«Eine Fehlbesetzung»

19. Juli 2018 13:01; Akt: 19.07.2018 15:30 Print

SRF-Honegger wegen Trump unter Beschuss

SRF-Aushängeschild Arthur Honegger schiesst auf Twitter regelmässig gegen Trump. Ein SVP-Nationalrat bezeichnet ihn darum als «Fehlbesetzung».

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der ehemalige US-Korrespondent und heutige «10vor10»-Moderator verhehlt nicht, dass er von US-Präsident Donald Trump wenig hält. Auf Twitter kriegt dieser regelmässig sein Fett weg. So auch diese Woche im Zusammenhang mit dem Treffen mit Wladimir Putin.

Umfrage
Dürfen SRF-Mitarbeiter ihre Meinung auf Twitter teilen?

So liess Honegger seine gut 14'000 Follower wissen, dass er Politikern nie so recht glaube. «Mit seiner Bilanz beim Fakten-Check sticht Trump allerdings hervor», schreibt er. Den Tweet versieht er mit dem Hashtag «Pants on fire». Der Kinderspruch wird im Zusammenhang mit einem Lügner verwendet (Liar, pants on fire).


Auch zweifelt Honegger, ob Trump wirklich noch Herr der Lage ist: «Vielleicht sollten wir Trump nicht mehr als Regierungschef bezeichnen.» Es ist sein Fazit aus den widersprüchlichen Aussagen auf Trumps Reise.


Auf Twitter liessen die Kommentare nicht lange auf sich warten. So wurde SRF vorgeworfen, nicht objektiv zu berichten:


«Unerhört und unprofessionell»

Gegenüber Nau.ch bezeichnet auch SVP-Nationalrat Claudio Zanetti Honegger wegen seiner Tweets als «eine ziemliche Fehlbesetzung». Dass er seine eigene Meinung einfliessen lasse, sei «unerhört und unprofessionell» und «nicht das, was man von einem seriösen Medium erwartet». Honegger verliere seine Glaubwürdigkeit.

Trump sei gewählter Regierungschef, ob das dem Fernsehmann nun passe oder nicht, sagt Zanetti. Meinungen von SRF-Journalisten seien Privatsache. «Er darf von mir aus daheim eine Trump-Voodoo-Puppe mit gelben Haaren halten und mit dem Beil auf ihr herumhacken.»

«Er redet nicht für SRF»

Honegger scheint die Kritik nicht zu kümmern. Er kontert mit spitzer Zunge via Twitter:


Ebenfalls kein Problem sieht SRF-Mediensprecher Stefan Wyss. Honeggers Twitter-Account sei ein «publizistisch eigenständiger Auftritt, bei dem er klar deklariert, dass er für sich selbst redet und nicht für SRF», sagt er zum Portal. Der Objektivität schade das nicht. «Mit seinen Tweets, die unter anderem auf dem Expertentum als langjähriger US-Korrespondent und Buchautor basieren, beeinträchtigt er weder die Glaubwürdigkeit als ‹10vor10›-Moderator noch diejenige von SRF insgesamt.»

(20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 19.07.2018 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit?

    Klar sollte man berufliches und privates trennen, aber als Privatperson darf er sich zu seiner Meinung äussern, wie jeder andere auch. Ich frage mich sowieso, warum in der letzten Zeit immer aus jeder Aussage ein Drama gemacht wird - immer diese ach so politische Korrektheit nervt!

    einklappen einklappen
  • dr kish am 19.07.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiser Mann sagte mal..

    Jeder kann machen was er will, weil jeder steht dazu, was er macht..

    einklappen einklappen
  • axel g. am 19.07.2018 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schock

    Er hat die Wahl Trumps bzw. die Nichtwahl Hillary Clintons - wie so viele andere auch - noch immer nicht verkraftet. Der Schock sass zu tief.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt Wirz am 21.07.2018 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat er!

    Herr Honegger hat recht. Und es ist meiner Meinung nach auch ok, dass er das privat auch ausspricht. Während seiner Moderation von 10vor10 bleibt er neutral und das passt für mich.

  • Renate am 21.07.2018 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas mehr freiheit für Alle

    Soweit ich weiss herrscht in der Schweiz Meinungsfreiheit, oder ist dies nun such schon wie bei den Amis? Solange die Meinung "bequem und angenehm"ist darf sie geäussert werden und wenn es kritische Aspekte sind kriegen wir einen Maulkorb? Auch wenn Herr Honegger diese Meinung gegen Trump vertritt darf er Dies doch Kund tun! Das macht ja Die SVP auch, oder wie war das nochmal mit den schwarzen Schafen suf ihren Plakaten? In diesem Fall bezog sich die Partei ja auch auf freie Meinungsäusserung. Ich denke etwas weniger über den Tellerrand geifern und den anderen leben lassen....

  • David Stoop am 21.07.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Nein, einfach nur nein zu dieser Abschaffung der Meinungsfreiheit.

  • Franz am 21.07.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück gibt es noch sachliche Medien

    Wie BlocherTV und die Weltwoche. Da wird strikt getrennt zwischen Eigenmeinung und Sende-Inhalt.

  • HP. Ramensperger am 21.07.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so Herr Honegger

    Die einzige Fehlbesetzung ist definitiv der Zanetti!