04. Februar 2008 09:19; Akt: 04.02.2008 11:06 Print

Hunderte stecken sich neu mit Aids-Virus an

Doch kein Rückgang: Die Zahl der positiven HIV-Tests ist auch 2007 entgegen den Erwartungen auf einem hohen Niveau geblieben. Bis Ende Jahr wurden 735 Fälle gemeldet. Die Zahl der neu infizierten Schwulen hat sich fast verdoppelt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Total der neu gemeldeten positiven HIV-Tests werde mit den Nachmeldungen das hohe Niveau von 2006 erreichen, teilte das BAG am Montag mit. Damals wurden 761 Fälle gemeldet. Noch Mitte 2007 hatte das BAG einen leichten Rückgang für dieses Jahr erwartet. Diese Hoffnung habe sich nun aber nicht bestätigt.

Die Zahl der Diagnosen bei homosexuellen Männern hat sich in den letzten vier Jahren fast verdoppelt. 2003 wurden 160 Fälle gemeldet, per Ende 2007 302 Fälle. Allerdings lasse die im Vergleich zum Vorjahr geringe Zunahme um zwölf Fälle oder vier Prozent hoffen, dass die von der Aids-Hilfe Schweiz und ihren Partnerorganisationen verstärkten Präventionsmassnahmen langsam Wirkung zeigten und zumindest die jährliche Zunahme zu dämpfen vermochten.

Immer noch fast die Hälfte der neu gemeldeten Diagnosen in dieser Gruppe betrifft Personen, die sich nur wenige Monate vor dem Test infiziert haben. Der Anteil an so genannten frischen Infektionen liegt bei den anderen Übertragungswegen deutlich tiefer. Dies sei ein Hinweis darauf, dass die Epidemie bei schwulen Männern nicht habe gestoppt werden können.

Die positiven HIV-Tests mit heterosexueller Übertragung haben im vergangenen Jahr weiter abgenommen. Der Rückgang ist bei Schweizerinnen und Schweizern deutlich ausgefallen. Nur noch 14 Prozent aller Diagnosen betreffen diese Gruppe. Bei Frauen ist die Zahl von rund 80 im Jahr 2002 auf 40 Diagnosen im vergangenen Jahr gesunken, bei Männern von rund 100 im 2004 auf 60 im Jahr 2007.

Über 20 Prozent der Diagnosen betreffen Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika. Die Zahl dieser Meldungen hat im Vorjahr nicht mehr weiter abgenommen und liegt bei 165 Diagnosen.

Auch die Zahl der Diagnosen bei Drogen injizierenden Personen hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. 2006 waren es zum gleichen Zeitpunkt 56, 2007 61 Diagnosen. In dieser Gruppe sind deutlich mehr Männer als Frauen und es handelt sich fast ausschliesslich um frische Infektionen. Es gebe noch keine Informationen aus Studien, ob das Risikoverhalten in dieser Gruppe, wie der Spritzentausch, wieder zugenommen hat, oder ob allfällige Veränderungen bei Programmen Ursache für die Trendwende in dieser Gruppe seien.

(ap)