Erdbeben im Wallis

25. Januar 2020 21:17; Akt: 25.01.2020 21:43 Print

In der Nähe von Grächen hat die Erde gebebt

Am Samstagabend kam es im Wallis zu einen Erdbeben, das viele Menschen deutlich gespürt haben dürften. Es wurde 11 Kilometer westlich von Grächen registriert.

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Am 25. Januar 2020 ereignete sich um 20.13 Uhr eine Beben mit einer Magnitude von etwa 3.0 auf der Richterskala. Das Erdbeben wurde ungefähr 11 km westlich von Grächen im Wallis registriert. Bereits in der Nacht auf den 30. November 2019 hatte es im Wallis gebebt, diesmal in der Nähe von Verbier. Seit Anfang November wird das Wallis von einer Erdbebenserie nördlich von Sitten heimgesucht. Bislang ist es zu über 100 Beben gekommen, darunter auch zu solchen, die für die Bevölkerung spürbar waren. In und rund um Sitten, unweit südlich der Epizentren, macht man sich Sorgen. «Die Leute sind wegen der aktuellen Erdbeben schon etwas beunruhigt», sagt Sittens Gemeindepräsident Philippe Varone. Im Schulunterricht üben die Kinder derzeit auch den Ernstfall. Zum Beispiel lernen die Kinder, wie sie sich bei Beben Schutz unter einem stabilen Tisch suchen sollen. Dies, um sich vor herabfallenden Gegenständen zu schützen. Das Wallis ist allgemein eine Erdbebenregion. Gemäss Statistik kann es dort in den nächsten Jahren laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz wiederum zu einem starken Beben mit einer Magnitude von 6 oder mehr kommen. Philipp Kästli vom Schweizerischen Erdbebendienst sagt: «Erdbebenschwärme sind im Wallis nicht unüblich, auch wenn es sich nun um einen aussergewöhnlich aktiven Erdbebenschwarm handelt und die stärksten Beben in spürbare Bereiche kamen.» Kästli: «Vereinfacht gesagt kommen die Spannungen in der Erdkruste von Süden her, wenn die afrikanische Platte gegen die europäische Kontinentalplatte drückt. Die Verschiebung der beiden Platten führt zu Spannungen im Untergrund und damit auch zu Beben im ganzen Alpenbogen.» Kästli: «Aktuell ist das Wallis erdbebenaktiver als beispielsweise Graubünden. Weshalb das so ist, lässt sich allerdings nicht einfach beschreiben. Bei den Plattenverschiebungen entstehen unterschiedliche Spannungsfelder, die sich nicht zeitgleich lösen müssen.» Kästli: «Das typische Verhalten eines Erdbebenschwarms ist, dass er nach einer gewissen Zeit wieder abklingt. Wie lange das geht, ob Tage oder Wochen, ist unterschiedlich. Kästli: «Natürlich ist es auch möglich, dass es zu einem stärkeren Beben, auch einem mit Schadensfolgen, kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zurzeit aber nicht sehr gross, sie beträgt fünf bis 10 Prozent.» Kästli: «Statistisch gesehen beträgt im Wallis die Wahrscheinlichkeit, dass es innerhalb eines Jahres zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von 6 oder mehr kommt, etwa ein Prozent. Wann ein solches Beben tatsächlich eintritt, lässt sich nicht vorgängig bestimmen.» Kästli: «Das Wallis ist sich einer solchen Gefahr aber bewusst: Die Einhaltung der schweizerischen Erdbebenbaunorm von 1989 ist dort obligatorisch. Somit sind alle neueren Gebäude auf ein starkes Beben ausgelegt. Bei älteren Gebäuden weiss man das nicht unbedingt.» Kästli: «Ab einer Magnitude von 6 muss in grösseren Gebieten mit Gebäudeschäden gerechnet werden. Dabei kann es auch zu Toten kommen, wie beim Erdbeben im Jahr 2016 in Amatrice in Italien, das sein Epizentrum nahe an Siedlungsgebieten hatte und über 300 Todesopfer forderte.» Kästli: «Dass dabei allerdings Steinmassive in Mitleidenschaft gezogen werden, ist nicht wahrscheinlich. Ich gehe nicht davon aus, dass ein ‹Big One› das Matterhorn zusammenfallen lässt.»

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In der Nähe von Grächen im Wallis hat die Erde gebebt. Das Beben ereignete sich um 20.13 Uhr mit einer Magnitude von etwa 3.0 auf der Richterskala.

Das Erdbeben wurde ungefähr 11 km westlich von Grächen registriert, wie der Schweizerische Erdbebendienst der ETH am Samstagabend mitteilte. Dieses Erdbeben dürfte in der Nähe des Epizentrums deutlich verspürt worden sein. Schäden seien bei einem Erdbeben dieser Stärke jedoch in der Regel nicht zu erwarten.

2019 war ein aussergewöhnliches Jahr

Das vergangene Jahr war in der Schweiz in Sachen Erdbeben ein aussergewöhnliches Jahr. Die Zahl der spürbaren Beben in der Schweiz und im grenznahen Ausland war nach Angaben des Erdbebendienstes an der ETH Zürich doppelt so hoch wie im langjährigen Mittel.

Die Mehrheit der Beben steht in einem Zusammenhang mit fünf aktiven Erdbeben-Sequenzen, also einer zeitlichen Häufung von Beben an einem bestimmten Ort. Eine dieser Sequenzen oder Erdbebenschwärme lag im Wallis im Gebiet zwischen Anzère und dem Sanetschpass.

Erdbebenschwarm im November

Der Erdbebenschwarm im November im Wallis führte zu 16 spürbaren Beben, zu denen von Einwohnerinnen und Einwohnern zusammengezählt etwa 2000 Verspürtmeldungen beim Erdbebendienst eingingen.

Ein Rekord sind die 1670 im vergangenen Jahr insgesamt registrierten Beben. Noch nie seit dem Beginn der modernen Erdbeben-Überwachung in den 1970er-Jahren waren es derart viele gewesen. Das stärkste Beben von 2019 hatte eine Magnitude von 4,2 und ereignete sich Ende Mai in der Nähe von Novel.

Menschen spüren ein Erdbeben in der Regel ab einer Magnitude von 2,5. Grund für den Rekord ist neben der hohen Erdbeben-Aktivität von 2019 die Verdichtung und Modernisierung des Messnetzes. Dies verbessert die Grundlagen für Gefährdungsmeldungen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • möchtegerngeograph am 25.01.2020 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bravo!

    11km westlich von grächen :) das wäre dann im turtmanntal, was eigentlich so gar nicht in der region von grächen liegt. gut gegoogelt!

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  • Walliser am 25.01.2020 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt stark!

    Das war echt heftig! So stark, dass ich auf dem Weg zum Kühlschrank umgefallen bin als ich die 3te Flasche Fendant holen wollte.

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  • Dino Schön am 25.01.2020 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gspürschmi - Meldungen

    Nur eine Frage der Zeit, bis die Magnitude zusammen mit der Richter-Skala in die Sozial-Politik Einzug hält.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gubbel am 27.01.2020 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    erdbeerensichere Häuser

    es ist nie etwas zu 100% sicher, genug stark und es kann auch hier eine massive Verbeerung geben

  • Diamondcobra am 27.01.2020 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Frank am 27.01.2020 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Walliser - Logik:

    Der Wolf ist schuld!

  • Skepticus am 26.01.2020 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Richterskala

    Die Erdbebenstärke wird NICHT auf der Richterskala angegeben sonder bloss als Zahl. Wann lernt ihr Zeitungsleute dies endlich?

    • asdf am 27.01.2020 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      nichts gelernt

      aber ständig andere belehren wollen = die Journallie im 21. Jahrhundert

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  • Housi vo Bigetu am 26.01.2020 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt!!!

    Jetzt!! Gleich Jetzt!! Es bebt wieder! Uff ist das Stark! Bin grad in Zermatt, sitze an der Hotelbar