Artensterben

06. Mai 2019 15:14; Akt: 07.05.2019 08:44 Print

«Die Schweiz ist am stärksten betroffen»

von Sigrid Schatton - Nach dem schockierenden UNO-Bericht zum Artensterben fällt der Blick auch auf die Schweiz. In keinem Land sei der Anteil bedrohter Arten höher, so eine Expertin.

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Corina Gyssler ist Mediensprecherin des WWF Schweiz. Im Gespräch mit 20 Minuten erklärt sie die Hauptursachen für das Artensterben in der Schweiz und was wir dagegen tun können.

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Frau Gyssler, wie schlimm steht es um die Schweizer Artenvielfalt?
Schlimm. Der Anteil der bedrohten Arten ist in keinem Land der Welt so gross wie bei uns. Über ein Drittel der Pflanzen, Tiere und Pilzarten gilt als bedroht.

Über welche Arten sprechen wir?
Insekten, wichtige Bestäuber wie Bienen, aber auch Vögel, Reptilien, Fische und grössere Tierarten wie der Luchs oder Wolf, die die Artenpopulationen in unseren Wäldern regulieren sollten.

Und schuld ist der Mensch?
Der Mensch und seine intensive Landwirtschaft, die die Biodiversität zu wenig berücksichtigt. Für die Stromproduktion beispielsweise werden Flüsse und Bäche begradigt. Dadurch gehen natürliche Schutz- und Laichräume aquatischer Lebensarten verloren.

Der Anteil an bedrohten Lebensräumen und Arten in den Gewässern und Feuchtgebieten ist in der Schweiz besonders hoch. Nur noch 20 Prozent unserer Fliessgewässer entsprechen den Zielen der Gewässerschutzverordnung. Und diese 20 Prozent sind auch nicht ideal.

An an den in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmitteln gehen viele Lebewesen einschliesslich Pflanzen zugrunde. Die Gifte sickern auch mit dem Regenwasser in unsere Gewässer.

Weitere Ursachen?
Die Siedlungspolitik, für die der Boden zubetoniert wird. Hier verschwindet wertvoller Lebensraum für Insekten, die die Grundlage für eine funktionierende Biodiversität darstellen. Diese Insekten sollten eigentlich Abfallstoffe abbauen, Pflanzenteile und Holz zersetzen, damit neuer Humus entsteht. Die ökologischen Ausgleichsflächen, die im Gegenzug angelegt werden, sind viel zu klein.

Und schliesslich die Klimaerwärmung, an der sich auch die Schweiz beteiligt.

Was müssen wir ändern?
Wir müssen mehr Naturschutzgebiete und Lebensräume für Arten schaffen und weniger Pestizide einsetzen. Hier ist eine bessere Siedlungs- und Verkehrspolitik erforderlich. Ausserdem müssen wir Fehlanreize wie etwa Subventionen für eine Landwirtschaft mit schädlichen Auswirkungen vermeiden.

Was kann ich als Einzelner tun?
Als Konsument kann ich auf biologische Nahrungsmittel zurückgreifen und den ÖV gegenüber dem Auto bevorzugen. Die Schweiz muss ihre CO2-Emissionen senken und damit auch einen Beitrag zur Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen leisten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GG am 06.05.2019 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ein Armutszeugnis... echt traurig und v.a. beschämend

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  • Alter Sack am 07.05.2019 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lauter geisteskranke Ideologen?

    In meiner Jugend waren wir noch 4.5 Mio. Jetzt sind es bald doppelt so viele. Woher die aktuellen Probleme betr. Ressourcen und Infrastruktur wollen kommen mögen? Ja, das Frage ich mich jeweils, wenn ich die brüderlichen Verteilungsvorschläge gewisser Kreise vernehme.

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  • Alain am 07.05.2019 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Einwohner

    Ganz einfach. Die Bevölkerung wieder auf 4,5 Mio reduzieren!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • rosa jost am 18.05.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussabdruck

    ja ich bin auch der meinung das jeder bei sich anfangen soll, sein tun und lassen zu hinterfragen . es gibt viel möglichkeiten umweltbewusster zu werden . Mit weniger ist mehr .Sie wurden alle schon aufgezeigt. Wie viel mehr würde den Leuten auch ein freier Tag in der nahen Umgebung bringen . Sei es im Eald Flur und Bergen . Nicht immer ins Outo steigen und die Srassen verstopfen.

  • Klausi am 16.05.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer

    ja stimmt der Schweizer stirbt aus.

  • Matthias Sturmheim am 11.05.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welt bevölkerung

    Überbevölkerung stopen Verhütungsmittel gratis anbieten und dies Weltweit Wer Kinder will sollte adoptieren statt eigenproduktion zu machen Und Geburtsrate verkleinern

  • Noemi am 11.05.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    denken

    Hallo wir müssen Jetzt mal aufwachen und Sachen tun weniger Plastik benutzen oder solche Sachen wir müssen jetzt wirklich an die Welt denken und an das Klima.

  • PoiPoi am 11.05.2019 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Dass ich nicht lache! Demonstrieren gehen ist ein Trend bei denen! Seid ihr wirklich so blauäugig und hofft darauf, dass diese Kids kein Smartphone nutzen? Regionale Produkte kaufen? Dafür sind Fjällräven und andere Marken viel zu beliebt. Unsere Gesellschaft wird auch eure Hoffnungsgeneration (setzen Chinesen, Amerikaner etc. auch dafür ein?!) verderben und das Unheil nimmt seinen Lauf.