Junge Musliminnen

01. Juli 2015 19:22; Akt: 03.07.2015 17:39 Print

Hijabistas tragen ihre Kopftücher sexy zur Schau

von B. Zanni - Die so genannten Hijabistas tragen zum Kopftuch modische Kleider. Das Forum für einen fortschrittlichen Islam findet den Trend gefährlich.

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«Unterdrückung», «Zwang», «Diskriminierung der Frau»: Diese und ähnliche Ausdrücke fallen oft, wenn in der Schweiz über muslimische Kopfbedeckungen diskutiert wird. Nun aber macht eine Bewegung junger Musliminnen mobil, die ihre Hijabs stolz und sexy zur Schau stellt. Hijabistas nennen sie sich in Anlehnung an die Fashionistas – sehr modebewusste Frauen.

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Die 21-jährige Bloggerin Indah Nada Puspita aus Hannover ist laut Welt.de die zurzeit bekannteste Vertreterin der Hijabistas. Fast täglich präsentiert die gebürtige Indonesierin auf Instagram Fotos von sich in den neusten Outfits. Puspita trägt Kopftücher in allen Farben, immer wieder anders drapiert, dazu enge Jeans, Jupes, knallbunte Turnschuhe oder Stilettos. Für die religiös-trendigen Kombinationen erntet die Hijabista viele positive Kommentare. «Du bist einer meiner grössten Inspirationen. Deine Fotos versüssen mir jeden Tag», schreibt eine Followerin. Andere offenbaren sich als echte Fans oder bezeichnen die Looks schlicht als «sexy».

Hijab mit Spitzen

Der Trend, der in Grossbritannien und den Niederlanden entstanden sein soll, ist mittlerweile in die Schweiz übergeschwappt. Immer mehr islamische Kleiderläden haben sich auf trendige Mode spezialisiert – und sprechen so Hijabistas an. Ilahije Asani führt in Bern die Boutique Hijab Asani. Ihr Sortiment bietet neben traditionellen Kleidern auch moderne islamische Produkte. «Die junge Generation will sich mit dem traditionellen Hijab zu ihrer Religion bekennen und trotzdem modern aussehen», stellt Asani fest.

Im Angebot hat Asani Chiffon-Kopftücher und Tuniken in allen Farben. «Sehr beliebt sind die Kopftücher, die zu einer Hälfte blau und zur anderen pink sind», sagt Asani. Den Kunden zeige sie auch kreative Bindetechniken für verschiedene Looks. Die Boutiquebesitzerin entwirft auch selbst: «Ich plane einen mit Pailletten besetzten Chiffon-Hijab und einen Hijab mit Spitzen.»

Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, verfolgt den Trend kritisch. «Diese Mode verharmlost das Kopftuch, das vor allem Islamisten den Frauen aufzwingen wollen, obwohl dieses Gebot im Koran nicht existiert», sagt sie. Ihrer Ansicht nach tragen die Hijabistas nichts zur kritischen Debatte über «das oft traurige Frauenbild» der muslimischen Männer bei. «Eine solche Show verstärkt lediglich das Trugbild der unterwürfigen Frau und der Heiligen, wie sie muslimische Männer sich wünschen», kritisiert Keller-Messahli.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 01.07.2015 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Am Ziel vorbei

    Hijab sind eigentlich da um Frauen unsexy zu machen. Das ist der religiöse Sinn dahinter. Wenn man sexy sein will, kann man es auch lassen und keins tragen.

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  • P.Eter am 01.07.2015 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koran

    Im Koran steht geschrieben, man solle seine weiblichen Reize verdecken. Darum Tragen viele muslimische Frauen ein Kopftuch oder teilweise sogar eine Burka. Ich finde es jedoch paradox, wenn jemand seine Haare bedeckt und gleichzeitig sich stark schminkt. Entweder hält man sich komplett an den Koran oder gar nicht, aber man sollte nicht nur aus Prinzip ein Kopftuch tragen. Insbesondere in einem fremden Land, wenn man es im eigenen Land nicht tragen würde.

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  • mb am 01.07.2015 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dislike

    gefällt mir optisch einfach nicht, egal wie und zu was es getragen wird!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Spahni am 02.07.2015 00:03 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch egal, wie dieser

    'Kopfschmuck' genannt wird. Kopftuch ist Kopftuch!

    • Alfred Eisler am 02.07.2015 09:00 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Und solche Kopftücher trugen früher sehr viele Frauen, vor allem in der Landwirtschaft.

    • Taifunny am 02.07.2015 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Früher

      @Alfred Eisler: Wegen dem Schmutz und Staub oder Schweiss - und nicht weil irgendwelche Männer sie angeguckt hätten...

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  • S1234 am 01.07.2015 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Europa

    Ich hoffte, hier geht es um die muslimische Welt, dass dort ein Wandel vor sich geht. Aber ein paar Musliminnen in Europa? Völlig irrelevant. Wobei es auch in manchen arabischen Ländern gewisse Trends gibt.

  • Taifunny am 01.07.2015 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verhüllung?

    Ich dachte das Verhüllen hat den Zweck, dass andere Männer diese Frauen nicht anschauen. Aber wer sich so sexy kleidet, wird angeschaut. Da nutzt das Kopftuch gar nichts. Ich weiss nicht, was die junge Dame jetzt damit eigentlich aussagen will...

  • Nervi am 01.07.2015 22:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht erfunden

    Sieht super gut aus und steht den Frauen sehr gut. Ist aber ein alter Zopf und wurde auch nicht in Europa erfunden. Selbst gesehen vor 10 Jahren in Jakarta Indonesien.

  • Grey am 01.07.2015 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissen und Glaube

    Wenn diese Frauen mehr wissen wollen würden, anstatt nur blind zu glauben, würden sie keine Kopftücher tragen. Das ist Fakt! Ich habe aufgehört zu glauben als ich anfing zu wissen.