Unwetter

28. Juli 2014 23:53; Akt: 29.07.2014 12:02 Print

Hochwasser stürzt Schweiz in ein Chaos

Die Fluten rissen alles mit, was nicht befestigt war. Das Unwetter sorgte vor allem in Luzern, im Rheintal und im Emmental für grosse Schäden.

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Blick über den Genfersee von Lausanne aus, am Morgen des 31. Juli. «Wegen des andauernden Regens haben wir 20 cm Wasser im Garten», schreibt Leser-Reporter A. Meyer aus Erzenholz bei Frauenfeld TG. Für die Nacht auf den 31. Juli haben Meteorologen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter vorausgesagt. «Nicht nur die Menschen leiden unter den aktuelle Wetterkapriolen», erinnert uns Leser-Reporter Pascal Rupp. Er hat beobachtet, wie sich eine Maus bei Erlen TG an Land gerettet hat. Wegen der starken Regenfälle wurden erhebliche Mengen Schwemmholz in Schweizer Seen gespült. Auf dem Brienzersee wird das Treibgut mit Schwemmholzsperren gebunden. Schiffsführer werden aufgefordert, erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Die Hochwasser führende Aare im in der Matte nach erneuten heftigen Regenfällen am Dienstag, 29. Juli 2014. Am Nachmittag des 29. Juli zogen gleich mehrere Funnel über Schweizer Seen. Funnel sind Vorstufen von Wasserhosen, ... ... die aber die Wasseroberfläche nicht berühren. Laut Meteonews sind diese Trichterwolken ungefährlich. Am Morgen nach dem Unwetter werden im Rheintal die Schäden begutachtet. Mit vereinten Kräften wird der Schlamm aufgetürmt ... ... und abtransportiert. Das Ausmass der Schäden wird erst in ein paar Tagen klar sein. In Berneck SG helfen alle bei den Aufräumarbeiten mit. Auch in Bumbach im Kanton Bern gibt es nach einem Hangrutsch viel zu tun. In Altstätten SG steht ein Restaurant unter Wasser. Blick aus der Vogelperspektive auf Altstätten SG am Dienstagmorgen, 29. Juli. Wassermassen wälzen sich durch die Stadt. Die Aufräumarbeiten sind im vollen Gang. Land unter in Altstätten: Sogar Autos werden mitgerissen, wie Videos von 20 Minuten-Leser-Reportern zeigen. Flut in Altstätten SG. Ein Leser-Reporter hofft nur noch auf ein Ende. In Altstätten steht die Ringgasse unter Wasser... Wie auch der Bahnhof. Wo die Fluten wieder nachlassen, zeigt sich ein Bild der Zerstörung. Galterenbach im Kanton Fribourg: Wasser über statt unter der Brücke. In Luthern ist eine Strasse zerstört worden. In Sempach stand der TCS-Campingplatz teilweise unter Wasser. Die meisten Camper nahmens laut TCS mit Humor. «Heute schwimmen wir im Zelt und nicht im See», scherzen die Campingbewohner. Auch in Agno ist der Zeltplatz überflutet. Die Ilfis in Emmental wird zum reissenden Fluss. «Fussballplatz oder Schwimmbad?», fragt ein Leser aus Menznau. Im Appenzellerland hagelt es: Ein Bild aus Gais. Auch in Hütten ZH kam es am Montagabend zu Überschwemmungen. Aus Schüpfheim LU erreichen uns ebenfalls dramatische Bilder. Im Kanton Luzern sind innert weniger Stunden um die hundert Schadensmeldungen eingegangen. Die Feuerwehr steht im Dauereinsatz. In Muttenz steht ein Keller unter Wasser. Auch in Wallisellen ZH beginnt es nach dem Feierabend mit dem Regen. Der Bahnverkehr ist durch das Unwetter im Emmental gestört. Das Emmental steht wieder unter Wasser. In Zäziwil sind Strassen überflutet. Der Kreisel gleicht einem Bach. Auch in Wolhusen LU fahren die Autos durchs Wasser. «In Mirchel/Oberhünigen verwandelten sich die Strasse innert kürzester Zeit in einen Bach und die Weiden in einen See», schreibt ein Leser. In Luthern LU braucht es ebenfalls Wasserfahrzeuge. Das Wasser bahnt sich seinen Weg ... ... auch durch das Dorf. In Biel Benken BL sind dunkle Wolken und Blitze zu sehen. In Luthern stehen Gärten unter Wasser. In Allschwil BL hat der Hagel einen Pavillon zerfetzt. Auch im Tessin in Agno sieht es düster aus. Die Gewitterfront hat Basel erreicht. In Basel gab es am Nachmittag viel Regen und Hagel. Einige Strassen waren schnell unter Wasser. Dunkle Wolken über Seftigen BE. Am Montagnachmittag fielen in Flüh SO riesige Hagelkörner. Auch in Muttenz fiel eine Menge Hagel. Weisse Körner gab es auch in Laufental BL. Warnstufe Rot für die westlichen Vor- und Hochalpen sowie fürs Berner Oberland auf dem Wetterportal Meteonews.

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Neue Gewitter haben am Montag erneut Schäden an Häusern und Verkehrswegen angerichtet. Sie waren Vorboten des intensiven Regens, der in der Schweiz erwartet wurde. Der Bund dehnte die Hochwasserwarnung auf den Jura und das Tessin aus.

Über dem Kanton Luzern entluden sich am Nachmittag heftige Unwetter. Die Polizei registrierte weit mehr als 100 Schadenmeldungen, wie es in einer kurz nach 19 Uhr verschickten Mitteilung der Staatsanwaltschaft hiess. Betroffen waren vor allem das Entlebuch und Gebiete im Luzerner Hinterland.

Keller und Gebäude voll Wasser

Der Schaden sei massiv, hiess es in der Mitteilung. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Bäche traten über die Ufer, Keller und Dutzende Gebäude füllten sich mit Wasser. Strassen standen am Abend unter Wasser oder waren von Geschiebe oder Hangrutschungen blockiert. Auf verschiedenen Bahnstrecken, etwa der Verbindung Luzern–Olten SO, kam es zu Störungen und Unterbrüchen.

Im Kanton Bern gingen rund 90 Schadenmeldungen ein. Betroffen war fast ausschliesslich die Region Mittelland-Emmental-Oberaargau, wie die Kantonspolizei am Abend mitteilte. An vielen Orten mussten die Feuerwehren ausrücken.

Probleme für Bahn- und Strassenverkehr

Bäche traten über die Ufer, und Wasser drang in Häuser ein. Solche Wassereinbrüche gab es vor allem in der Region Kiesental, rund um den Belpberg und im Gebiet Sumiswald/Trub. Örtlich blieb Wasser auf den Strassen liegen und behinderte den Verkehr. Verschiedene Strassen- und Bahnverbindungen waren vorübergehend unterbrochen. 20 Minuten-Leservideos zeigen, wie sogar Autos weggeschwemmt wurden.

Im den am Donnerstag von einem Unwetter verwüsteten Ortschaften Schangnau und Bumbach sei alles unter Kontrolle, sagte der Informationschef des Führungsstabes Emmental, Georges Wüthrich, am Montagabend auf Anfrage.

Am Abend traf es auch die Ostschweiz

Am Abend erreichten die ersten Gewitter die Ostschweiz und störten auch dort den Bahnverkehr. Die Strecke Gais AR–Altstätten SG war vorübergehend nur beschränkt befahrbar, und wegen Hochwassers konnten auch zwischen Urnäsch AR und Appenzell vorübergehend keine Züge mehr verkehren.

Auch in Altstätten SG traten die Bäche über die Ufer. Das Zentrum sei überflutet, sagte ein Sprecher der St. Galler Kantonspolizei auf Anfrage. Auf einem Leservideo auf 20min.ch, das offenbar am Abend in Altstätten gedreht wurde, war zu sehen, wie Autos von den Wassermassen herumgeschoben wurden.

Allein in der Region Altstätten/Kriessern habe die Feuerwehr rund 90 Mal ausrücken müssen, sagte der Polizeisprecher. Sie müssten überflutete Keller auspumpen und Bäche und Strassen freiräumen.

Matte informierte via SMS

In der Region Basel mussten Feuerwehrleute schon am Nachmittag nach kräftigen Gewittern einige wenige Einsätze leisten, im «üblichen Rahmen», wie es bei den Polizeien von Basel-Stadt und Basel-Landschaft auf Anfrage hiess.

Andernorts bereiteten sich die Behörden auf Hochwasser vor: Im Stadtberner Mattequartier zum Beispiel wurden am Nachmittag erneut erste vorsorgliche Hochwasserschutzmassnahmen eingerichtet und die Menschen per SMS vor der ansteigenden Aare gewarnt.

Im Kanton Zürich warnte die Polizei am Montag davor, sich im und am Wasser aufzuhalten. Schon am Sonntag waren vorsorglich mehrere Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Sihl- und dem Zürichsee abgelassen worden. Damit sollten diese Gewässer etwas mehr Regen aufnehmen können.

Vorbereitungen in Kantonen Aargau und Solothurn

In den Kantonen Aargau und Solothurn bereiteten sich die kantonalen Führungsstäbe am Montag auf eine mögliche Hochwassersituation entlang der Flüsse vor. In beiden Kantonen wird die Lage aber bislang als noch nicht kritisch betrachtet.

Der Bund dehnte seine Hochwasserwarnung auf das Tessin und den Jura aus. Nach Angaben des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) dürften bis Dienstagmittag in vielen Gebieten am Alpennordhang, im Jura, im Wallis, in der Gotthardregion und in einigen Gebieten des Tessins 50 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniela am 29.07.2014 01:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solidarität

    Wir Schweizer sollten solidarisch zu uunseren betroffenen Mitbürgern am Freitag kein Feuerwehrk kaufen und zünden, das Geld besser in Aufräumarbeiten investieren! Bitte helft mit!

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  • Häspi am 29.07.2014 05:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ein grosses Danke, an alle Rettungskräfte. Und viel Mut den Betrofenen.

  • Ernst F. am 29.07.2014 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    im Ausland betteln?

    und nun können wir auch im Ausland betteln? Uns gibt sicherlich niemand was.!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Liechti am 29.07.2014 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die nackte Wahrheit ..?!

    Ich hoffe für alle Betroffenen, dass es mit den Schäden und Versicherungen gut ausläuft. Trotzdem würde ich im Nachhinein seitens der offiziellen Stellen gerne hören, warum da soviele Bäche und Flüsse wegen 2-3 Regentagen volllaufen ? Kann es nicht auch sein, dass man in den letzten 15 Jahren die Forstwirtschaft massiv übertrieben hat und zuviel abgeholzt wurde ....!! Im Vergleich zu 1990 gibt es überall nur noch "lichte Wälder " die weder gegen Sturmwinde noch grosse Regengüsse wirksam sind !?!

  • audi am 29.07.2014 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    allne betroffene viel kraft! jedere Organisation sei es militär,Zivilschutz,Feuerwehr und freiwillige Helfer ein grosses Lob und danke. das ist Solidarität. nur schade das es immer ein Ereignis passieren muss,damit man sich dran erinnert!

  • Dominik,29,07,14 am 29.07.2014 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Helfet Einander,,,,,

    Nicht Herumsitzen und solche Kommentare Schreiben Nein, geht und Helft in Betroffenen gebieten, bringt, Kleider, Möbel, Decken, Warme Suppen, macht was , wir brauchen doch nicht die Verblödeten Bundesräte, Zeigt was Ihr Eidgenossen könnt, Das letzte was Maurer Bittet, ist halt Sommerferien.

  • Enkel am 29.07.2014 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Nörgler

    Hilft lieber statt zu Mäckern. Mein Opa ist selbst von den Überschwemmungen betroffen. Als ich gestern kurz mit ihm Skypen konnte, tätschelte er sich auf den Bauch und sagte mit einem lächeln: Der Arzt wollte ja nie glauben wofür ich einen Schwimmgurt brauche, nun weiss er es.

  • Chuck am 29.07.2014 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Nörgler

    Im Moment ist der falsche Zeitpunkt zum Nörgeln. Schaut besser wie ihr den betroffenen helfen könnt. Sobald alles wieder aufgeräumt und i.O. ist kann ein Fazit gezogen werden. In erster Linie zählt nun retten was noch zu retten ist und den Betroffen beizustehen.