Härteres Vorgehen

19. Juni 2011 11:21; Akt: 19.06.2011 11:32 Print

Hooligans sollen aus den Zügen verschwinden

Betrunkene und randalierende Fussballfans sind der SBB ein Dorn im Auge. Bei den Bundesbahnen überlegt man sich, wie man die Chaoten unter Kontrolle bringt.

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Die SBB und die Bundesbehörden haben genug von alkoholisierten Fussballfans, die in den Zügen alles kurz und klein schlagen und andere Reisende gefährden. Zur Diskussion stehen ein Alkoholverbot, Alkoholtests, ein Glasflaschenverbot und sogar ein Rausschmiss aus dem Zug auf offener Strecke.

«So wie heute kann es nicht weitergehen», sagte Peter Füglistaler, Chef des Bundesamts für Verkehr (BAV), in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» und «Le Matin Dimanche». Im Vorfeld eines auf Ende Juni angesetzten Spitzentreffens zwischen Vertretern des BAV und der SBB bekräftigt er die Entschlossenheit, etwas gegen die Hooligans zu tun.

Es könne nicht Aufgabe des öffentlichen Verkehrs sein, randalierende und betrunkene Fans um jeden Preis zu transportieren. Deshalb werde geprüft, ob die Transportpflicht in solchen Fällen aufgehoben werden könne. Füglistaler kann sich durchaus vorstellen, dass ein betroffener Zug auf offenem Feld anhält und die Randalierer kurzerhand rausgeworfen werden.

«Wenn die Polizei auf der Strasse einen Kleinbus mit randalierenden Fans sieht, zieht sie ihn auch aus dem Verkehr. Wieso soll das beim öffentlichen Verkehr anders sein?» Das BAV als Aufsichtsbehörde müsse den Bahnen helfen. Die Sicherheit des Bahnbetriebs und der anderen Fahrgäste stehe an oberster Stelle.

Auch der Bundesrat stellt den Schutz der Bahnkunden vor die Interessen der Fussballvereine, wie er vor knapp zwei Wochen in einer schriftlichen Antwort auf Fragen aus dem Parlament festhielt.

Randalierende Fussballfans verursachen in den Zügen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Allein beim Cupfinal von Ende Mai zwischen dem FC Sion und Neuchâtel Xamax entstand Sachschaden in fünfstelliger Höhe.

Um die Fussballfans von den anderen Bahnreisenden zu trennen, setzt die SBB jeweils Sonderzüge mit verbilligten Ticketpreisen ein. Aber auch diese Massnahme bietet den anderen Bahnkunden nur bedingten Schutz: Anlässlich des letzten Cupfinals wurde eine Drittperson in Lausanne durch einen Flaschenwurf aus einem Sonderzug verletzt. In Neuenburg und Biel mussten für die Durchfahrt sogar Perrons evakuiert werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernhard am 19.06.2011 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nach Millionen von Steuergeldern

    Nach Abermillionen an Schweizer Franken hat man es endlich kapiert. Gratulation. Wie wärs wenn man den ganzen Zug voller randalierender Hooligans in ein Depot voller wartender Polizisten leitet. Die Spiele wären um einiges friedlicher..

  • marcel finn am 20.06.2011 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    ????

    Ich stelle mir jedesmal die Frage weshalb man bei diesem Thema Kommentare zulässt. Das Volk ist bei dieser Frage offensichtlich überfordert und nicht bereit eine Lösung zu finden. Mit hartem Durchgreifen wird's definitiv nicht besser

    einklappen einklappen
  • hool am 19.06.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Törricht zu glauben, dass man Hooligans einfach so aus dem Zug werfen kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • FCZÜRICH am 25.07.2011 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hooligans??

    Wenn eine Person Bierflaschen aus dem Extrazug wirft, ist er zwar dumm, aber sicher noch nicht ein Hooligan. Ich finde man solte es einfach so lassen wie es ist, weil es wird ja ee nicht besser.. Ich selber gehe regelmässig an die Ausswärtsspiele vom FC Zürich.

  • Veronika D'Agostino am 21.06.2011 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Hooligans,Fussballfans

    Ausser,dass man die Randalierer aus dem Zug wirft,sollten sie zur Rechenschaft gezogen werden und die verwüstetenWaggons selber putzen und wieder instand stellen müssen,zur Strafe!

  • Ted 66 am 20.06.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Zuschauer mehr.

    Mein Vorschlag: Gibt es vor, während oder nach einem Spiel Randale, muss die entsprechende Mannschaft 3 Spiele ohne Zuschauer absolvieren. Dannach erneuter Versuch. Wenn wieder randaliert wird, 5 Spiele ohne Zuschauer. Nützt das immer noch nichts, eine ganze Saison keine Zuschauer mehr. Diese Massnahme würde auch die Clubs zu mehr Kooperation zwingen!

    • acab am 25.07.2011 01:06 Report Diesen Beitrag melden

      Chabis.

      Die Klubs haben ja gar nichts dafür, dass ihre Fans randalieren...

    einklappen einklappen
  • Oranje am 20.06.2011 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Macht's wie in Holland

    Stellt doch einfach wieder den demolierten Zug zum Transport bereit.

  • Marco am 20.06.2011 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig denken

    An all jene, welche für alte, kaputte Wagen für die Fans plädieren: Wie regelt ihr dass, dass diese Fans auch wirklich in diesen Wagen fahren? Könnte man auf deren Kooperation zählen, wäre die ganze Diskussion doch schon hinfällig.