Ab 15. Dezember

03. Dezember 2019 11:14; Akt: 04.12.2019 15:31 Print

In diesen Zügen ins Tessin gibt es bald weniger Plätze

Die neuen Gotthard-Züge haben weniger Sitzplätze. Muss die SBB nun wieder Passagiere aus den Zügen bitten? Die Bahn schliesst das nicht aus.

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Weil der Ansturm auf die Züge in Richtung Tessin und zurück gross war, musste die SBB Anfang der Herbstferien Dutzende Passagiere bitten, aus den Zügen auszusteigen. Teils kamen Passagiere mit mehreren Stunden Verspätung an, weil auch nachfolgende Züge überfüllt waren. In einem Fall mussten sogar Passagiere mit Reservation aussteigen. Die SBB gab Fehler zu und versprach Besserung. Doch ausgerechnet auf beliebten Verbindungen morgens ins Tessin und abends zurück in die Deutschweiz reduziert die Bahn auf den Fahrplanwechsel am 15. Dezember das Sitzplatzangebot. Betroffen sind auf der Hinfahrt der Intercity, der Zürich um 8.10 Uhr Richtung Lugano verlässt. In der Gegenrichtung sind die Züge um 15.34 Uhr und 17.34 Uhr ab Lugano in Richtung Basel und sonntags um 19.04 Uhr ab Lugano in Richtung Zürich betroffen. (Symbolbild) Bisher waren auf diesen Verbindungen Intercity-Neigezüge unterwegs. Nun kommen dort die neuen Gotthard-Züge von Stadler, die sogenannten Giruno-Züge, zum Einsatz. Diese haben 71 Sitzplätze weniger. Auf den betroffenen Verbindungen fallen damit an kritischen Tagen, an denen jeweils zwei Züge zusammengekoppelt verkehren, je 142 Sitzplätze weg. An kritischen Sonntagen fallen so allein am Sonntagnachmittag und -abend über 400 Sitzplätze auf den drei Verbindungen aus dem Tessin in Richtung Deutschschweiz weg. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt, es stimme, dass die bisher eingesetzten ICN-Züge mehr Sitzplätze hätten. «Das ist auch so gewollt, weil den beiden Zügen ein grundlegend anderes Einsatzkonzept zu Grunde liegt.» (Symbolbild) So sei der ICN für den nationalen Fernverkehr konzipiert. «Da steht die Sitzplatzkapazität im Vordergrund», so Schärli. Der Giruno hingegen sei ein Hochgeschwindigkeitszug, der für lange Reisezeiten ausgelegt sei. (Symbolbild)

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Weil der Ansturm auf die Züge ins Tessin und aus dem Tessin gross war, musste die SBB Anfang der Herbstferien Dutzende Passagiere bitten, aus den Zügen auszusteigen. Teils kamen Passagiere mit mehreren Stunden Verspätung an, weil auch nachfolgende Züge überfüllt waren. In einem Fall mussten sogar Passagiere mit Reservation aussteigen (20 Minuten berichtete).

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Die SBB gab Fehler zu und versprach Besserung. Doch ausgerechnet auf beliebten Verbindungen morgens ins Tessin und abends zurück in die Deutschschweiz reduziert die Bahn auf den Fahrplanwechsel am 15. Dezember hin das Sitzplatzangebot.

142 Plätze weniger

Betroffen sind auf der Hinfahrt der Intercity, der Zürich um 8.10 Uhr Richtung Lugano verlässt. In der Gegenrichtung geht es um die Züge um 15.34 Uhr und 17.34 Uhr ab Lugano in Richtung Basel und sonntags um 19.04 Uhr ab Lugano in Richtung Zürich. Bisher waren auf diesen Verbindungen Intercity-Neigezüge unterwegs gewesen. Nun kommen dort die neuen Gotthard-Züge von Stadler, die Giruno-Züge, zum Einsatz.

Diese haben 71 Sitzplätze weniger. Auf den betroffenen Verbindungen fallen damit an kritischen Tagen, an denen jeweils zwei Züge zusammengekoppelt verkehren, je 142 Sitzplätze weg. So gibt es allein am Sonntagnachmittag und -abend aus dem Tessin in Richtung Deutschschweiz über 400 Sitzplätze weniger.

«Das ist so gewollt»

SBB-Sprecher Reto Schärli sagt, es stimme, dass die bisher eingesetzten ICN-Züge mehr Sitzplätze hätten. «Das ist auch so gewollt, weil den beiden Zügen ein grundlegend anderes Einsatzkonzept zu Grunde liegt.» So sei der ICN für den nationalen Fernverkehr konzipiert worden. «Da steht die Sitzplatzkapazität im Vordergrund», sagt Schärli.

Der Giruno hingegen sei ein Hochgeschwindigkeitszug, der für lange Reisezeiten ausgelegt sei. «Entsprechend werden in der ersten und zweiten Klasse weniger Sitzplätze eingebaut.» Tatsächlich wurden die Giruno-Züge für den Einsatz auf den internationalen Zügen in Richtung Italien beschafft. Doch wann sie als Eurocity-Züge nach Mailand und darüber hinaus fahren, ist noch nicht klar. Ab dem Fahrplanwechsel sind sie erst innerhalb der Schweiz unterwegs.

SBB empfiehlt Reservation

Normalerweise reichten die Kapazitäten der Züge, wenn zwei von ihnen zusammengekoppelt fahren würden, so Schärli. An kritischen Tagen könne das anders aussehen: «Es kann an Spitzentagen vorkommen, dass der Platz knapp wird und wir Kunden verärgern. Die SBB bedauert das», sagt Schärli.

Es sei das Ziel der SBB, auf Intercity-Verbindungen auch zu Hauptverkehrszeiten genügend Sitzplätze anbieten zu können. Darum setze sie wenn immer möglich Doppelstockzüge ein. Noch ist das auf den Verbindungen ins Tessin nicht möglich. Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels Ende 2020 ändere sich das. «Dann kann die SBB an Spitzentagen Doppelstockzüge auf der Nord-Süd-Achse führen und so noch mehr Sitzplätze zur Verfügung stellen», sagt Schärli

«Führt zu unerfreulichen Situationen»

Die SBB empfehle ihren Kunden, innerhalb der Schweiz die Intercity-Züge zu nutzen und nicht die Eurocity-Züge. Auf den Verbindungen zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz kommen diese oft schon fast voll aus Italien über die Grenze. «Bei der Reise in einem Eurocity-Zug empfehlen wir, im Voraus einen Platz zu reservieren», so Schärli. Wer seine Reise flexibel gestalten könne, sollte zudem in der Nebenverkehrszeit reisen. Dann profitiere man von weniger ausgelasteten Zügen und dank Sparbilletten von günstigeren Preisen.

Bei Pro Bahn kommt der Sitzplatzabbau nicht gut an. Präsidentin Karin Blättler sagt: «Wir sind überzeugt, dass das noch vermehrt zu unerfreulichen Situationen führen wird.» Um die erwarteten überlasteten Züge zu entschärfen, erwarte sie von der SBB, dass diese Entlastungszüge bereitstelle und den Verkauf von Sparbilletten auf betroffenen Verbindungen einschränke oder komplett einstelle. Zudem rät Blättler Passagieren, sich nicht nur auf die Auslastungs-Anzeige in der App zu verlassen.

SBB-Sprecher Schärli sagt, die SBB plane für die wenigen Spitzentage ein spezielles Angebot. Details würden zu gegebener Zeit kommuniziert. «An allen übrigen Tagen wird die Sitzplatzkapazität mit dem geplanten Rollmaterial gemäss der heutigen Planung grundsätzlich ausreichend sein. Ausnahmen aufgrund spezieller Wettersituationen sind – wie bei anderen Verbindungen auch – immer möglich.»

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu Tobler am 03.12.2019 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alternative

    Mit der SOB über die alte Strecke. Geht zwar etwas länger, hat aber mehr von der Fahrt.

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  • NS2037 am 03.12.2019 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlastungszug

    Wenn man jetzt schon weis welche Züge zu wenig Platz haben, dann lasst doch hinterher noch einen Zusatzzug fahren. Rollmaterial hats ja genügend wenn immer wieder neue Züge eingesetzt werden.

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  • k.kinski. am 03.12.2019 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    SBB.

    ENDLICH. Dachte schon, ihr habt die Artikel über die SBB vergessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • beat bachmann am 04.12.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt schon überlastet

    wären 4 röhren gebaut worden, hätte die kapazität den bedürfnissen entsprochen. wie soll der huckepack abgewickelt werden, wenn der gotthard schon jetzt überlastet ist.

  • Re460 am 04.12.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt noch Besser: Siehe Wikipedia

    Es kommt noch "besser", laus Wikipedia Artikel "SBB RABe 501". Dort steht folgendes: "Ausserdem bestehe eine Option für den Kauf von 92 weiteren Kompositionen". Also hat die SBB die Möglichkeit 92 (!!!) weitere solche "Wenig-Platz-Kisten" zu kaufen, ohne Neuausschreibung. Hoffentlich nicht. Befürchte eine Giruno-Epidemie, wollen damit wohl EV IV und ICN ersetzen?! Würde lustig im Pendlerverkehr. Das sollte um jeden Fall verhindert werden. Besser weitere Re460 und IC 2000 Wagen nach original Plänen bauen, aber bitte von einem fähigen Hersteller. Diese 92 Stk. Option wäre ein Artikel hier wert.

    • Ja am 04.12.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Re460

      Solche Schrott Kisten Hätten lieber ICE4 und Freccia 1000 Kauft.Besser also Stadler ist das Letzte.

    • Dampflokführer am 04.12.2019 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Re460

      Und mit den 460er und EWIV können sie aber nicht von Deuschland nach Italien fahren wie mit dem Giruno,haben sie auch schon überlegt das man zwei Girunos zusammen hängen kann?

    • Re460 am 04.12.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      Braucht niemals 92 internationale Züge

      Ja, aber EC-Wagen, oder die ETR610. Und niemals wird die SBB 92 Züge für den internationalen Verkehr brauchen. Daher sind die sicher als Ersatz für die nationalen einstöckigen Fernverkehrszüge (fehl)geplant. Hoffentlich nicht, wäre ein riesiges Eigentor. Ja 2 Girunos zusammen 2x weniger Platz als 2x ETR610 oder Lok+EC-Wagen. Kann ja auch Mehrsystemloks kaufen wie Bombardier Traxx aber dann heulen die Stadler Fanboys wieder auf. Bin auch gespannt wie das bei den neuen Stadlerli Traverso funktioniert betreffend Platz auf der Linie Basel-Luzern. Könnte eng werden.

    • JaJa am 04.12.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

      FS-SNCF-DB

      Lassen wir die FS DB u SNCF doch in der Schweiz die internationalen Zuege fahren. Giruno welch eine Fehlkonstruktion ich schäme mich für die SBB.

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  • LizAargau am 04.12.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder!!

    Auch wir mussten, umgestiegen in Arth Goldau, die ganze Strecke bis nach Bellinzona, stehend verbringen, zu allem Elend noch im Einstiegbereich wo sich das WC befindet. Alle Gänge in den Abteilen waren verstopft von Passagieren die ebenfalls stehen mussten. Eine Schande, denn wir alle haben unsere Tickets bezahlt. Nie wieder!!

  • SBB am 04.12.2019 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ceo Meyer

    Mann Regt sich nur noch auf über Tilo und EC ist nicht gut für Herz!Wenn mann solche Fahrpläne macht.Meyer ist ein Hobby Manger. Dem ist die SBB egal vorallem der Gotthard.

  • B. Asler am 04.12.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Was sei gewollt? Weiss was ganz anderes!

    Warum schreiben die SBB dass dies mit weniger Pläzen gewollt sei? Kann man doch im Bahnforum lesen Zitat:"dass die SBB dazu gezwungen waren neue Züge für den Gotthard zu bestellen. Eigentlich waren sie mit keinem der angebotenen Zügen zufrieden (Giruno denke ich gerade wegen der zu geringen Anzahl Sitzplätze) und wollten stattdessen noch mehr ETR 610 bestellen. Das BAV wollte das jedoch nicht akzeptieren da diese eben das BehiG nicht erfüllen." Zit. Ende. Aha, SBB auch nicht zufrieden! Im Bahnforum erfährt man viel, hat auch viel Bähnler dort welche Infos posten.

    • Nja am 04.12.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B. Asler

      So ist es genau Liber Italo und Rossa 1000er Bestellet als dieser Gugus Giruno.

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