Hand-Fuss-Mund-Krankheit

10. Dezember 2013 20:26; Akt: 11.12.2013 16:14 Print

Hoch ansteckendes Virus grassiert unter Kindern

Die Zahl der Kinder, die an der Hand-Fuss-Mund-Krankheit leiden, steigt im Kanton Baselland rasant. In Südostasien forderte das Virus sogar Tote.

storybild

Die Hand-Fuss-Mund-Krankheit ist hoch ansteckend. (Bild: MidgleyDJ)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Weil im Baselbiet eine hoch ansteckende Kinderkrankheit ausgebrochen ist, müssen immer mehr Kinder wegen des hohen Infektionsrisikos Kindertagesstätten fernbleiben. Die weit verbreitete Virenerkrankung namens Hand-Fuss-Mund-Krankheit, von der meist unter Zehnjährige betroffen sind, ist laut Basler Zeitung seit August 2013 in epidemieartigen Wellen ausgebrochen. In Teilen Asiens sei es seit 2010 zu über 150 Todesfällen gekommen.

Die weit verbreitete Virenerkrankung, die zu ähnlichen Symptomen wie bei der Maul-und-Klauen-Seuche führt, hat verschiedene Erreger. Vorwiegend wird sie durch Enteroviren verursacht. In der Schweiz verläuft die Krankheit zwar in den meisten Fällen harmlos, im westpazifischen Raum, unter anderem in Vietnam, hatte die Krankheit aber schon schwerwiegendere Folgen: Im Jahr 2011 wurden dort mehr als 110'000 Menschen infiziert, 166 von ihnen starben an der Hand-Fuss-Mund-Krankheit. Fast alle Opfer waren Kinder unter sechs Jahren. Diese gelten als besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht ganz ausgebildet ist.

«Verbreitungsgebiet ist viel grösser»

Wie viele Kinder in der Schweiz bisher an HFM erkrankt sind, kann nicht festgestellt werden, da es sich laut Bundesamt für Gesundheit um keine meldepflichtige Krankheit handelt. Die Kantone müssen dem BAG die Krankheitsfälle daher nicht bekannt geben. Dominik Schorr, Kantonsarzt Baselland, weiss aber von mehreren Dutzend Fällen. Vier Kindertagesstätten haben sich direkt bei ihm gemeldet. «Es dürften aber viel mehr Kinder betroffen sein.»

Nach seinem Wissensstand sei die Krankheit auch in anderen Kantonen aufgetreten, mindestens in Solothurn und Basel-Stadt. «Ich gehe davon aus, dass das Verbreitungsgebiet noch viel grösser ist», so Schorr. Im Kanton Basel-Stadt wurden gemäss Kantonsarzt Thomas Steffen Fälle von HFM gemeldet: «Wir hatten drei Meldungen in sechs Monaten. Zudem wurde unser Merkblatt auf dem Internet in den letzten Monaten viel häufiger heruntergeladen.»

Krankheit ist hoch ansteckend

Auch im Kinderspital Zürich werden Kinder mit der Hand-Fuss-Mund-Krankheit gesehen: «Betroffen sind meist Babys mit hohem Fieber, das schliesslich auf eine solche Infektion zurückzuführen ist», sagt Christoph Berger,
Co-Leiter der Abteilung Infektiologie und Spitalhygiene der Universitäts-Kinderkliniken Zürich. Jedoch sei es noch nie zu einem Todesfall infolge dieses Virus gekommen, da die Virentypen verschieden sind und es sich in der Schweiz um ein weniger aggressives Virus handelt als in Vietnam.

Eine Übertragung der Erreger der Hand-Fuss-Mund-Krankheit erfolgt von Mensch zu Mensch und kann gemäss Merkblatt des Kinder- und Jugendgesundheitsdiensts Basel-Stadt durch Speichel oder Wundsekret weitergegeben werden. Es ist auch eine «fäkal-orale» Ansteckung möglich, also anhand einer Infektion durch Stuhl von erkrankten Personen. Dabei kann das Virus durch unzureichende Händehygiene nach einem Toilettenbesuch über den Mund aufgenommen werden.

Händewaschen bietet einzigen Schutz

Die ersten Symptome sind Fieber, Übelkeit, Angeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach bilden sich im Mund Bläschen und Geschwüre. Auch an den Handinnenflächen und Fusssohlen bildet sich Ausschlag. Normalerweise klingen die Symptome nach einer Woche wieder ab. Lebensgefahr besteht aber, wenn Lungenblutungen oder eine Hirnhautentzündung auftreten. Die häufigste Todesursache ist ein Lungenödem, bei dem das Austreten von Blut die Aufnahme von Sauerstoff verhindert.

Gegen das Virus gibt es keine Impfung. Den einzigen Schutz bieten Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und die Vermeidung von Kontakt mit Erkrankten.

(blu)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.75 am 10.12.2013 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eltern sollten ein Vorbild sein !

    Das wundert mich nicht.Wen in öffentlichen WCs,die Mutter mit dem Kind,(ohne Händewaschen),nach dem toilettengang rausgehen.Das ist leider keine seltenheit,die Eltern sind die Vorbilder.Wenns die Eltern nicht machen,lernen es die Kinder auch nicht.

    einklappen einklappen
  • Reseph am 11.12.2013 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp den Rückschritt

    Kaum ein paar Monate alt, werden Kinder täglich in Krippen gepfercht= Rückschritt in den Sozialismus. Impfen ist nicht mehr "in"=Rückschritt ins letzte Jahrtausend. Aus allen Ländern kommen ungeimpfte Kinder in die Schweiz=in der Schweiz ausgerottete Krankheiten werden eingeführt. Übertriebe Hygiene=Allergien unter Kinder nehmen rasant zu. Wohin treibt uns dieser Blödsinn noch?

    einklappen einklappen
  • Michelle am 10.12.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann jeden treffen

    Kenne diese Krankheit, man kann sicherlich nicht sagen, dass dies nur durch hygiene verhindert werden kann... durch speichel zb, ich stelle mir eine kindergruppe vor im alter von 3 mt bis 4 jahre... die kleisten nehmen alles in den mund und die grossen fassen es an, schon passiert.. bitte stoppt ein bisschen den überbehütenden hygienewahn! Hygiene ist wichtig ja, aber man kann es auch masslos übertreiben! aber nur zu, folgt dem rat der ärzte und spezialisten & packt das kind in eine sterile umgebung, dann haben sie ganz andere probleme als "nur" hand mund fuss!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Richard/Jones am 11.12.2013 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Wow, 3 Fälle in 6 Monaten - das ist ja fast schlimmer als eine Grippe! Und: «Betroffen sind meist Babys mit hohem Fieber». Glücklich ist, wer kein Fieber hat, den kann es nämlich nicht treffen.

    • Dong Lo am 11.12.2013 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Fieber ist gut

      tja ... das war wohl etwas unschön ausgedrückt. Aber de facto ist wirklich glücklich, wer hohes Fieber entwickelt, welches Teil des sich wehrenden Immunsystems ist. Wer Fieber unter 40° unterdrückt, hat die Wirkungsweise dieses Teils des Immunsystems nicht begriffen.

    • john smith am 11.12.2013 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      wohl kaum

      @dong lo, also da ich äusserts selten mal 39grad erreiche soll ich da dann keine Medikamente nehmen? gehts noch?! nicht jeder körper reagiert so extrem dass er 40 grad erreicht!

    einklappen einklappen
  • MPA mit Erfahrung am 11.12.2013 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Praxis Erfahrung

    Kinder/Jugendkrankheiten machen vor Erwachsenen keinen Halt. Zeigt sich immer wieder. Bei uns in der Praxis gab es Fälle von älteren Personen die alle Gattungen von Kinderkrankheiten hatten. Vom Epstein Barr Virus, Mumps, Masern, Röteln usw. Kinderkrankheiten durchleben Erwachsene schlimmer.

  • Martin am 11.12.2013 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Hört doch endlich auf mit dieser Panikmache. Schon bei Schweine- und Vogelgrippe habt ihr das gleiche Theater gemacht...

  • Lorena am 11.12.2013 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Honig...

    unsere kleine (1) hatte das auch. und da sie durch die blasen im mund nicht mehr essen wollte empfahl mir der arzt den nuggi in honig zu tunken und ihn ihr zu geben. zum einen bekam sie so durch den zucker energie und zum anderen enthält honig stoffe die sowohl bakterien wie auch viren bekämpfen. wie? keine ahnung aber es hat geholfen!

    • Joao am 11.12.2013 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      gut gemacht

      richtig gemacht, Lorena. Auch wenn behauptet wird, Honig sei gefährlich für Kids, weil es Rohkost ist: Humbug! Es geht darum, dass man mit Medis mehr verdienen kann, als wenn jemand Honig nimmt.

    einklappen einklappen
  • Nina am 11.12.2013 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Passt doch bitte diesen Titel an. HFM ist hierzulande absolut harmlos. Obermühsam und hochansteckend aber harmlos. Informiert euch doch bitte, bevor ihr solche Artikel verfasst! Auch mein Sohn machte dir Krankheit vor kurzem durch. Kt. ZH