24. Mai 2007 12:11; Akt: 24.05.2007 23:50 Print

Hintergrund: Antisemitische Übergriffe in der Schweiz

Bestätigt sich der kriminelle Hintergrund, handelt es sich beim Brand der Genfer Synagoge um eines der schlimmsten Ereignisse mit antisemitischem Hintergrund.

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Während es regelmässig zu Schmierereien an jüdischen Einrichtungen kommt, sind gewalttätige Übergriffe auf Juden oder jüdische Einrichtungen in der Schweiz nicht sehr zahlreich. Eine Chronologie über die in den letzten zehn Jahren registrierten Gewalt-Vorfälle.

September 2006 - Eine Gruppe Jugendlicher greift zwei jüdische Kinder tätlich an. Unter anderem Werfen sie eine Flasche gegen die beiden Kinder, wovon eines an seiner Kipa als Jude erkennbar ist.


März 2006 - An der Synagoge Lausanne werden zahlreiche Scheiben eingeschlagen.

Mai 2005 - In La Tour-de-Peilz VD wird der jüdische Friedhof von Vevey/Montreux geschändet. Über ein Dutzend Grabsteine wurden umgestossen und zerstört.

März 2005 - In Lugano verübt ein 58-jähriger Italiener Brandanschläge auf die Synagoge und ein in der Nähe gelegenes jüdisches Kleidergeschäft. Der psychisch kranke Mann wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Antisemitische Motive streitet der Mann ab. Der Prozess fördert aber auch zu tage, dass der Buschauffeur der städtischen Verkehrsbetriebe sich einmal geweigert hatte orthodoxe Juden zu transportieren.

Februar 2004 - Unbekannte dringen in den Kindergarten Gan Chlomo und die Vereinsräume von Maccabi Genf ein. Sie beschädigen die Einrichtungen und hinterlassen antisemitische Schmierereien.

Februar und April 2003 - Unbekannte schlagen mehrere Scheiben der Synagoge Lausanne ein, versprayen die Aussenwände mit Hakenkreuzen. Der Präsident der jüdischen Gemeinde Pierre Ezri berichtet auch von tätlichen Angriffen auf zwei Kipa-tragende Personen.

Juni 2001 - In Zürich wird der Rabbiner Abraham Grünbaum auf offener Strasse erschossen. Der Mord an dem 70-jährigen Israeli ist bis heute nicht geklärt. Der Leiter einer Talmud-Schule war an seienr Kleidung als orthodoxer Jude erkennbar.

Oktober 1997 - Unbekannte in Vezia TI werfen einen Molotow- Cocktail gegen die Mauer einer Liegenschaft, in der auch der Sekretär der jüdischen Gemeinde wohnt.

90er-Jahre - Auf den jüdischen Friedhöfen von Zürich, Bern und St. Gallen kommt es mehrfach zu Grabschändungen.

Quelle: SDA-Archiv, Chronologien der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) 2002-2006

(sda)