SP-Nationalrätin Marra

26. Oktober 2014 21:07; Akt: 27.10.2014 00:36 Print

Islam soll als Schweizer Religion anerkannt werden

Die Waadtländer SP-Nationalrätin Ada Marra will, dass der Bund alle Schweizer Religionen finanziert – auch den Islam und Hinduismus.

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Muslime beim Beten. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Wenn sich Islamophobie und Antisemitismus breitmache, etwa als Reaktion auf das Weltgeschehen wie momentan das Wüten der Terrormiliz Islamischer Staat, ziehe sich der Staat in religiösen Fragen zu sehr zurück, sagt die Waadtländer Nationalrätin Ada Marra in «Le Matin Dimanche».

Die Sozialdemokratin fordert genau das Gegenteil: «Wir müssen eine Debatte über die Anerkennung und Finanzierung aller Religionen in der Schweiz starten», sagt Marra. Religionen spielten eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und würden einen wichtigen Teil zur Integration beitragen. Deshalb sollen laut Marra auch alle Glaubensgemeinschaften staatliche Subventionen erhalten.

Der Bundesrat solle eine Liste der anerkannten Schweizer Religionen definieren, schlägt Marra vor. In diese sollen neben Katholiken, Protestanten und Juden jetzt auch Muslime und Hindus aufgenommen werden – nicht aufgenommen in die Liste würden Sekten. Folge einer staatlichen Finanzierung wäre auch Transparenz über die Geldflüsse.

«Muslime existieren in der Schweiz nicht»

Marra ist sich bewusst, dass eine Neuverteilung der Gelder schwierig werden wird: «In der Schweiz gibt es 26 Kantone und 26 Arten, die Beziehung zwischen Staat und Kirche zu führen.»
Während einige ihre Kirchen kaum finanziell unterstützen, zahlen andere Priestern, Pfarrern und teilweise auch Rabbinern die Löhne.

Unterstützung erhält Marra vom liberalen Genfer Rechtsanwalt Charles Poncet. Er hege Sympathie für das Projekt, denn das jetzige System sei mangelhaft, «weil wir behaupten, dass Muslime in der Schweiz nicht existieren», sagt Poncet der Zeitung. Für den Walliser CVP-Nationalrat Yannick Puttet hingegen ist Marras Vorschlag «im aktuellen Kontext, wo islamistische Bewegungen zunehmend radikaler werden, eine reine Provokation». Wenn, dann sei es an den Muslimen, einen solchen Antrag zu stellen. «Und wie soll man den Zeugen Jehovas erklären, dass sie kein Geld erhalten?», fragt sich Puttet.

Auch der Nationalrat und Vizepräsident der SVP, Oskar Freysinger, hält Marras Idee nicht für geeignet, um die Radikalisierung einzudämmen.«Es gibt bei uns andere Dinge zu finanzieren als Religionen, die gegen fundamentale Prinzipien unseres Staates verstossen wie der Islam.» Und er gibt zu bedenken: «Wer wird die Spenden in den Moscheen überwachen?» Doch Nationalrätin Marra bleibt dabei: «Um den Radikalen entgegenzuwirken, muss man die Moderaten unterstützen.»

(kko)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chuchikästli am 26.10.2014 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausländer

    Hört auf mit diesem Quatsch!Helft lieber den Schweizern anstatt sich immer um alles andere zu kümmern!!Unglaublich!!Das sage ich als Ausländer,der die Schweizer sehr gut vesteht wenn man nicht alle hier haben möchte!!

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  • Michael am 26.10.2014 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEIN!

    unbegreiflich. deswegen ist die SP nicht tragbar und sollte abgeschafft werden

  • Atheist am 26.10.2014 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    religion

    Religion und Staat sind zwei paar Schuhe. Die Religion soll sich im staat raushalten. Kriege ich Geld als Atheist? Religion ist Privatsache

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franziska am 18.12.2014 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht unterstützen

    Nicht unterstützen, sicher nicht in der heutigen Zeit! Zu vieles liegt im Argen betreffend Frauenunterdrückung, Kindsmisshandlung, Abgrenzung zu Sharia und Islamisten.

  • Hans-peter am 28.10.2014 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logischdenker

    Was ist der Unterschied, dass das Judentum anerkannt wird und Islam nicht? Niemand beschwert sich darüber! Durch eine Anerkennung gibt es eine staatliche Kontrolle über den Islam in der Schweiz! Und weil es arabisch Länder das Christentum nicht anerkennen, müssen wir uns gleich verhalten! Sehr gut... Auge um Auge Zahn um Zahn....

  • Jasi am 27.10.2014 23:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärungs bedarf

    In den letzten Jahren hat der Islam viele schlechte Schlagzeilen. Vor den 11.9. hat mich das Thema eher wenig interessiert. Für mich war jeder Mensch gleich. Die ganzen Geschichten hat viele verunsichert und wissen nicht wie sie sich verhalten sollen oder darüber denken sollen. Ängste sind spürbar und ich würde mir wünschen bessere Aufklärung beider seits über Glaube und Religion. Vertrauen aufbauen und geg . seitiger respekt anstreben. Von uns wird vieles gefordert...aber weil wir wenig wissen und Vorurteile haben, blockieren wir. Mit Rassismus hat dass nichts zu tun.

  • Nadia am 27.10.2014 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Kommentar

    Vielen Dank für deinen super Beitrag und das du uns CH auch verstehst! Ich habe nichts gegen Ausländer, aber irgendwann ist es einfach genug. Schön, dass du uns unterstützt :-)

  • Kopf Schüttel am 27.10.2014 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreicher Gag zu Halloween

    Noch selten hat jemand mit einer derartigen Schnapsidee soviel Aufmerksamkeit generiert. Gratulation Ada Marra, Sie haben Chancen, Schweizerin des Jahres zu werden