Abstimmung vom 25. September

14. September 2016 16:45; Akt: 14.09.2016 17:02 Print

Initiativen haben einen schweren Stand

Die beiden Initiativen Grüne Wirtschaft und AHVplus dürften vom Stimmvolk abgelehnt werden. Das sagt auch die Trendumfrage der SRG.

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Begehren der Grünen: Noch letzte Woche hätten sich 61 Prozent für die Wirtschafts-Initiative ausgesprochen. (Archiv) (Bild: Keystone)

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Nein zu den beiden Initiativen Grüne Wirtschaft und AHVplus, Ja zum Nachrichtendienstgesetz: Vor der Schlussmobilisierung zur Volksabstimmung vom 25. September zeichnet die zweite SRG-Trendumfrage ein klares Bild – auch wenn die Befürworter der Initiative «Grüne Wirtschaft» noch knapp vorne liegen. Damit bestätigt die SRG die Resultate der grossen Tamedia-Umfrage.

Wäre vergangene Woche abgestimmt worden, hätten 51 Prozent bestimmt oder eher ein Ja für das Begehren der Grünen in die Urne gelegt, 38 Prozent ein Nein. 11 Prozent wären noch unentschlossen gewesen.

Ein anderes Bild in der ersten Umfrage

Zum Vergleich: In der ersten SRG-Trendumfrage hatten sich noch 61 Prozent für die Initiative ausgesprochen, 24 Prozent dagegen. 15 Prozent waren noch unentschlossen.

Die am Mittwoch veröffentlichte Studie der Forschungsanstalt gfs.bern im Auftrag der SRG spricht deshalb von einer «knappen, aber erodierenden Ja-Mehrheit». Ein Nein in zehn Tagen sei wahrscheinlicher als ein Ja, der Trend sei klar.

Röstigraben absehbar

Die allgemeine Entwicklung finde sich vor allem in der deutschsprachigen Schweiz. Dort sei die Zustimmungsbereitschaft von anfänglich 63 auf 49 Prozent gesunken. Das Gegenteil sei in den französisch- und italienischsprachigen Landesteilen der Fall.

Populärstes Argument für die Initiative ist laut den Meinungsforschern, dass der Ressourcenverbrauch gesenkt werden soll, um die Lebensgrundlage für die Nachfahren zu erhalten. 83 Prozent der Teilnahmewilligen stimmten dem zu.

Bei den Botschaften der Nein-Seite schneidet die Kritik an der Bevormundung der Konsumentinnen und Konsumenten mit 61 Prozent Zustimmung am besten ab.

AHV-Initiative im Gegenwind

Ein deutliches Nein zeichnet sich gemäss den neusten Zahlen bei der AHVplus-Initiative der Gewerkschaften ab. Aktuell würden 52 Prozent der Befragten bestimmt oder eher dagegen stimmen. 40 Prozent wären bestimmt oder eher dafür. Unentschieden wären noch 8 Prozent.

Das Volksbegehren war bei der ersten Trendumfrage noch auf mehr Beifall gestossen. Die Befürworter lagen fünf Wochen vor der Abstimmung vorn - mit 49 Prozent gegenüber 43 Prozent auf der Nein-Seite. Jedoch war dies keine gesicherte Mehrheit.

«Setzt sich der Trend bis zum Abstimmungstag gleichermassen fort, wird die Vorlage verworfen», schreiben die Politologen. Populärste Nein-Botschaft sei, dass es keine punktuellen Massnahmen brauche, sondern eine Gesamtreform. 64 Prozent teilten das. Umgekehrt befänden 54 Prozent die Begründung der Befürworter als einleuchtend, es sei Zeit für eine Erhöhung der AHV-Renten.

Unschlüssigkeit beim NDG

Die klarsten Verhältnisse herrschen derzeit beim Nachrichtendienstgesetz (NDG). Die Befürworter können auf eine solide Ja-Mehrheit hoffen. Sie gehen in der zweiten SRG-Umfrage mit 18 Prozentpunkten Vorsprung in die Ausmarchung.

Unschlüssig, was sie stimmen sollen, waren vergangene Woche 12 Prozent der Befragten. Damit ist die Unschlüssigkeit um 5 Prozentpunkte gewachsen. Dies liege vor allem an den Wählern, die nicht an eine Partei gebunden seien. Bei ihnen ist die Unschlüssigkeit von 11 auf 19 Prozent gestiegen.

Normalerweise verteilen sich die Unschlüssigen auf beide Seiten. Das würde gemäss den Forschern zu einer Ja-Mehrheit führen. Bei fortgesetzter Verunsicherung sei der Ausgang allerdings offener.

Terrorangst hilft der Vorlage

Die populärsten Botschaften der Ja-Seite beziehen sich auf die Möglichkeiten des Missbrauchs neuer Technologien. 71 Prozent der Teilnahmewilligen finden, dass digitale Medien das neue Gesetz notwendig machen. 59 Prozent sehen darin auch eine Sicherheitsmassnahme gegen Terrorismus.

Die am meisten akzeptierte Botschaft gegen das neue Gesetz bezieht sich auf den mangelnden Schutz der Privatsphäre. 53 Prozent sind damit einverstanden.

gfs.bern hat zwischen dem 31. August und dem 8. September 1415 repräsentativ ausgewählte Stimmberechtigte in allen Landesteilen telefonisch befragt. Der Stichprobenfehler geben die Meinungsforscher mit plus/minus 2,7 Prozentpunkten an.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AenduF am 14.09.2016 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NDG

    Mmh, irgendwie habe ich kein soo gutes Gefühl betreffend dem neuen NDG. Damit ein Verdacht entsteht müssen ja millionen von unverdächtigen Daten gerastert werden. Wer legt aber fest was verdächtig ist. Reicht schon eine Einladung zu einer Party mit Bombenstimmung an der es ordentlich krachen wird? Oder die Suche im Internet nach Islamisten oder Terror? Selbst wenn man nichts zu verbergen hat, kann man durchaus in irgend einem Filter hängen bleiben.

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  • Blü am 14.09.2016 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder...

    Ist das wieder eine gezielte Manipulation vor der Abstimmung? Wäre ja bekanntlich nicht das 1. Mal...

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  • Demokrat am 14.09.2016 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder darf wie er will

    Man sollte diese unsinnigen Umfragen verbieten, denn aussagekräftig sind sie sowieso nicht und zweitens, kann es das Volk negativ beeinflussen! Wenn jemand für Grüne Wirtschaft stimmen will, dann hat niemand das Recht im Voraus zu behaupten keine Chancen zu haben. Gleiches gilt für vergangene Initiativen wie MEI. Wenn jemand dafür stimmen will soll er das tun können ohne manipuliert zu werden von Medien-Meinungsumfragen! Auch Kommentare sind zum Teil das allerletzte, denn jeder soll stimmen was er will und muss sich von andersdenkenden fertig machen lassen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • AK am 17.09.2016 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einsparungen

    Ideen für Einsparungen bei der AHV/IV: - Keine Witwen-/ Witwerrente mehr, ausser man hat minderjährige Kinder; erst recht keine Hinterlassenrenten für geschiedene Ehegatten - keine Auszahlung der IV-Renten, für welche die ausgeschafft werden - massive Kürzung der Kinderrenten - Kinderrenten nur noch bis zum 18. Lebensjahr - ...

  • Snowden am 15.09.2016 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nein zum NDG

    bitte stimmt gegen NDG. Wollt ihr die totale überwachung im privatbereich? Datenschutz? Big Brother is watching you! Überwacht werdet ihr so wie so, aber dies muss nicht auch gleich im gesetzt verankert werden. Überwachungsstaat!

    • Buechi am 15.09.2016 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Snowden

      Ja, wollen wir!

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  • No Non Nein am 15.09.2016 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Wichtigste

    ist, dass das NDG abgelehnt wird! Denkt gut darüber nach. Die Folgen bei Annahme sind verheerend. Für einmal ist den Grünen und Linken zu danken, denn ohne sie wäre das einfach beschlossen worden, nicht zur Abstimmung gekommen. Nutzen wir das Privileg richtig.

    • Pirat29 am 15.09.2016 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nein zu Acta, Nein zu Big Brother

      ich stimme auch Nein! Aber es gibt viel zu viele Ja Anteile, die Initiative wird durchkommen, keine Chance...

    • Claudio Graf am 21.09.2016 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Google hört ab und zeichnet auf

      Wir haben schon genug Spione, ohne dass jeder es weiss: - also NEIN, NEIN, NEIN

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  • Chris AM am 15.09.2016 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Muss ich echt JA sagen, damit andere meine Lebensgrundlage nicht zerstören dürfen??? Ich finde ein solches System etwas mager, denn eigentlich sollten wir darüber abstimmen müssen, ob eine Firma bestimmte Dinge tun darf oder nicht, wenn sie dann nur annähernd die breite Öffentlichkeit gefährden...

  • Laura am 15.09.2016 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Gegenteil

    Ich höre immer was die Regierung uns "empfehlen ", und stimme das Gegenteil ab!

    • Strupi am 15.09.2016 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Laura

      Das ist aber nicht gut und zeugt nicht von genügendem Verständnis der Demokratie und der nötigen Fähigkeiten abzuschätzen was für die Allgemeinheit am Besten ist, sowie ist dieses Verhalten nur Kindisch. Solchen Leute würde ich am liebsten das Stimmrecht entziehen, wenn sie nur aus Trotz und nicht durch sachliche Argumente für oder gegen eine Initiative stimmen.

    • No Non Nein am 15.09.2016 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Strupi

      Nach sachlicher Information und Abwägung kommt man meist zum Schluss, dass die Empfehlungen des BR tatsächlich abzulehnen sind. Von kindisch keine Rede.

    • Strupi am 15.09.2016 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      @No Non Nein

      Kindisch stand im Bezug, ohne sich gross zu informieren einfach das Gegenteil des Bundesrates zu sagen. Das Gegenteil, dem Bundesrat blind folgen, zeugt ebenfalls von nicht Mündig zu sein.

    • Waterpolo1s am 15.09.2016 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Strupi

      Bravo Struppi!!! Wie oft wurde aus reinem Trotz ein JA in die Urne gelegt, obwohl Frau/Mann eigentlich Nein gestimmt hätten .. bedenklich und sehr gefährlich ....!!!

    • No Non Nein am 15.09.2016 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waterpolo1s

      Ach, und das wissen Sie haargenau, ob aus "Trotz" abgestimmt wurde? Leider ist es Fakt, dass unsere Regierung nicht mehr im Sinne des Bürgers, sondern der Wirtschaft, Globalisierung Voten empfiehlt. DAS ist gefährlich und nichts anderes.

    • Waterpolo1s am 15.09.2016 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @No Non Nein

      Oh ja, dass weiss ich ganz genau! Haben Sie noch nie trotzig abgestimmt? Bin auf Ihre ehrliche Antwort gespannt???

    • No Non Nein am 15.09.2016 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waterpolo1s

      Nein, hab ich nicht. Ich stimme nach Sachverstand und Meinungsbildung ab, die meist nicht mit dem BR identisch ist. Soll das Trotz sein..?

    • Waterpolo1s am 15.09.2016 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @No Non Nein

      Super einer weniger der aus Trotz falsch abstimmt . wir beide müssen nicht mehr abstimmen . unsere Stimmen heben sich auf. lach

    • Critical am 15.09.2016 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waterpolo1s

      Am besten Sie geben Ihre Stimme nicht ab. Wer meint urteilen zu müssen, was falsch oder richtig ist, hat keine Stimme verdient. So long:)

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