Schliessung von Aufnahmezentren

05. Oktober 2018 09:33; Akt: 05.10.2018 09:53 Print

Hunderte verlieren Job wegen tieferen Asylzahlen

Für 2018 rechnet der Bund mit 16'500 neuen Asylgesuchen. Das sind weniger als noch vor drei Jahren. Der Rückgang hat auch Auswirkungen auf die Privatwirtschaft.

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Die Zahl der Asylsuchenden dürfte laut der «NZZ am Sonntag» dieses Jahr so tief sein wie vor acht Jahren. Die Zeitung beruft sich dabei auf Zahlen des Staatssekretariats für Migration.

Die Behörde rechnet für 2018 mit rund 16'500 neuen Asylgesuchen in der Schweiz, wie ein Sprecher der Zeitung bestätigte. Dies seien lediglich rund 40 Prozent der Gesuchszahlen des sogenannten Flüchtlingsjahrs 2015, als circa 40'000 Personen ein Asylgesuch stellten.

Der markante Rückgang widerspiegle sich auch in der Zahl der Asylsuchenden, die der Bund pro Monat auf die Kantone verteile. Im August seien es noch 541 Personen gewesen. 2015 habe dagegen allein der Kanton Zürich in einem einzigen Monat fast 1000 Asylsuchende aufnehmen müssen. Angesichts dieses Rückgangs würden derzeit zahlreiche Kantone und Gemeinden ihre Asylunterkünfte schliessen.

Zahlreiche Entlassungen

Mit den Schliessungen können Bund, Kantone und Gemeinden Millionen sparen. Aber die tieferen Asylzahlen haben auch eine Schattenseite: Betreibern von privaten Asylzentren fällt nun das Geschäft weg, wie «Blick» berichtet.

Die Schweizer Firma ORS Service AG betreibt in der Schweiz Dutzende Asylunterkünfte, auch in Österreich ist die Firma aktiv. Aufgrund des Rückgangs der Asylzahlen musste die Firma seit 2017 19 Asylunterkünfte schliessen. Damit fallen rund 200 Vollzeitstellen weg, wobei die Hälfte der Angestellten in einer anderen Funktion in der Firma bleiben konnte.

Auch die Heilsarmee ist von der veränderten Lage stark betroffen. Seit Januar 2017 hat sie im Kanton Bern 1000 Unterkunftsplätze ­ge­schlossen und rund 160 Angestellte entlassen, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Derzeit beschäftigt die Heilsarmee noch knapp 220 Mitarbeitende. Ein weiterer Stellenabbau sei aber durchaus möglich, sagt Ge­schäftsleiter Lukas Flückiger.

(fur/sda)