Sexuelle Orientierung

17. Mai 2019 14:22; Akt: 17.05.2019 14:22 Print

In diesen Kantonen soll LGBTI-Hass erfasst werden

Eine offizielle statistische Erfassung von Hassverbrechen gegen LGBTI-Personen hat es bisher nicht gegeben. Nun wollen 13 Kantone dies einführen.

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Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle/Transgender und Intersexuelle (LGBTI) sind in der Schweiz nicht vor Hassverbrechen geschützt. Ein Grund sind fehlende Zahlen zum Ausmass dieser Verbrechen. Roman Heggli, Geschäftsleiter des Pink Cross sagt bei einer Medienkonferenz in Zürich und Lausanne dazu: «Ich höre immer wieder Geschichten von Menschen, die tätlich angegriffen werden. Wir haben in der Schweiz ein sehr grosses Problem mit Gewalt gegen LGBTI-Per-
sonen. Doch wir haben keine Ahnung, wie gross es tatsächlich ist. Die Zahlen fehlen.» Dies soll sich nun ändern.

In 13 Kantonen werden in diesen Tagen Vorstösse zur statistischen Erfassung von solchen Hassverbrechen eingereicht, wie das Pink Cross mitteilte. Eine offizielle statistische Erfassung sei dringend notwendig. Ein Grund für die bisherige Untätigkeit der Politik und Behörden seien die fehlenden Statistiken zu derartigen Verbrechen.

Gemäss internationalen Studien ist das Ausmass hoch, und das hat drastische Folgen bei den Betroffenen: Zum Beispiel eine mehrfach höhere Selbstmordrate bei LGBTI-Personen oder eine höhere Abhängigkeit von psychoaktiven Drogen bei Lesben. Weltweit steht die Schweiz auf Platz 27 von 49 im Ranking der LGBTI-Rechte.

Hohe Dunkelziffer

«Bei unserem internen Monitoring werden pro Woche zwei Fälle von Hate Crimes gemeldet, doch die Dunkelziffer ist enorm hoch. Zusätzlich fällt auf, dass die Angriffe kaum bei der Polizei gemeldet werden oder die Personen von der Polizei nicht ernst genommen werden», sagte Heggli weiter. «Wir haben nicht nur keine Zahlen, wir haben auch keine Gesetze, die uns schützen.»

Gerade in Zeiten, in der Populismus und Nationalismus zurückgekehrt ist, sei es enorm wichtig, Fakten zu haben, sagte BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti laut Redetext. Die Zürcherin hatte 2017 im Parlament eine entsprechende Motion eingereicht. Sie ist im Rat noch nicht behandelt worden, der Bundesrat empfiehlt sie zur Ablehnung.

«Das Argument, dass die Erfassung hohe Kosten verursachen würde, ist und bleibt mir schleierhaft. Versteckt sich dahinter vielleicht die Angst, dass man politisch die Augen vor etwas verschliessen will, was man nicht öffentlich haben will?», fragt Quadranti weiter. Die Tatsache sei nämlich, dass Hate Crimes passieren und dass man etwas unternehmen müsse.

Weiterbildung der Polizei

Um Hassverbrechen wegen der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität zu erfassen, ist nach Ansicht auch eine Aus- und Weiterbildung der Polizeibeamten in diesem Bereich notwendig. Da diese ebenfalls in der Kompetenz der Kantone liegt, fordern die kantonalen Vorstösse auch dazu Massnahmen.

Entsprechende Vorstösse werden in den Kantonen Aargau, Baselland, Basel-Stadt, Bern, Solothurn, St. Gallen, Zürich, Tessin, Freiburg, Neuenburg, Jura und Wallis eingereicht.
Der 17. Mai ist der «International Day against Homo-, Trans-, Bi- and Interphobia», kurz IDAHOBIT. An diesem Tag wird des 17. Mais 1990 gedacht, an dem die Weltgesundheitsorganisation WHO beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu klassifizieren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 17.05.2019 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun,

    Es besteht bereits eine Erfassung von Straftaten, Schweiz weit und in sämtlichen Kantonen. Dabei wird so ziemlich alles erfasst. Wieso wir jetzt für diese Gruppe noch eine spezielle Erfassung brauchen ist mir schleierhaft. Sind die eventuell besonders wertvoll, oder unter Denkmalschutz? Auf jeden Fall hat mal wieder jemand einen Weg gefunden, zusätzlich Steuergelder für ein Nonsense auszugeben und gleichzeitig wird diesen Menschen ein Stempel als besondere Randgruppe aufgedrückt.

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  • 21savage am 17.05.2019 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es reicht.

    reicht doch wenn man allgemein Hassverbrechen notiert...sehe keinen Grund diese extra zu erfassen. Die LGBTI Community beschwert sich doch immer dass sie nicht akzeptiert werden etc. Genau durch solche Sachen verstärkt man das.

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  • Mani Motz am 17.05.2019 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbrechen?

    Es ist Euch aber schon klar, was und wie die Bezeichnung "Verbrechen" definiert ist?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 18.05.2019 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch mit diesem Mist auf!

    Ein Verbrechen ist ein Verbrechen. Wer jemandem Gewalt antut gehört bestraft. Da ist es völlig Wurst ob das aus Hass, Macht oder Gier geschieht. Da ist es völlig Wurst ob das Homosexuelle oder Heterosexuelle betrifft! Der Begriff Hassverbrechen ist Unsinn und rechtlich völlig irrelevant! Durch solch absurde Forderungen wird wirklich Hass gegen Homosexuelle geschürt und diese Minderheiten werden noch mehr ins Abseits gedrängt... einfach nur dumm und traurig!

  • Mike Schenk am 18.05.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Wir haben doch grössere Probleme als das?

  • Dave am 18.05.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Maulkorb

    Hier wird die freie Meinungsäusserung durch den Gummibegriff "Hass" eingeschränkt. Für alle die das nicht einsehen: Bitte definiert "Hass" und/oder "Hetze" glasklar, so dass Zensur ausgeschlossen wird, und dann sagt mir warum die bestehenden Gesetzte nicht ausreichen!

  • Heinz7 am 18.05.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Wir fördern die Zuwanderungen von Kulturen und Religionen, welche LGBTI nicht akzeptieren. Gleichzeitig wollen wir die Diskriminierung andersgepolter aber bestrafen. Willkommen in der Schweiz.

  • Zensur aktiv? am 18.05.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    das Ganze zielt nur darauf ab

    am Ende per Gesetz ein Instrument in Händen zu halten, um den eigenen Hass gegen Religiöse und Kirchen insbesondere Priester/Pastoren per Gesetz auszuleben. Dann werden sie Priester/Pastoren zwingen sie zu verheiraten und zwingen nicht mehr das zu predigen, was Gott gesagt hat. Und dann hetzen sie Polizisten und Juristen auf Religiöse - gesetzlich gestützt. Um ihrem eigenen Hass einen Freipass zu geben und dies natürlich alles im Rahmen des Gesetzes. Das wird noch kommen. So läufts teilweise schon in den USA. Die klagen jeden an, der nichts mit Schwulen zu tun haben will. Zwang.