Schwere Vorwürfe

15. Juli 2014 17:29; Akt: 16.09.2014 15:52 Print

Höchster Jenischer nimmt eigenen Dachverband aus

Die Vorwürfe gegen den Präsidenten der Dachorganisation der Schweizer Jenischen, Daniel Huber, sind happig. Er soll sich hohe Beträge auf sein eigenes Konto überwiesen haben.

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Blick auf den Durchgangsplatz für Fahrende in Allmendingen bei Thun. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Die Dachorganisation der Schweizer Jenischen, die Radgenossenschaft der Landstrasse, steht offenbar vor dem Aus. Ab August reicht das Geld für Löhne, den Betrieb des Büros und den Unterhalt des Dokumentationszentrums nicht mehr, wie der «Beobachter» gestützt auf interne Dokumente schreibt.

Für die schiefe Finanzlage ist gemäss dem Bericht der Präsident Daniel Huber verantwortlich. Er soll sich ungewöhnlich hohe Beträge selbst ausgezahlt haben. So soll er sich in einem halben Jahr 100'000 Franken auf sein Konto überwiesen haben. Damit stürzt er die Radgenossenschaft in die Handlungsunfähigkeit – die Dachorganisation lebt hauptsächlich von 250'000 Franken Bundessubventionen.

Geschäftsführerin per WhatsApp-Nachricht freigestellt

Die Vorwürfe gehen noch weiter: Angeblich macht Huber interne Kritiker mundtot. Vergangene Woche stellte er die Geschäftsführerin per sofort frei – mittels WhatsApp-Nachricht. Der «Beobachter» kennt offenbar den Grund: Die Geschäftsführerin hat die Leitung der Radgenossenschaft über die Finanzlage informiert.

«Die Radgenossenschaft hat den Interessen des jenischen Volks zu dienen und nicht den privaten Bedürfnissen ihres Präsidenten», sagt Verwaltungsrat Jean François Gerzner zum Konsumenten-Magazin. Er fordere den Rücktritt von Huber und eine Klärung des Falls. Damit dürfte Gerzner wohl chancenlos bleiben: Die meisten Verwaltungsräte sind mit Huber verwandt oder verschwägert.

Huber streitet alles ab

Gemäss Daniel Huber ist die Radgenossenschaft weiterhin handlungsfähig. «Gewisse Leute wollen mich mit Dreck bewerfen», sagt er. Und: «Wenn wir Schwierigkeiten haben, dann lösen wir das unter uns.»

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bürger am 15.07.2014 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unter einer Bedingung

    «Wenn wir Schwierigkeiten haben, dann lösen wir das unter uns.» -- Solange es EUER Geld ist und kein STEUERgeld, habe ich damit keine Probleme.

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  • Andy am 15.07.2014 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    250'000.- Bundessubventionen

    was muss ich tun, um auch in den Genuss von Bundessubventionen zu kommen? Ich habe auch einen Camper und hätte kein Problem meinen festen Wohnsitz zu kündigen solange ich die Bundessubventionen bekomme

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  • Argus am 15.07.2014 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsweg beschreiten

    Strafanzeige einreichen, so einfach ist das! Die Angelegenheit wirft zudem ein sehr schlechtes Licht auf die Jenischen. Vorurteile in der Bevölkerung Werden nur wieder bestätigt. Schade!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Iwan Flury am 16.07.2014 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Aufkommen

    Dieser Dachverband klagt auf hohem Niveau. Sollen mal diese in die Taschen greifen, die der Dachverband vertritt. Wieso müssen immer die anderen Zahlen?

  • Walter am 15.07.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Deckt die Karten auf

    Ich selber kenne Jenische und habe selber schon Kontakt mit Huber gehabt. Ein anderer Alteisenhändler hat bei mir Altmetall abgeholt und nie bezahlt. Ich weiss in der Schweiz darf man nichts über Jenische sagen, aber schaut doch mal wie viel von denen Straffällig sind! Ihr werdet erschrecken! Aber darüber wird ja nie was geschrieben.

  • JoeSat am 15.07.2014 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht

    Warum sollte es bei denen anders sein als bei allen anderen die von viel Geld umgeben sind.

  • charly am 15.07.2014 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues, nur Öffentlicher

    Wurde vor längerer Zeit im Beobachter angesprochen, dass bei diesem Verein nicht alles sauber läuft. Hauptsache die Politiker geben diesen Vereinen noch mehr Steuergelder.

  • U. Leibundgut am 15.07.2014 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Radgenossenschaft vs. Jenische

    Schaade das in Ihrem Bericht nirgens steht, dass sich die Fahrenden, die z.B. in Bern demonstriert haben, sich schon damals von der Radgenossenschaft distanziert haben und sich schon lange nicht mehr von dieser vertreten fühlen. Jetzt sehen Sie wiso.