Glücklich in der Ferne

01. März 2017 14:03; Akt: 01.03.2017 19:34 Print

Immer mehr Schweizer wandern aus

Fast 800'000 Schweizerinnen und Schweizer haben ihrem Heimatland in der Vergangenheit den Rücken gekehrt – Tendenz steigend. Wo es sie hinzieht.

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Bye-bye Schweiz: Die Anzahl der Eidgenossen, die im Ausland leben, nimmt weiter zu. Insgesamt sind es nun knapp 775'000 Personen. Die meisten von ihnen zieht es nach Frankreich.

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Allein im vergangenen Jahr nahm die Anzahl der Auslandschweizerinnen und Schweizer um fast drei Prozent zu, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch mitteilte. Die Zunahme im vergangenen Jahr liegt gemäss EDA über dem Wachstum der vergangenen Jahre, das bei rund 2 Prozent liegt.

Grossteil bleibt in Europa

Konkret liessen sich 2016 21'784 Personen bei den Vertretungen im Ausland registrieren. Total leben heute 774'923 Personen im Ausland. Der Grossteil – nämlich 60 Prozent – bleibt innerhalb Europa.

Die beliebteste Destination ist Frankreich: Zum ersten Mal lebten dort über 200'000 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft. Zu den Top vier gehören ausserdem Deutschland mit knapp 90'000 Personen, die USA mit 80'000 und Italien mit 50'000 registrierten Schweizerinnen und Schweizern.

Starker Zuwachs in Portugal und der Türkei

In den Top Ten der ausgewählten Wohnstaaten sind zudem Kanada (40'280 Personen), England (35'000), Spanien (25'000), Australien (25'000), Israel (19'500) und Österreich (16'500). Erwähnenswert ist gemäss EDA unter anderem der Zuwachs in Portugal ( 8,7 Prozent) und in der Türkei ( 8,6 Prozent).

Für die Zahlen ausserhalb Europas zeigt die Statistik des EDA, dass deutlich mehr Schweizerinnen und Schweizer in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Thailand, in den Libanon sowie in Maghreb-Staaten zogen.

Mehr als die Hälfte sind Frauen

Mehr als die Hälfte der volljährigen Ausgewanderten sind Frauen. Ihre Überzahl gegenüber den Männern nimmt aber stetig leicht ab. Betreffend der Altersstruktur ist besonders Israel erwähnenswert: Fast jede zweite Schweizerin respektive jeder zweite Schweizer dort ist minderjährig. Anders sieht dies in Spanien aus, wo fast jede dritte aus der Schweiz eingewanderte Person älter als 65-jährig ist. In Thailand ist es jede vierte.

Die meisten der Auslandschweizerinnen und Ausländerschweizer - nämlich drei von vier - besassen 2016 neben der schweizerischen eine oder mehrere weitere Staatsangehörigkeiten. Insgesamt ziehen mehr Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland, als in die Schweiz zurückkehren.

(jdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • smaily am 01.03.2017 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    wen wundert es? wenn einem der Staat das Geld schneller aus der Tasche zieht!!als es verdient ist!!

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  • Dani S am 01.03.2017 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich nicht

    Kein Wunder wandern so viele aus. Da in der Schweiz wird man immer mehr wie eine Weihnachtsgans ausgenommen, dank unseren Politiker. Hätte ich genug Geld auf der Seite, wäre ich auch schon lange weg.

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  • Andreas_Inderbitzin am 01.03.2017 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Altersvorsorge ?

    Wäre noch interessant zu erfahren, wo hoch der Rentneranteil aller Auswanderer ist. Junge Menschen die ihrem Beruf hinterher gereist sind gab es schon immer. Ich befürchte aber, dass man als Schweizer im Alter zum Auswandern gezwungen sein wird, will man von der Altersvorsorge leben und nicht nur vegetieren können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Oter51 am 02.03.2017 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebe, wo andere Ferien mache

    Die Zahl ist viel höher. Ich lebe in Italien; meine Schriften sind in der Schweiz. Italien ist eine Steuerhölle

  • Feline X am 02.03.2017 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Die Schweizer waren ja seit jeher international verknüpft. Auch haben die meisten Schweizer auch nahe Verwandte und Freunde im Ausland, oder lerne durch die Arbeit bei internationalen Konzernen in der Schweiz ausländische Freunde kennen. Daher macht es nur Sinn, wenn man es auch mal im Ausland versuchen möchte.

  • Maya am 02.03.2017 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    So, jetzt mal Klartext

    Gut ausgebildete Schweizer werden wohl zukünftig vermehrt abwandern. Für Zugewanderte, grossteils Armutsasylanten, mag die Schweiz eine enorme Verbesserung und ein schönes Land sein. Wir wissen auch alle warum! Für viele Schweizerbürger geht es nur noch bergab, sie rutschen unverschuldet in die Armut. Von der schönen Landschaft kann man leider weder Rechnungen noch die inzwischen horrende Krankenkassen Prämie bezahlen. Doch Bundesbern ist nur noch einseitig sozial, die eigenen Bürger nicht mehr von Interesse, höchstens noch als Milchkühe oder Stimmvieh. Bin übrigens kein Sozialhilfebezüger!

    • Feline X am 02.03.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Maya

      So etwas nennst du Klartext? Du kannst ja nicht ernsthaft meinen, was du hier behauptest. In der Schweiz gibt so viele Möglichkeiten gutes Geld zu verdienen. Vorausgesetzt natürlich man möchte dies und macht was dafür. Und nein, Jammern gehört nicht dazu.

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  • Nostradamus am 02.03.2017 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teil3

    So ein Glück sagte ich zu ihm. Leider musste ich meinen verkaufen weil die Steuerrechnung, Billag,Krankenkasse,Strassensteuer usw ins Haus flogen. Durch das war ich nicht mehr flexibel für meinen Arbeitgeber und verlor den Job. Neuland für mich auf dem Rav. Soviele Dokumente und schreibkrieg. Zuhause fragte ich mein Nachbar, wie hast du das alles erledigen können? Er sagte, er hätte einen Sachverständigen an seine Seite bestellt bekommen. Aha und wer musste das bezahlen, er weiss nicht sagt er.

  • Nostradamus am 02.03.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teil2

    Das sie sich was zu essen kaufen können. Da sagte er, oh da hab ich ja Glück, ich bekomm das einfach so. Am Abend gingen wir durch einen Park und er fragte, du was machen die alle da in den schlafsäcken. Ich sagte ihm, dass sind Schweizer die haben keine Wohnung und müssen draussen schlafen. Oh, sagte er wieder, da hab ich ja richtig Glück dass ich in einem Haus wohne. Paar Wochen später steht ein neuer Wagen vor dem Haus. Ist das deiner fragte ich ihn. Ja, die Gemeinde hat mir die Fahrstunden bezahlt und einen Wagen zur Verfügung gestellt, damit ich schneller einen Job finde und flexibel bin.