«Sorge mich nicht ums Klima»

04. Februar 2020 04:58; Akt: 04.02.2020 11:28 Print

Rechte Youtuberin Naomi (19) ist die «Anti-Greta»

Die Deutsche Naomi Seibt gilt als neuer Star der Klimaleugner. 20 Minuten hat ihr kritische Fragen gestellt.

Naomi Seibt (19) erzählt, was sie über Greta denkt und wieso sie sich nicht ums Klima sorgt. (Video: 20 Minuten)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Tausende von jungen Menschen gehen – angespornt von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) – regelmässig auf die Strasse, um für griffige Massnahmen gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Parallel dazu entsteht eine Gegenbewegung, die die Klima-Demos kritisiert.

Umfrage
Ich bin...

Ganz vorne mit dabei ist Naomi Seibt. Die 19-jährige Deutsche aus Münster ist AfD-Fan und verbreitet auf Youtube unter anderem rechtskonservative Ansichten. Sie soll vom US-Thinktank Heartland Institute als Influencerin gegen das Weltklimaabkommen aufgebaut werden. Selber bezeichnet sie sich als «libertär» und nennt die persönliche Freiheit als ihren wichtigsten Wert. Seibt hat eine wachsende Zahl von Anhängern: Ihr Youtube-Kanal hat über 43'000 Abonnenten und ihr Klimawandel-Video wurde über 160'000-mal angeklickt.

Ihre Videos zur Flüchtlingskrise, Seenotrettung oder zum Klimawandel sind höchst umstritten. Das Jugendmagazin «Bento» warnte kürzlich, rechte Bloggerinnen wie Seibt verbreiteten «antifeministische, klimaleugnende und rassistische Botschaften». Trotzdem würden sie wegen ihres Äusseren kaum als Bedrohung wahrgenommen.

Frau Seibt, der «Spiegel» hat Sie als «Anti-Greta» bezeichnet. Wie finden Sie das?
Ich mag diese Bezeichnung nicht.

Warum? Wie finden Sie Greta?
Greta ist bestimmt ein nettes Mädchen und ich würde mich gerne mit ihr persönlich unterhalten. Ich glaube einfach, dass hinter ihr ein grosses Netzwerk steht aus Menschen, die durch sie profitieren wollen. Ich möchte nicht die Marionette der gegnerischen Seite sein, ich bin nicht die Naomi an der Spitze der Rechten. Ich hinterfrage die ganze Propaganda und Hysterie und ziehe meine eigenen Schlüsse.

Steigende CO2-Emissionen führen zu mehr Extremereignissen wie Dürren und Überschwemmungen. Besorgt Sie das nicht?
Ich sorge mich nicht um das Klima, das Klima kümmert sich gut um sich selbst. Ich glaube nicht, dass eine menschengemachte Erderwärmung stattfindet, die auf CO2-Emissionen zurückzuführen ist. Das Klima wandelt sich stetig, das war schon vor Jahrhunderten der Fall. Ich glaube, dass der Hype um den Klimawandel besteht, damit wir besser kontrolliert werden können und bestimmte Industrien zerstört und andere aufgebaut werden. Da stecken viele Geldinteressen dahinter. Das Problem ist, dass wir Politikern die Aufgabe geben, sich mit einem wissenschaftlichen Thema zu beschäftigen.

Ihre Unzufriedenheit mit dem heutigen politischen System begann mit der Flüchtlingskrise 2015. Was war der Auslöser?
Meine Mutter hat damit angefangen, den Umgang mit der Flüchtlingskrise zu hinterfragen. Vorher hatte ich kein Interesse an Politik. Dann hat es mich aber immer mehr interessiert und ich habe mit meinen eigenen Recherchen begonnen.

Sie sind gegen offene Grenzen. Was ist, wenn Menschen flüchten, weil in ihrem Herkunftsland etwa Krieg oder eine Hungersnot herrscht?
Wenn jemand einen wirklichen Fluchtgrund nach unserem Gesetz hat, dann habe ich kein Problem, den auch in unser Land zu lassen. Aber nicht alle Menschen, die etwa unter Hungersnot leiden, können nach Deutschland kommen. Sie bekommen dann nur mehr Kinder, das können wir nicht stemmen.

Eine wachsende Weltbevölkerung verbraucht immer mehr natürliche Ressourcen. Sehen Sie das nicht als Problem?
Wenn in den wirtschaftlich stärkeren Ländern wie Deutschland mehr Leute auf die Welt kommen, dann können sich auch mehr für Innovationen einsetzen. So können alle Probleme, die durch Überbevölkerung zustande kommen, viel besser bewältigt werden.

Sie wählen die AfD. Was gefällt Ihnen an der Partei?
Die AfD betont in ihrem Parteiprogramm, dass es wahnsinnig wichtig ist, dass wir die Regierung hinterfragen und für unsere Freiheit kämpfen. Mit dem kann ich mich sehr stark identifizieren. Uns wird das Gefühl gegeben, dass wir überhaupt nichts mehr hinterfragen dürfen. Es ist grauenvoll, dass man als Klimaleugner bezeichnet und somit fast schon in einen Topf mit Holocaust-Leugnern geworfen wird, nur weil man wissenschaftliche Skepsis äussert.

(les)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 04.02.2020 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich frage mich die ganze Zeit

    Wieso immer so extrem? Entweder extrem Links oder extrem Rechts. Wieso nicht endlich eine besonnene Stimme der Mitte pushen?

    einklappen einklappen
  • TS E am 04.02.2020 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimaleugner

    Bedenklich, dass man als Klimaleugner bezeichnet wird, wenn man zu diesem Thema eine andere Meinung hat

    einklappen einklappen
  • TSE am 04.02.2020 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klimaleugner

    Bedenklich, dass man als Klimaleugner bezeichnet wird, wenn man zu diesem Thema eine andere Meinung hat

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maximus am 04.02.2020 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!

    Alt gegen jung,Mann gegen Frau,Klimajünger gegen Klimaleugner,rechts gegen links,Fleischesser gegen Veganer usw.,merkt ihr etwas?Für die Mächtigen sind wir nur eine Herde die es zu kontrollieren gilt und das funkioniert am besten wenn alle zerstritten,ängstlich und abgelenkt sind.Man sieht es gut bei diesem Thema,der Graben zwischen den Gruppen wird immer grösser und die Wortwahl immer agressiver und das nur,weil heute jeder denkt er wisse bescheid.Ihr wisst genau das was ihr wissen sollt und etwas anderes zu glauben ist naiv.Divide et Impera,lest nach was das bedeutet,dann versteht ihr es.

  • chrigu am 04.02.2020 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwort

    Zum offiziellen Unwort des letzten Jahres wurde "Klimahysterie" gekürt. Als Gegenkonzept seit einigen Jahren konnte sich in den freien Schattenmedien hingegen "Klimaleugner" auf Platz eins durchsetzen. So gut wie im letzten Jahr haben sich die beiden Seiten noch nie zuvor aus jeweiliger Sicht gegenseitig beurteilt. Welcher Seite man dabei eher zustimmt, sollte man immer durch Verstand und Eigenrecherche für sich selbst entscheiden!

  • realist am 04.02.2020 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr habt keine ahnung

    .. An alle die das Gefühl haben, naomi sei ein naives, aufgebautes und nachplapperndes girlie (wie Greta), der hat sich geschnitten. Mit 10j. gewann sie den ersten sonderpreis jugendforscht im bereich Biologie, mit 12j gewann sie jugendforscht in Physik, dazu den 2platz in Mathe und Informatik. Mit 13j. gewann sie jugendforscht in Chemie, mit 15j den rotary award für den besten Vortrag und mit 16j das abi mit Note 1.0!! Greta kann unterdessen ihre Zöpfe selber flechten und es wird ihr alles eingetrichtert,da sie auf normale pressefragen nicht selber Antworten kann lol. Das ist ein leistungsausweis in naomis Alter (18j). Also hört auf andersdenkende zu denunzieren wenn ihr keine Ahnung habt.

  • Goofy am 04.02.2020 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Stammtisch lässt grüssen !

    Klar dürfte ja sein, dass sich Klimaaktivisten mit dem Thema besser und mehr auf wissenschaftlicher Basis beschäftigen. Die Gegnerschaft bezieht ihr "Wissen" eher am Stamm-/ oder Küchentisch. Es steht somit jedem frei, welcher Seite er eher glauben mag und sein Gehör schenkt !

  • Mr Spider am 04.02.2020 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spinnennetz

    Lachhaft! Die befindet sich wohl selbst in einem Netzwerk! Die ist noch schlimmer wie die andere!