Wahlchaos

11. November 2019 18:10; Akt: 13.11.2019 10:01 Print

Ist E-Voting nach Pannen in Freiburg tot?

Bei der Ständeratswahl in Freiburg kam es zu grossen technischen Problemen. Gegner des E-Voting versuchen, daraus Kapital zu schlagen.

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Im Kanton Freiburg kam es am Sonntag zu Problemen bei der Auszählung der Stimmen des zweiten Ständeratswahlgangs. Grund für das Durcheinander waren technische Probleme bei der Übermittlung der Stimmen von den Gemeinden zum Kanton. Experten versuchten den ganzen Nachmittag, den Systemfehler zu beheben.*

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Letztlich musste sich der Kanton laut SRF dazu entscheiden, dass die Wahlbüros die letzten Resultate manuell übermitteln sollten. Der Fehler trat nicht bei der Auszählung, sondern der Weitergabe der Resultate auf.

Unverständnis

Das Wahlchaos sorgte für Kritik – und befeuert die Grundsatzdebatte ums umstrittene E-Voting. Wenn auch in Fribourg nicht per E-Voting gewählt wurde, nährte die Panne Zweifel an den technischen Systemen. So verlangte die CVP-Spitze eine Nachzählung der Stimmen und berät am Donnerstag über einen allfälligen Rekurs.

Zu den Kritikern gehört etwa die NZZ: «Die Bevölkerung muss mit abschliessender Sicherheit davon ausgehen können, dass ihre Stimme korrekt erfasst und wiedergegeben wird. Im Kanton Freiburg hat dieses Urvertrauen am Sonntag gelitten», schreibt der NZZ-Journalist Antonio Fumagalli.

Das Ende des E-Voting?

Auch auf Twitter wird die Diskussion neu lanciert. So schreibt SP-Nationalrat Cédric Wermuth, dass Freiburg am Sonntag die Debatte um das E-Voting «im Alleingang für ein paar Jahre definitiv verschoben» haben dürfte.

Und in einem weiteren Post kommentiert er das Wähl-Desaster ironisch: «Bei technischen Problemen mit Wahl- und Abstimmungssystemen habe ich grosses Verständnis. Das üben wir ja auch erst seit 1848. Und klar, das mit Computer und Internet und so ist ja auch noch ganz neu. Wer weiss, ob sich das wirklich mal durchsetzt.»


Weitere Kritik am E-Voting

Auch Claudio Zanetti, SVP-Nationalrat, kritisiert die technischen Probleme in Freiburg. «Gravierende IT-Probleme – das ist bei E-Voting der Normalfall, der das Vertrauen in die Demokratie zerstört», schreibt er.

* In einer ersten Version dieses Artikels hiess es, in Freiburg sei per E-Voting gewählt worden. Das ist nicht korrekt.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Softwareentwickler am 11.11.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    So soll es auch sein

    Super! E-Voting sollte nicht eingeführt werden, das wird Ihnen jeder einigermassen gebildete IT-Experte sagen.

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  • Stefan am 11.11.2019 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    IT Abzocke

    Die IT Firma hat bestimmt Millionen dafür bekommen darf diese behalten.

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  • Seppetoni am 11.11.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

    Das Digitalisierungszeitalter hat beginnen. Das Vertrauen konnte aber nicht mithalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • W. Sulser am 12.11.2019 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Experten

    Experten versuchten...... Das Wort sagt schon alles Ex..... Früher waren sie mal Fachmänner. Nebenbei noch: Die Arche Noha baute ein Amateur. Die Titanic Experten.

  • Housi vo Bigetu am 12.11.2019 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Steigerung von

    Seit wann können Friburger zählen? Ah was ist die Steigerung von Stinken? Flamatt-Düdingen-Fribourg! Smile

  • Jeffrey Spector am 12.11.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklungsland

    Liebe Kommentatoren, habt doch ein bisschen Nachsicht mit dem Kanton Freiburg, da er das Entwicklungsland innerhalb der Schweiz ist. Nur weil dort etwas nicht funktioniert, ist das noch lange kein Grund in der entwickelten Schweiz auf so etwas wie eVoting zu verzichten.

  • besorgter Bürger am 12.11.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    alles für die Hacker

    Alles wird gehackt. Selbst Schüler sind schon top im Hackerberuf. Trotzdem wird alles und jedes digitalisert. Dies soll noch einer verstehen.

  • Roswitta Steiner am 12.11.2019 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Unsicher, unsicher ...

    Was heute als "sicher" verkauft wird, kann morgen von ein paar Schülern gehackt werden!