Crash-Statistik

20. Mai 2012 12:26; Akt: 20.05.2012 12:46 Print

Innerrhödler sind die wahren Aargauer

Eine neue Auswertung der Unfallstatistik ergibt, dass die Autofahrer aus Appenzell Innerrhoden, Bern und Luzern besonders oft crashen. Die Romands schauen dafür häufiger zu tief ins Glas.

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Die Autofahrer aus Appenzell Innerrhoden, Bern und Luzern verursachten 2011 am meisten Unfälle mit Toten und Verletzten im Verhältnis zu den registrierten Fahrzeugen. Das hat die «SonntagsZeitung» herausgefunden, indem sie alle 54 916 Unfallprotokolle der Polizei aus dem letzten Jahr auswertete. Pro 10 000 registrierte Fahrzeuge gibt es in Innerrhoden 35,2 schwere Unfälle, in Bern 31 und in Luzern 30,4. Nicht mitgerechnet sind die Unfälle, die Fahrer von Mietwagen verursacht haben.

Am besten schneiden die Urner mit nur 13,3 Crashs ab, ebenfalls sicher fahren die Obwaldner mit 14,9 Unfällen. Zürcher (23,5), Aargauer (27,1), Basler (23,9) und St. Galler (27,9) tummeln sich im Mittelfeld. Die Romands weisen mit durchschnittlich 24 Unfällen bessere Werte auf als die Deutschschweizer mit 27. Worauf die grossen Unterschiede zwischen den Kantonen zurückzuführen sind, geht aus den Daten nicht hervor. Im Artikel wird einzig der für Verkehr zuständige Innerrhödler Landesfähnrich Martin Bürki zitiert: «Es wurden bereits Massnahmen eingeleitet, welche zur Minderung von Unfällen führen sollen.»

Kommen Westschweizer und Tessiner bei der generellen Unfallstatistik noch gut weg, verursachen sie sich dafür häufiger Crashs wegen Alkohol am Steuer: Dort sind die Walliser Spitzenreiter, gefolgt von den Tessinern. Musterschüler sind die Bewohner der beiden Basler Halbkantone – und als Ausreisser in der Romandie die Jurassier.

Frauen fahren sicherer

Frauen gelten als vorsichtigere Autofahrer – zu Recht, wie die Zahlen zeigen: Nur ein Drittel der Unfälle geht auf ihr Konto. Das gilt selbst für Parkplatzunfälle. Einzig unter den Geisterfahrern, die Kollisionen verursachen, sind sie mit 80 Prozent deutlich übervertreten.

Die Rangliste der häufigsten Unfallursachen wird angeführt von der «momentanen Unaufmerksamkeit», die zu fast 6000 Crashs führte. Nummer 2 ist die Einwirkung von Alkohol mit 4548, Nummer 3 zu nahes Aufschliessen mit 3670 Unfällen. Technisch gesehen haben die Schweizer hingegen (fast) alles im Griff: Nur bei 1143 Unfällen war mangelhafte Bedienung des Fahrzeugs die Ursache.

Sollten Sie wegen der ganzen Unfallzahlen-Huberei erwägen, auf eine Ausfahrt heute zu verzichten, seien Sie beruhigt. Der Sonntag ist mit Abstand der sicherste Tag auf den Schweizer Strassen: Es passieren 21 Prozent weniger Unfälle als im Schnitt aller Wochentage. Auch der Montag ist mit minus 4 Prozent noch relativ sicher. Am gefährlichsten ist der Freitag: Mit dem Wochenende vor Augen verursachen die Schweizer Autofahrer 13 Prozent mehr schwere Crashs.

(hhs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Guschti am 20.05.2012 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aargauer bleiben die Aargauer...

    Da die meisten von ihnen in ZuvorkommendHöflich unterwegs sind, und wir halt gut auf sie aufpassen, passiert mit ihnen immer weniger. Damit sind sie für uns Zürcher ein Heidenstress jeden Tag! ;-)

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  • d.keller am 20.05.2012 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    AI warum

    AI hat übrigens keinen einzigen kilometer autobahn oder autostrasse. Autobahnen gelten als die sichersten strassen. Im ganzen kanton hat es fast ausschliesslich kurvige strassen, max. gehts 500 m geradeaus. Die AI nummern im bereich 20'000-30'000 sind mietwagen. Dies sind keine innerrhödler fahrer. Viele unfälle werden auch von tagesausflüglern verursacht.

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  • Bruno S am 21.05.2012 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Na ja, die Urner haben ja auch am wenigsten Strassen.!? Und die Luzerner um alle ecken herum .?!! Ist ja Logisch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Burri Timo am 22.05.2012 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Europäisches Unfallprotokoll

    Meine Damen und Herren, diese Statistiken sind ja gut und recht, nur überhaupt nicht absolut und objektiv. Denn in diese Statistikenfliessen nur die Unfälle welche von der Polizei auch aufgenommen werden. D.h. schwere Unfälle und Unfälle mit krassen Regelverstössen. Sämtliche kleine Unfälle welche mit dem Europäischen Unfallprotokoll erledigt werden, sind in keiner Statistik geführt. Nun kann es gut sein, dass sehr viele dieser kleinen Unfälle durch Frauen verursacht werden und nicht in die Statistik einfliessen.

  • Marcel Müller am 21.05.2012 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herkunft egal

    Aargau, Thurgau, Luzern oder Bern. Es kommt nicht auf den Kanton an sondern auf die Leute. Dass so viele verunfallen liegt einfach daran dass sie nicht Auto fahren können. Da ist es auch egal ob es ein deutsches, polnisches, französisches nummernschild hat. Die meisten Menschen können im Straßenverkehr einfach keine richtigen Entscheidungen treffen. Jeden Tag hat's Staus wegen Leuten die nich Auto fahren können.

  • J/M am 21.05.2012 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statistik

    ...es lebe die Statistik!

  • Bruno S am 21.05.2012 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Na ja, die Urner haben ja auch am wenigsten Strassen.!? Und die Luzerner um alle ecken herum .?!! Ist ja Logisch.

  • Appezölle'frönd am 21.05.2012 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mietwagen

    Sehr viele Autos mit Innerrhödler Schilder sind vermietet!