18. April 2005 11:04; Akt: 18.04.2005 21:06 Print

Immer weniger Kinder

In der Schweiz dürfte die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der Vorschule und in der obligatorischen Schule bis zum Jahr 2014 um 105 000 oder 12 Prozent zurückgehen.

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Dies zeigen die am Montag vorgestellten Szenarien des Bundesamtes für Statistik.

Die Gesamtzahl der Lernenden werde im Jahr 2014 wahrscheinlich annähernd die Tiefststände von 1987 und 1988 erreichen, schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS). Verantwortlich dafür sei die demografische Entwicklung. Der Rückgang der Schülerzahlen auf Primarstufe und Sekundarstufe I werde dauerhaft sein.

Bis 2014 sei auf der Primarstufe mit einem stetigen Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen: von 499 900 im Jahr 2003 auf 430 000 im Jahr 2014 (-14%). Die Zahl der Lernenden auf der Sekundarstufe I werde voraussichtlich 2005 noch leicht zunehmen (257 900 im 2003 und 262 700 im 2005) und dann bis 2014 um 13% nachgeben (229 000).

Die Zahl der Abgängerinnen und Abgänger der 9. Klasse dürfte bis zum Jahr 2007 weiter wachsen und danach sinken. Sollten sich die Szenarien längerfristig bewahrheiten, würden die Schülerzahlen dieser zwei Stufen bis gegen Ende des nächsten Jahrzehnts noch weiter zurückgehen.

Grosse regionale Unterschiede

Je nach Kanton rechnet das BFS mit einer Entwicklungsbandbreite von -12% bis &13%. Für die Ostschweiz, den Espace Mittelland, die Nordwestschweiz und die Zentralschweiz sei ein Rückgang um 16% bis 22% zu erwarten und in der Genferseeregion um -6%. In der Region Zürich würden die Schülerzahlen voraussichtlich stabil bleiben.

Eine entscheidende Rolle kommt gemäss BFS dem Vorschulbesuch zu. In der Zentralschweiz und im Espace Mittelland werde die Zahl der Vorschülerinnen und Vorschüler stark von der Entwicklung der Vorschulbesuchsdauer - eines oder zwei Jahre - abhängen.

Je nach Szenario könne die Entwicklung zwischen 2003 und 2014 für die Zentralschweiz -17% bis &18% und für den Espace Mittelland- 10% bis &10% betragen. In den anderen Regionen des Landes besuchen fast alle Kinder während mindestens zwei Jahren die Vorschule. Das führe zu geringen Unterschieden zwischen den Szenarienergebnissen.

(sda)