Hoffnungsbarometer

03. Januar 2019 05:44; Akt: 03.01.2019 05:44 Print

Profitieren Grüne und GLP vom Hitzesommer?

von P. Michel - Der heisse Sommer könnte auch politische Folgen haben: Die Zufriedenheit mit dem Klimaschutz ist auf einem Tiefststand. Das zeigt das neue Hoffnungsbarometer.

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Feuerverbote im Wald, Wassermangel bei den Bauern und Fische, die in den warmen Bächen verendeten: Der Hitzesommer hielt von Juni bis August die Schweiz in Atem. Laut Meteonews war es zwei bis drei Grad zu warm, und die überdurchschnittlichen Temperaturen sowie die Dürre hielten an: Der November war der wärmste seit Messbeginn.

Das schlägt sich nun auch im neuen Hoffnungsbarometer der Zukunftsforscher von Swissfuture nieder. Während die Zufriedenheit mit den Bereichen privates Leben, Politik, Wirtschaft und Soziales konstant bleibt, sind 60 Prozent der Befragten mit Umwelt und Klima unzufrieden – ein neuer Tiefststand.

Frauen sind besorgter als Männer

«Die Folgen des Hitzesommers konnte jeder selbst durch Sonnenbrand oder Wasserknappheit oder am eigenen Leib erfahren, während man von der Gletscherschmelze oft nur in der Zeitung liest», erklärt Studienautor Andreas Krafft das verstärkte Problembewusstsein im Bereich Umwelt und Klima.

Ein Unterschied gibt es zwischen den Geschlechtern: Frauen sind besorgter als Männer. Auch in der Westschweiz ist das Problembewusstsein höher. Das Barometer zeigt weiter, dass den Schweizern der Schutz der Umwelt zwar wichtig ist. 32,9 Prozent finden es sehr wichtig, sich um die Umwelt zu kümmern. Aber nur 11,8 Prozent sagen, es sei ihnen ein starkes Anliegen, an konkreten Naturschutzaktivitäten wie Demonstrationen teilzunehmen.

Werden die ökologischen Kräfte gestärkt?

Für den Zukunftsforscher ist klar: Die Grünen und Grünliberalen können vom erhöhten Bewusstsein der Bevölkerung für Klima und Umwelt profitieren. Auch Regula Rytz, Präsidentin der Grünen, hofft auf eine Stärkung der ökologischen Kräfte. Sie hat 2019 zur Klimawahl deklariert. «Nur mit mehr Grünen im Parlament halten wir die FDP davon ab, den Klimaschutz im Inland zu boykottieren.» Damit spricht sie die Totalrevision des CO2-Gesetzes an, das im Nationalrat abstürzte, da FDP und SVP nur Einsparungen im Ausland durchbringen wollten.

Zur «Klimawahl» haben die Grünen auch gleich eine Resolution erarbeitet: Ausstieg aus den fossilen Energien bis 2050, ein klimaneutraler Finanzplatz sowie die Besteuerung von Vielfliegern. Zumindest das erste Ziel stösst laut dem neuen Univox-Bericht von GFS-Zürich auf Zuspruch: 58 Prozent der Befragten finden, die Schweiz müsse spätestens in 20 Jahren auf fossile Brennstoffe verzichten.

«Im Gegensatz zum Parlament sieht die Bevölkerung deutlich, dass es beim Klimaschutz endlich Massnahmen braucht», sagt auch GLP-Fraktionspräsidentin Tiana Angelina Moser. Das Hoffnungsbarometer bestätige, dass die ökologischen Kräfte im Parlament untervertreten seien, sagt Moser. «Es braucht eine Korrektur. Und dies geht nur im Zusammenspiel mit der Wirtschaft. Parolen ohne Realitätsbezug bringen nichts.»

Verpufft der Hitzesommer-Effekt bald wieder?

Die Grün-Parteien starteten sicherlich aus einer Pole-Position, sagt Politologe Sandro Lüscher. «Der Hitzesommer 2018 mit seinen verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt hat die Bevölkerung stark beschäftigt und gab Anlass für eine kritische Selbsthinterfragung unseres Umweltverhaltens.» Er gibt aber auch zu bedenken, dass solche Extremereignisse auch eine relativ geringe Halbwertszeit hätten. «Das zeigte sich beispielsweise beim Reaktorunglück in Fukushima. Der ‹Fukushima-Effekt›, der grünen Parteien allenthalben Wahlerfolge bescherte, verpuffte relativ rasch wieder.» Trotzdem glaubt Lüscher auch aufgrund der Erfolge der Grünen in Deutschland: «Die Sterne stehen günstig für die Grün-Parteien.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gusti vo de Alphütte am 03.01.2019 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faule Worte um Abzukassieren

    den Grünen und der GLP geht es doch nur um uns weitere millionen aus dem portmoney zu ziehen, dass Leben zu verteuern in der Schweiz. Es ist so eine Hysterie nach E Motorisierung, dabei denkt niemand daran wo wir all die milliarden von Baterien entsorgen können. Woher die Elektrizität kommen soll? Bei abbau von A Strom. Windräder will niemand. Solaranlagen in der Landschaft auch nicht. usw

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  • Robert R am 03.01.2019 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Undschon geht das Gejammer wieder los...

    Was ist das für eine Aussage: Es war 2- 3 Grad zu warm. Und Wie war es vor 3 Millarden Jahren? War es da 50 Grad zu warm? Wie war es vor 2000 Jahren, als man in England noch Wein anbauen konnte? War es da vielleicht auch zu warum? Und als wir vor einigen Jahren Schneekettenpflicht hatten in der Stadt Zürich, war es da zu kalt? Für den Sonnenbrand ist jeder selbst verantwortlich, denn kann man sich auch bei -10 Grad in den Bergen holen. Hört doch mal auf mit diesem Gejammere. Die Erde dreht sich und verändert sich. Das war so und wird noch ca. 5 Mrd Jahre so bleiben...

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  • Penelope am 03.01.2019 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grünen haben sich Verstärkung geholt

    Man hat es in den Zeitungsartikel gesehen, dass sich die Grünen Verstärkung geholt haben. Regula Rytz hat fleissig mit Exponentinnen der Operation Libero gejubelt. Die Liberos werden dann fleissig auch den Wahlkampf "beeinflussen". Leider werden wieder viele darauf reinfallen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tristan15 am 04.01.2019 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    2018 = "nur" 4. wärmster Sommer

    Die Grünen sprechen von 2-3°C wärmer als normal. Dabei gab es drei noch wärmere Sommer. Bitte Ihr Grünen: Putzt Eure Rundbrillen!

  • DerAchtsame am 04.01.2019 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre fatal für die Schweiz

    Das Hauptproblem ist die stetige Zunahme der Weltbevölkerung, vor allem in der Dritten-Welt, doch das ist für die Grünen überhaupt kein Thema. Sie würden am liebsten den ganzen Bevölkerungsüberschuss nach Europa bringen, denn wenn es darum geht, spiel die Umwelt und das Klima plötzlich keine Rolle mehr. Als Schweizer würde ich es mir gut überlegen in Zeiten der gewollten Massenmigration eine solche Partei zu wählen.

  • Peter Buschpilot Alaska am 04.01.2019 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schön doch alles ist:-)

    Es gibt nicht nur das Hamsterrad Schweiz :-) schaut doch mal bei uns in Alaska rein, da kan man noch leben wie vor 1000 jahren

    • hucki am 04.01.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt

      Alaska ist wunderschön, leider gehört es den Amis, für mich also keine Destination mehr.

    • Onurb am 04.01.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Buschpilot Alaska

      a ja, mit Handy und Generator

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  • Jack am 03.01.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oekosekten

    Hoffentlich haben diese Oekosekten nicht noch mehr Zulauf. Das ganze CO2 Palaver Ist lediglich ein Geschäftsmodel, bezahlt vom Normalbürger

    • Onurb am 03.01.2019 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jack

      natürlich, und alle Statistiken über Insektenschwund, Verschiebung von Lebensraum und Klima oder sind Weltweit gefälscht und die Forscher bestochen. Alptraum lässt dich grüssen

    • perun am 04.01.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      onurb

      nein, aber mit dem CO2 hat es überhaupt nichts zu tun, je mehr CO2, desto besser gedeihen die Pflanzen, was auch gut für die Insekten ist. Die CO2 Muppetshow ist reine Steuerabzocke.

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  • wildh. am 03.01.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Renaturieren

    Alles eine Geldmacherei die wollen die Schweiz umpflügen überall Renaturieren und Boden vernichten.

    • Onurb am 03.01.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @wildh.

      seit wann ist renaturien mit Boden vernichten gleich zu setzen? möglich, das du was verwechselt?

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