Cannabis und CBD

13. März 2019 09:26; Akt: 13.03.2019 10:46 Print

Hunde kämpfen wegen Joints um ihr Leben

Hunde, die Joint-Reste oder Kekse mit THC fressen, können daran sterben. Viele Hundehalter verschweigen den Tierärzten den Konsum und gefährden die Tiere.

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Der Deutsch-Kurzhaar Nevio musste zweimal in den Notfall einer Tierklinik gebracht werden, weil er Joint-Reste gefressen hatte. Das Schicksal des Hundes aus Frankfurt ist kein Einzelfall: «Wir sehen das immer wieder», sagt ein Tierarzt der Universität Giessen der «Ärztezeitung». Je nach Schweregrad und aufgenommener Dosis könne das bis zum Tod führen. In der Schweiz werde eine Zunahme solcher Vergiftungen festgestellt.

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«Solche Fälle kommen häufig vor», sagt Julika Fitzi, Leiterin der Tierärztlichen Beratungsstelle beim Schweizer Tierschutz. Wenn der Wirkstoff THC in Keksen oder Kuchen verarbeitet werde, könnten Hunde es einfach zu sich nehmen.

Erbrechen und Orientierungslosigkeit

«Leider sind viele Hundehalter nicht offen oder haben Angst, uns das zu sagen», erklärt Fitzi. Es komme sogar vor, dass sie beim Tierarzt behaupteten, es handle sich um den Hund eines Freundes und man wisse nicht, was er genau zu sich genommen habe.

Dann wird es erst recht gefährlich, denn die richtige Behandlung kann nur angeordnet werden, wenn die Tierärzte genau wissen, was der Hund konsumiert hat. «Die Symptome bei Vergiftungen sind meist ähnlich», sagt Fitzi. Dazu gehören etwa Speicheln, Erbrechen, Wanken oder Orientierungslosigkeit.

«THC-Konsum ist ein Tabu»

Das Thema sei ein Tabu, sagt Andreas Rogger, Geschäftsführer der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft. «Viele Hundehalter geben den Konsum solcher Substanzen nicht zu.» Wenn etwas passiere, würden es betroffene Halter nicht an die grosse Glocke hängen, weil es eine Verletzung der Aufsichtspflicht darstelle. Nehme das Tier aber solche Substanzen auf, müsse man sofort zum Tierarzt. «Wichtig ist, nichts THC-Haltiges herumliegen zu lassen», erklärt Rogger.

Nicht nur THC, auch der schwächere und rezeptfreie Wirkstoff CBD ist problematisch. Tierärztin Julika Fitzi sagt, er könne zu grossen Problemen führen, wenn er von einem Tier unkontrolliert aufgenommen werde.

Wenn die Einnahme von THC oder CBD sofort bemerkt werde, sei die Behandlung mit einem Brechmittel eine Möglichkeit. Da das Brechen aber den Kreislauf der Tiere belaste, sei es nicht immer das Mittel der Wahl. «Betroffene Tiere müssen schnell stabilisiert werden, etwa mit Infusionen», sagt Fitzi. «Hundehalter müssen in so einer Situation dringend über den eigenen Schatten springen.»

*Die Angaben über die letale Dosierung von THC bei Hunden gehen auseinander. Laut Angaben der US-Pharmafirma Norac beträgt sie etwa 0,5 Gramm THC pro Kilo Körpergewicht.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aikanarion am 13.03.2019 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CBD und Hanföl

    Da frag ich mich was die ganzen CBD und Hanföl Produkte für Hunde und Katzen sollen die es unter anderem im Qualipet zu kaufen gibt. Entweder ist der Artikel mal wieder unsauber recherchiert oder die wollen Tiere vergiften.

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  • Was/Genau am 13.03.2019 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergiftung oder Übelkeit?

    3 Gramm THC pro Kilo Körpergewicht. Das sind eine Menge Kekse, die der Hund fressen müsste!

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  • Sinalco am 13.03.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns?

    Bei uns geben die Leute nicht zu, wenn sie kiffen? Das sagt Andreas Rogger? In unserem Land wo jeder mit einem Joint durch die Gegend läuft und sich keiner mehr dafür interessiert? So ein Quatsch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Korrektor am 13.03.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teutonische Namen

    Kekse? Sind wir in Germanien? Das sind Guetzli; wenn es Haschisch drin hat, heissen sie Haschguetzli.

  • Säm s am 13.03.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    THC-Vergiftung

    Das Katzen einen Schaden haben, die in Wohnungen leben (müssen), wo drinnen gekifft wird, hab ich selbst beobachtet. Einmal aber hat mein Bruder mein deutriertes Chloform (DCCl3) geklaut, um das THC aus verschimmeltem Gras zu extrahieren. Also erstens ist der Stoff schweineteuer, da für MRI gedacht, zweitens ein ungeignetes Lösungsmittel, da Leberkrebserregend und Flüssiggas geigneter, drittens hat der Rest unser Neufundländer gegessen. Drei Tage stoned, überlebte es wohl wegen dem Gewicht. Trotzdem wollte er danach immer wieder unsere Joints essen, aber wie Schokolade, nicht zugelassen...

  • leon am 13.03.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Perspektive

    Vielleicht ists der tabak!? Meiner erwischte auch schon krümmelchen war aber putzmunter...

    • Dr Waggis am 13.03.2019 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @leon

      Ich möchte fast wetten, dass es wohl eher der Tabak ist, der den Tieren Probleme bereitet. Nikotin ist ein sehr starkes Gift. Das dürfte nur wenigen bekannt sein. Wenn ein Kleinkind die Tabakmenge einer ganzen Zigarette verschluckt, besteht Lebensgefahr. Ich gehe davon aus dass die tödliche Dosis für Katzen oder Hunde viel kleiner ist. In Hanfkeksen hat es oft auch Schokolade, die wirkt auf viele Haustiere ebenfalls toxisch.

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  • Gerd Stauffer am 13.03.2019 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber

    Es behauptet doch die Kiffergesellschaft immer wie harmlos das Zeugs ist. Tamisiech, ist es doch nicht, und man mag es noch so verharmlosen. Dann nehmt doch einfach soviel wie ihr wollt und bekommen könnt davon. Bin froh um Jeden der die Kurve nicht kriegt.

  • Novelan am 13.03.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rohes Cannabis?

    Ich dachte, dass rohes Cannabis zuerst erhitzt werden muss, damit das THC aktiviert wird? Wenn man also Cannabis/Hasch Cookies rumliegen lässt, dann verstehe ich, dass ein Hund davon high werden kann (alle die das machen sind verantwortungslos). Cookies werden gebacken und enthält Butter... Aber Cannabis in rohem Zustand ist doch nicht gefährlich? Oder sehe ich das falsch?

    • Alain am 13.03.2019 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      Cannabis

      Du kannst Cannabis auch essen, in ein Jogurt gemischt ist dies sehr lecker. Es dauert dann halt etwas länger bis die Wirkung eintritt. Cannabis ist nicht gefährlich, wir haben im Körper Stoffe die dem Tetrahydrocannabinol (THC) ähnlich sind. Deshalb gibt es, anders als bei Alkohol auch keine Überdosis. Es ist noch Niemand an Cannabis gestorben. Wenn im Artikel von Joints gesprochen wird, enthält dieser auch Tabak. Und Tabak ist auch für Menschen bekanntlich nicht ungefährlich. Also ist der Hund womöglich wegen des Tabaks fast gestorben, aber dies wäre ja dann keine Schlagzeile wert.

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