Schweizer Studie

06. November 2018 09:41; Akt: 06.11.2018 16:20 Print

Ein Viertel der Teenager ist ausländerfeindlich

25 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz ohne Migrationshintergrund haben ein Problem mit Ausländern. Die Hälfte der jungen Muslime sind gegen die westliche Gesellschaft.

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Eine neue Studie der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte) in Zusammenarbeit mit der HETS (Haute École de Travail Social Fribourg) zeigt auf, dass Jugendliche in der Schweiz eher die Ideologien von Extremismus verfolgen als die pure extremistische Gewalt. «Insgesamt zeigt sich, dass der Linksextremismus etwas verbreiteter ist als der Rechtsextremismus», sagt ZHAW-Forscher und Studienleiter Patrik Manzoni.

Umfrage
Wird der Extremismus in der Schweiz unterschätzt?

Für die Studie wurden 2017 über 8000 Jugendliche im Alter von 17 bis 18 befragt. Mit einem erstaunlichen Ergebnis:

Rechtsextremismus
• 5,9 Prozent der befragten Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind rechtsextrem eingestellt.
• Ein Viertel der Schweizer Jugendlichen (25,1 Prozent) ohne Migrationshintergrund ist ausländerfeindlich, ein Fünftel (21,1 Prozent) ist nationalistisch eingestellt
• 4,8 Prozent befürworten Gewalt gegen Ausländer
• 5,4 Prozent befürworten eine Diktatur

Linksextremismus
• Linksextrem eingestellt sind 7,0 Prozent aller Befragten.
• Knapp die Hälfte (47,1 Prozent) der Jugendlichen ist kapitalismusfeindlich eingestellt.
• 21,7 Prozent sind feindlich gegenüber Polizei und Staat
• Kommunismus befürworten 5,6 Prozent
• 8,1 Prozent befürworten Gewalt gegen Polizisten

Muslime in der Schweiz
• 2,7 Prozent gelten als islamistisch eingestellt.
• 43 Prozent sind allerdings abwertend gegenüber den westlichen Gesellschaften.
• Mehr als ein Viertel (28,8 Prozent) sind feindlich gegenüber nicht traditionellen Muslimen.
• 5,1 Prozent sind gegenüber nicht traditionellen Muslimen gewaltbereit.
• Eine Schweizerfeindlichkeit zeigen dagegen 3,7 Prozent der muslimischen Befragten.

Männliche Jugendliche sind bei allen Extremismusformen deutlich häufiger vertreten als weibliche. Männliche Jugendliche weisen zudem eine deutlich höhere Gewaltbefürwortung auf.

Als Extremismusdefinition verwendete die Studie Einstellungen und Verhaltensweisen, die sich durch Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaats auszeichnen und anstreben, diesen auch durch Gewalt zu überwinden und eine andere politische Ordnung zu ersetzen.

Da die zehn einbezogenen Kantone jedoch bewusst ausgewählt worden seien und es zahlreiche Absagen von Schulen gegeben habe, an der Befragung teilzunehmen, könnten die Ergebnisse allerdings nicht so einfach auf die gesamte Schweiz angewendet werden, heisst es im Bericht.

(20 Minuten/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 06.11.2018 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht

    Wundert dies jemand? Öffnet die Augen und jeder sieht warum. In der Schweiz in Deutschland und auch in Österreich wird die Gutmütigkeit maßlos ausgenutzt, da wird sich etwas zusammenbrauen, wie man es bis jetzt noch nicht erlebt hat. Danke liebe Politiker!

  • Peter am 06.11.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die Antwort steht in der Statistik

    Fast die Hälfte ist abwertend gegenüber der westlichen Gesellschaft und fast ein Drittel ist sind feindlich gegenüber nicht traditionellen Muslimen. Das ist beängstigend.

    einklappen einklappen
  • Dalmatino am 06.11.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    wundert mich nicht. Die Schweizer werden auch nicht respektiert sondern sollen respektieren??! So geht das nicht und kein Wunder formiert sich 1/4 zu radikalen Ansichten. Bin selber Ausländer mit Migrationshintergrund.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sozialistischer Nationalist am 07.11.2018 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schlafende Hunde nichtwecken

    Verwundert dieses Verhalten, wenn der heutigen CH-Jugend immer mehr Konkurrenten im Ueberlebenskampf zugemutet werden infolge Ueberbevölkerung? Der Dampfkochtopf kann bei Ueberdruck auch explodieren.

  • MussMal am 07.11.2018 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir können kein Utopia erschaffen

    Solche Statistiken vergrössern den Graben zwischen Schweizern und Migranten nur noch weiter. Es werden sich immer Gruppierungen bilden. Solange wir unseren Horizont erweitern und uns gegenüber anderen Menschen öffnen, bleibt es nur eine Statistik. In Wahrheit haben wir alle Migranten und Schweizer als Freunde, Arbeitskollegen, Bekannte, freundliche Kioskverkäufer und Kassierer, Coiffure, und, und, und. Und man mag sich, ist freundlich zu einander. Wir können unsere Probleme auch künstlich aufbauschen. Perfekt wird es nie.

  • Ureinwohner am 07.11.2018 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Erfahrungen prägen

    Ich bin anderen Menschen gegenüber aufgeschlossen. Doch schlechte Erfahrungen in meiner Kindheit mit Vertretern anderer Kulturkreise haben halt auch bei mir Spuren hinterlassen. Und damals wurde die Schweiz noch nicht überrannt. Kann gut verstehen, wie es den jungen ureinwohnern der Schweiz geht, die bald in der Minderheit sind. Zudem wird man allzuschnell mit einer kritischen Meinung als Rechter abgestempelt. Und wer redet von den vielen Linksextremen Zerstörern und Krawallmachern???

  • Fragezeichen am 07.11.2018 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Paradoxie der Fremdenfeindlichkeit

    Ich bin eine Schweizerin mit Migrationshintergrund aus Europa. Kenne viele Menschen mit ähnlichem Hintergrund. Und ja, uns stört auch die problematische Schicht, die Jahrzehnte nach Ankunft völlig unfähig ist, ihr Leben aus eigenen Mitteln zu bestreiten und im Grunde die mitgebrachten, umstrittenen Werte weiterlebt _ ungeachtet, ob es uns passt oder nicht. Ob wir deswegen in der Studie als fremdenfeindlich erfasst worden sind? Schräger Gedanke...

  • Bob65 am 06.11.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo

    für das braucht es keine Statistiken. Gesunder Menschenverstand und mit offenen Augen das Weltgeschehen beobachten. So erstaunt mich das Resultat überhaupt nicht.