am Samstagnachmittag heftige Gewitter hinweggefegt. Die von MeteoSchweiz erhobenen Daten sind ausserordentlich: So wurden etwa in Luzern Windspitzen von 135 Kilometer pro Stunde gemessen. Dabei handelt es sich um den dritthöchsten Wert seit der Einführung der einheitlichen Messungen im Jahr 1981.

Bern
Stromausfälle und umgestürzte Bäume

Im Kanton Bern gingen rund 30 Meldungen ein, wie Sarah Wahlen, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, zu 20 Minuten sagt. Die meisten stammten aus dem Berner Oberland und betrafen umgestürzte Bäume und herumfliegende Gegenstände. Verletzt wurde niemand.

Gemäss der BKW fiel jedoch in rund 7500 Haushalten der Strom aus. Kurz vor 19 Uhr waren noch einige hundert Kunden ohne Strom, hiess es in einer Mitteilung. Betroffen waren Haushalte vom Jura bis ins Berner Oberland.

Luzern
Verletzte Familie

Besonders heftig wütete das Gewitter im Kanton Luzern. Hier wurden auch die stärksten Windböen gemessen. Bei der Luzerner Polizei gingen über 100 Meldungen ein.

An der Lidostrasse in Luzern wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum verletzt.

Im Bireggwald in Luzern wurde eine Familie vom Gewitter überrascht. Umstürzende Bäume verletzten eine Frau, einen Mann und ein Kleinkind. Wie schwer sie verletzt wurden, ist noch unklar.

In Kriens musste der Betrieb der Pilatusbahnen zwischen Krienseregg und Fräkmüntegg unterbrochen werden. Es wurden entsprechende Massnahmen und Evakuierungen eingeleitet, schreibt die Luzerner Polizei. Sie ruft die Bevölkerung auf, sich nicht in die Nähe von Bäumen und Wäldern zu begeben und Gewässer zu meiden.


Video: Leser-Reporter

Der Circus Knie, der zurzeit in Luzern gastiert, musste wegen des Gewitters die Nachmittagsvorstellung absagen. Das Zelt wurde beim Unwetter beschädigt.

Obwalden
Schwerverletzt im Auto eingeklemmt

Im Kanton Obwalden wütete das Unwetter ebenfalls heftig. Wegen umgestürzter Bäume kam es in Giswil, Sachseln, Sarnen und Alpnach zu Verkehrsbehinderungen, teilte die Kantonspolizei mit.

Auf dem Sarnersee gerieten mehrere Stand-Up-Paddler in Seenot. Sie konnten sich selbständig in Sicherheit bringen oder wurden von Privaten auf einem Boot aufgenommen.

In Alpnach Dorf fielen an der Grunderbergstrasse mehrere Bäume auf ein Auto. Darin befanden sich mehrere Insassen. Sie wurden eingeklemmt und mussten mit schwerem Gerät befreit werden, schreibt die Polizei. Eine Person wurde lebensgefährlich verletzt und mit der Rega ins Spital geflogen.

Schwyz
Boot gekentert

Bei der Kantonspolizei Schwyz gingen rund 30 Notrufe ein. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume und Gegenstände, die vom Wind losgerissen worden waren, etwa Bauabschrankungen.

Auf dem Zürichsee gerieten drei Boote in Seenot. Deshalb war der Seerettungsdienst Pfäffikon im Einsatz.

In Nuolen kenterte ein Segelboot. Die zwei Passagiere wurden von einem anderen Boot in Sicherheit gebracht, teilt die Polizei mit.

In Unteriberg und in Arth wurden zudem Hausdächer abgedeckt.

Waadt
Hüpfburg weggewindet

Eine am Boden befestigte Hüpfburg wurde in Brassus von einem Windstoss erfasst. Ein Bub (2), der darin spielte, fiel mehrere Meter und verletzte sich dabei schwer. Er wurde ins Unispital Lausanne gebracht.

Ein Mädchen wurde beim Vorfall ebenfalls verletzt, jedoch nur leicht. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

Zug
Blitzeinschlag und unsichere Gerüste

In Unterägeri schlug ein Blitz in ein Zweifamilienhaus ein und beschädigte dieses stark. Ein Feuer entstand zwar nicht, aber die starke Energie riss in mehreren Räumen den Verputz und die Isolation heraus, wie die Zuger Polizei mitteilte. An den Wänden entstanden Risse und einzelne Möbel wurden beschädigt. Ausserdem wurde ein Auto durch herabstürzende Ziegel getroffen. Der betroffene Hausteil kann derzeit nicht mehr bewohnt werden. Für die vierköpfige Familie wurde eine Ersatzunterkunft organisiert. Verletzt wurde niemand, der Blitzeinschlag führte jedoch zu einem Stromausfall im Gebiet Bärtschi.

Auf dem Aegerisee musste ein Katamaran geborgen werden.

In Morgarten (Gemeinde Oberägeri) wurde ein Stalldach beschädigt.

In Zug stürzte ein Baum auf einen Wanderweg. Ausserdem musste ein Baugerüst gesichert werden, das umzustürzen drohte.

Auch in Cham musste ein Baugerüst gesichert werden.

(vro)