Bundesrat winkt ab

17. Februar 2014 22:39; Akt: 18.02.2014 11:24 Print

Insekten sollen nicht auf den Teller kommen

Der Bundesrat will Insekten nicht als Lebensmittel zulassen. Denn diese könnten giftig sein, Allergien auslösen oder Krankheiten übertragen.

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«Der Verzehr von Insekten sorgt für eine genügende Proteinzufuhr und gleicht so die mangelnde Verfügbarkeit von Fleisch aus», sagt die GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Gegrillte Grillen, knusprige Heuschrecken, karamellisierte Mehlwürmer – das verschlägt dem Bundesrat den Appetit. Zwar sei der Konsum von Insekten nicht verboten, schreibt er in der Antwort auf die Interpellation der grünliberalen Nationalrätin Isabelle Chevalley. Auch begrüsse er die Bestrebungen, Alternativen für eine nachhaltige Ernährung zu finden.

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Doch die Abgabe und das Anbieten von Insekten als Lebensmittel sei nicht erlaubt – und soll auch nicht erlaubt werden: «Bis heute fehlen verlässliche Daten, die aufzeigen, dass die zum Verzehr vorgesehenen Insekten keine giftigen Substanzen enthalten, die die Gesundheit schädigen können», so der Bundesrat. Es fehlten auch verlässliche Daten, ob die Proteine der Insekten allergisch wirken könnten und ob durch den Konsum Krankheiten auf den Menschen übertragen werden können.

«Meeresfrüchte und Pilze sind ebenfalls gefährlich»

Chevalley, die selber schon Larven und Mehlwürmer gegessen hat, findet die Antwort des Bundesrates absurd: «Seit Millionen Jahren essen Milliarden von Menschen Insekten. Und jetzt hat man Angst vor Allergien?» Wie viele Menschen seien auf Pilze und Meeresfrüchte allergisch und würden sogar davon sterben. Dennoch verbiete man diese nicht. Auch die Angst vor Krankheitsübertragungen und giftigen Substanzen sei lächerlich: «Die Insekten würden ja gezüchtet und nicht auf der freien Wildbahn eingefangen.»

Aufgeben will Chevalley aber nicht. Sie plant bereits einen weiteren Vorstoss, mit dem Ziel, Insekten als Lebensmittel kaufen zu dürfen.

Vorbild ist Belgien, wo im Dezember letzten Jahres zehn Insektenarten als Lebensmittel zugelassen wurden.«Der Verzehr von Insekten sorgt für eine genügende Proteinzufur und gleicht so die mangelnde Verfügbarkeit von Fleisch aus», sagt die Waadtländerin. Pro Hektare könnten viel mehr Insekten- als Tierproteine hergestellt werden.

Insekten-Snack im Bundeshaus

Nun will Chevalley ihren Parlamentarierkollegen die Tierchen schmackhaft machen. Am 10. März offeriert sie im Bundeshaus einen Insekten-Snack.

Unterstützt wird Chevalley von den Gründern des Start-ups EntoMonde aus der Ostschweiz. Es entwickelt zurzeit eine Zuchtbox, die es Interessierten erlauben soll, zu Hause legal Insekten für den privaten Konsum zu züchten. Die Produktion von Insekten sei sowohl sozial, ökologisch als auch ökonomisch nachhaltiger als die anderer Tiere.

(dp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Muster am 17.02.2014 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viiiiel zu gefährlich

    Insekten werden wegen möglicher Risiken nicht zugelassen, aber was ist mit Gen-Soja, Gen-Mais usw.? Im Gegensatz zu Insekten kennt man hier die Risiken wirklich nicht, und trotzdem ist das kein Problem für die Regierungen.

    einklappen einklappen
  • Patrick Hartmann am 18.02.2014 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Insekten gelten nicht als Lebenmittel?

    Aber E-Liquids denn wieder schon? Verrückte Welt!

  • Franz am 17.02.2014 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    1kg. Rindfleisch benötigt für die Produktion ca. 1500 Liter Trinkwasser. 1kg Mehlwürmer wahrscheinlich nicht.en guete

Die neusten Leser-Kommentare

  • john am 18.02.2014 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    frage der zeit

    früher oder später wird auch der westen insekten als nahrungsmittel in betracht ziehen müssen. die menschen werden nicht weniger und ressoucen können nicht ewig erhöht werden.

  • Kääs Müüsli am 18.02.2014 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zigatetten können tödlich sein

    und der Staat verdient fett Geld damit und schreibts sogar noch drauf, dass der Konsum tödlich sein kann. Aber Insekten zu essen bleibt verboten. Hätten dies Käffer eine bessere Lobby, wären sie schon bei uns auf dem Teller

  • Ameliore am 18.02.2014 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Glück für die Insekten

    Die Insekten haben glücklicherweise keine Lobby im Bundeshaus (wie zum Beispiel Gen-Pflanzen) die für sie ganz oben Werbung macht und VIELVIELVIEL Geld verspricht. Es kann auch nicht sein, dass eine uralte Nahrungsgrundlage für Milliarden von Menschen verträglich mit der Gesundheit ist! Wahrscheinlich haben die Lobbyisten der Pharmamultis hier versagt: Sie konnten anscheinend keinen grossen Geldsegen durch Medikamente, die die Bekömmlichkeit von Insekten steigern, nachweisen.

  • Patrick Hartmann am 18.02.2014 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Insekten gelten nicht als Lebenmittel?

    Aber E-Liquids denn wieder schon? Verrückte Welt!

  • Herr Wettermann am 18.02.2014 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Wieso muss der BR uns vorschreiben was wir zu essen haben? Da steckt doch mit Garantie die Pharma dahinter, die genau weiss, dass diese Viecher noch gesund sein könnten und die Menschen so dann weniger Medikamente brauchen... wir werden mit fadenscheinigen Gründen manipuliert, um die teuren Medis in grossen Massen zu verkaufen! Siehe Strophantin, siehe Amygdalin. Auch hier behauptet die EU, dass diese Stoffe giftig oder unwirksam sind, dabei gibt es klare wissenschaftliche Beweise, dass sie den Menschen heilen, bzw. gesund halten!