Neue Zölle

15. September 2008 16:18; Akt: 15.09.2008 17:33 Print

Internet-Shopping wird massiv teurer

von Adrian Müller - Paradigmen-Wechsel an der Warengrenze: Ab 1. Oktober verzollt die Post und nicht mehr die Zollverwaltung importierte Pakete. Dies vermiest Schnäppchenjägern ein Geschäft, welches bei Ebay boomt. Mit einem Trick lassen sich Taxen jedoch umschiffen.

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Ob billiger Fotoapparat aus Deutschland oder Markenjeans aus den USA: Ab 1. Oktober fallen für alle Auslandpakete höhere Zölle an. Bei einem Warenwert von bis zu 500 Franken schlägt dies mit 18 Franken pro Paket zu Buche, ab 500 Franken sind es sogar 35 Franken.

Pöstler amten als Zöllner

Die hohen Tarife sind die Folge der Liberalisierung des Zollgesetzes: Ab 1. Oktober verzollt die Pakete nicht mehr die Zollverwaltung, sondern die Post selber. Nun kommt nicht mehr der Steuerzahler für die Kosten auf: «Neu gilt das Verursacherprinzip», sagt Walter Pavel, Leiter Kommunikation der Eidgenössischen Zollverwaltung, gegenüber dem «Landboten». Die Post wälzt die Kosten direkt auf die Kunden ab: «Wir haben 100 neue Spezialisten für die Verzollung angestellt», sagt Oliver Flüeler, Mediensprecher Post. Die Kosten beliefen sich auf 30 Millionen pro Jahr.

Viele Ebay-Kunden betroffen

Viele Schnäppchenjäger werden ihr blaues Wunder erleben: «75 Prozent der bei Ebay Schweiz ersteigerten Waren stammen aus dem Ausland», erklärt Sabine Schneider, Mediensprecherin Ebay. Vor allem aus den USA würden wegen dem tiefen Dollar-Kurs sehr viele Waren importiert. «Auch wenn die Zölle aufschlagen, Markenjeans aus den USA zu importieren lohnt sich immer noch», betont Schneider. Sowieso lassen es sich Herr und Frau Schweizer im internationalen Vergleich gut gehen: «Die Schweizer kaufen eher teurere Waren», sagt Schneider. Im Gegensatz zum Auktionsriesen Ebay sieht das Schweizer Pendant «Ricardo.ch» der Neuerung gelassen entgegen: «Für uns ist das sogar positiv – 99 Prozent der Produkte werden innerhalb der Schweiz gehandelt», sagt Ricardo-Mediensprecherin Mojca Fuks.

Einfacher Trick schont Portemonnaie

Wer trotzdem gerne im Ausland shoppt, sollte einen Grundsatz beachten: Bis zu einem Warenwert von 65 Franken verrechnet die Post keine Zölle – Aufwand und Ertrag stimmen nicht. Es kann sich also lohnen, beispielsweise jede CD einzeln anstatt zusammen zu bestellen.