Überschwemmung

25. Juli 2014 16:41; Akt: 25.07.2014 16:41 Print

Hobby-Biker radeln durch Katastrophengebiet

von Roland Schäfli - Die Strassen gesäumt von Geröll, die Keller voll Schlamm, die Bewohner geschockt. Doch die grösste Sorge der Einsatzleitung ist nicht die Emme. Es sind die Biker und Wanderer.

Die Bewohner von Bumbach wurden unterschiedlich hart getroffen. Der Hof der Famiie Graf war schon vor zwei Jahren betroffen. (Video: Roland Schäfli/Lorenz von Meiss)
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Es sei schon ein bisschen «verrückt», schüttelt die Serviertochter der «Alpenrose» den Kopf: Heute morgen kehrten Hobby-Biker bei ihr ein, als hätte das Dorf nicht eben seine grösste Naturkatastrophe erlebt. Und ein Feuerwehrmann, der mit dem Beseitigen von Geröll beschäftigt ist, ruft einem rucksackbepackten Wanderer hinterher: «Exgüse, wohin wollen Sie?»

Es ist tatsächlich so: Grösste Sorge der Einsatzleitung im Gebiet Bumbach sind momentan nicht die Auswirkungen des verheerenden Unwetters, sondern die Freizeitsportler, die am Tag nach dem Hochwasser die gesperrte Strasse mit Bikes befahren und bewandern. «Das ist wirklich gefährlich, das ganze Gelände ist unterspült», warnt Alfred Wegmüller, Einsatzleiter des Führungsstabs. «Und wir wissen überhaupt noch nicht, wie es an den Hängen aussieht.» Die Landschaft ist gezeichnet vom Hochwasser, gewaltige Baustämme liegen verkeilt übereinander, Schutt türmt sich sich zu Hügeln auf. Und dazwischen: Biker. Immerhin mit Velohelm geschützt. Als «einfach unverantwortlich» bezeichnet Wegmüller die Freizeitsportler.

Kommt hinzu, dass der Krisenstab sorgenvoll die Wetterberichte beobachtet. Denn für Bumbach ist die Situation allenfalls noch nicht ausgestanden, da sich erneut starke Regenfälle ankündigen. Und dann könnte die Emme «nochmals kommen».