Schweiz Tourismus

31. Mai 2016 10:11; Akt: 31.05.2016 11:43 Print

Hotels kämpfen um Gäste – und gegen Airbnb

Die Tourismusbranche kann aufatmen: Die Logiernächte sollen im Sommer um 1,4 Prozent zunehmen. Die Hotels kämpfen aber mit privaten Anbietern.

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Beliebte Städtereisen: Ein Tourist auf der Kapellbrücke in Luzern. (Archivbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Schneemangel, der starke Franken und fehlende Gäste aus dem Ausland machten der Tourismusbranche im Winter zu schaffen. Nun ist Besserung in Sicht. Die Zahl der Logiernächte soll in den Sommermonaten um 1,4 Prozent steigen. Vor allem Zwei- bis Drei-Sterne-Hotels kämpfen aber mit der Konkurrenz durch die Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb.

Diese optimistische Einschätzung macht die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) in ihren heute veröffentlichten Prognosen.

Demnach sank zwar in der Wintersaison die Zahl der Logiernächte um 1,6 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Als Hauptursachen dafür machen die Experten die ungünstigen Schneebedingungen, globale Unruhen sowie die anhaltende Frankenstärke aus.

Städte sind im Vorteil

Nach der schwierigen Wintersaison hellen sich die Aussichten für den Schweizer Tourismus während der Sommermonate allerdings wieder auf. Die inländischen Übernachtungszahlen sollen dabei um 1,3 Prozent zulegen. Die Übernachtungszahlen ausländischer Besucher prognostiziert die KOF sogar um 1,5 Prozent höher.

Die Aussichten sind dabei für die städtischen Gebiete optimistischer und weisen laut den Fachleuten eine höhere Wachstumsdynamik auf. Dies liegt vor allem an der generellen Beliebtheit von Städtereisen, der Verschiebung der Gästestruktur hin zu ferner gelegenen Märkten, welche den Besuch von Städten statt den Alpenraum präferieren, und infolge der stabilen Nachfrage nach Geschäftsreisen in urbane Zentren.

Ein weiteres Standbein für den Schweizer Tourismus bildet die Nachfrage der Inländer. Praktisch alle Tagesreisen und rund 40 Prozent der Übernachtungsreisen der Schweizer Wohnbevölkerung finden laut einem Communiqué der KOF im Inland statt und bilden damit einen wichtigen Pfeiler für den hiesigen Tourismus.

Alpen weniger beliebt

Nachdem die Zahl der Logiernächte der Alpenregion in der vergangenen Wintersaison um markante 3,8 Prozent gesunken ist, prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) für die alpinen Gebiete in der Sommersaison eine Zunahme um 0,9 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum.

In den städtischen Gebieten dürfte sich die Zahl der Übernachtungen in den Sommermonaten allerdings um 2 Prozent erhöhen, nachdem sie in der abgelaufenen Wintersaison bereits um 0,7 Prozent gestiegen war.

Hotels in Städten doppelt so teuer wie Airbnb

Seit die Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb in den Schweizer Markt eingetreten ist, hat sich der Wettbewerbsdruck auf die klassische Hotellerie erhöht. Vor allem in den Städten sind Airbnb Angebote wesentlich günstiger. Hotelzimmer in Zürich und Genf sind durchschnittlich etwa doppelt so teuer wie Airbnb Zimmer. Dies zeigt eine Recherche der Nachrichtenagentur sda.

Airbnb bedroht vor allem Zwei- bis Drei-Sterne Hotels. «Da Hotels im gehobenen Preissegment ein erweitertes Dienstleistungsangebot haben, sind sie von Airbnb weniger betroffen», sagt Martin von Moss, Präsident des Zürcher Hotelier-Vereins gegenüber der sda.

Geschätzte Markpräsenz von 13 Prozent

Zu der Reichweite von Airbnb gibt es keine offiziellen Zahlen. Das Bundesamt für Statistik arbeitet an einer Parahotellerie-Statistik, Airbnb wird jedoch meist als «Sharing Economy» in eine dritte Kategorie neben Hotellerie und Parahotellerie gezählt.

Im November letzten Jahres schätzte das Walliser Tourismus Observatorium die Marktpräsenz von Airbnb in der Schweiz auf 13 Prozent. Heute soll Airbnb durchschnittlich 23 Prozent des Bettenangebots ausmachen, schreibt der Immobilienberater Wüest und Partner in seinem Immo-Monitoring von Mitte April.

(ij/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mark Krad am 31.05.2016 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören mit dem Gejammer

    Bringt endlich dasPreis/Leistungsverhältnis in Ordnung, dann kommen die Kunden wieder - ganz einfach.

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  • Patrick am 31.05.2016 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal im Jahr in der CH Ferien machen

    Wer kann von sich sagen, dass er die ganze Schweiz kennt? Wir mussten feststellen, dass wir das Ausland besser kennen als die Schweiz. Deshalb machen wir seit ein paar Jahren mindestend einmal pro Jahr in der Schweiz Ferien, auch wenn es manchmal nur verlängerte Wochenenden sind. Seit dem sind wir die wunderschöne Städtchen und Landschaften der Schweiz am entdecken - es lohnt sich :-).

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  • ruedi lanz am 31.05.2016 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Ich verbringe meinen Urlaub lieber am Meer, Sonne und Wärme inbegriffen, für etwa 70 Euro pro Tag das Einzelzimmer mit Meersicht. Halbpension mit einem tollen Frühstücksbuffet und einem köstlichen Viergänger am Abend. Bei uns habe ich noch kein ähnliches Angebot unter 100 Franken gefunden, inkl. Regenwetter und mürrischem Personal!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tommy Deres am 02.06.2016 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Hotels sind NICHT doppelt so teuer wie Airbnb. Natürlich kann man auch ein 4 Sterne Hotel als Referenz nehmen, jedoch Motel One oder ähnliche neue Konzepte sind sogar günstiger wie ein kleines Nebenzimmer über Airbnb und es ist einfach erschreckend wie sehr solche Schwarzbereiche auch noch Anklang finden. Anscheinend ist es allen Nutzern herzlich egal wie hier gewirtschaftet wird und ob sich überhaupt jemand noch an geltende Regeln hält... armes Deutschland.

  • Reisende am 01.06.2016 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Touristenunfreundlich

    1/2 Stunde Massage = 180.- im Hotel, kutschenfahrt 1/2 Stunde= 120.-, Bus, Bahn, zuteuer, Sauna im Hotel extra, unfreundlich und muss froh sein, wenn ich in den Ferien ab 9:00 noch Frühstück bekomme, Gipfeli und Zopf und Eier ist dann alles schon weg

  • Reisende am 01.06.2016 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Touristen unfreundlich

    Statt immer über Schneemangel zujammern, etwas kreativer, inovativer und zeitgemässer denken. Bietet andere Möglichkeiten an. Bei Schneemangel wollten wir mal eine Kutschenfahrt machen:30 Minuten 120.- pro Person! Das geht natürlich nicht! Darum nie wieder schweizer Ferien

  • Mäxel W. am 01.06.2016 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst bei sich selber schauen

    Es ist lustig (oder traurig): so viele gehässige, miesepetrige Kommentare zum Schweizer Service. Und niemand kommt auf die Idee, dass er oder sie genau so mürrisch und negativ ist...wie wärs heute mal mit einem netten Lächeln?

  • Sepp Trub am 01.06.2016 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Helvetia

    Das schoene Schwiizerlaendli unserer Jugend ist schon lange nicht mehr. Fuer die guten Eidgenossen wird es schwierig im Heidiland Ferien zu verbringen, denn das Personal spricht ja kaum mehr "Schwiizerduueetsch".