Gehässige Kommentare

07. Mai 2019 16:55; Akt: 07.05.2019 17:06 Print

Bürger werfen Operation Libero Arroganz vor

von B. Zanni - Die Bewegung Operation Libero sei arrogant und besserwisserisch, lautet die Kritik. Sie müsse ihren Stil anpassen, sagt ein Politologe.

Auf Twitter reagierten zahlreiche User mit gehässigen Kommentaren auf das Kampagnen-Video von Laura Zimmermann, Co-Präsidentin der Operation Libero. (Video: Facebook/Operation Libero)
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Im Nu stieg die Operation Libero von einer kleinen Studentengruppe zur einflussreichen Bewegung auf. Aus ihren Kämpfen in den härtesten Abstimmungsschlachten wie der Durchsetzungsinitiative, No Billag oder der Selbstbestimmungsinitiative ging sie als Siegerin hervor. Schnell wurden die Aushängeschilder Flavia Kleiner und Laura Zimmermann zu Shootingstars der Politszene. Die Operation Libero eroberte die Herzen vieler Studenten, Schreiner, Rentner, Unternehmer und Medien.

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Ist die Operation Libero arrogant?

Inzwischen jedoch weht ihr ein rauer Wind entgegen. Bürger und politische Konkurrenten stören sich an ihren Kampagnen. Jüngstes Beispiel ist die Kampagne für die Verschärfung des Waffenrechts unter dem Motto «I ♥ Schengen – Ja zum Waffenrecht».

Kritik an «wohlstandsverwöhnten Leuten»

Gerichtet an die Gegner sagt Co-Präsidentin Laura Zimmermann in einem Video: «Wer sich in eine solche Lage bringt, dem ist einfach wirklich nicht mehr zu helfen. Ich habe einfach das Gefühl, dass die Leute so wohlstandsverwöhnt sind, dass sie gar nicht mehr checken, was abgeht.» Sie spricht von einem «toxischen Mix aus Ignoranz und Sorglosigkeit: «Man geht einfach selbstverständlich davon aus, dass es schon irgendwie gut kommt.»

«Selbstverliebt wie Trump»

Auf Twitter reagierten zahlreiche User mit gehässigen Kommentaren. «Operation Liberallalla: arrogant, unsympathisch und besserwisserisch», schreibt Alain Schwald, FDP-Präsident des Bezirks Affoltern ZH. Ein User bezeichnet Zimmermann als «selbstverliebt wie Trump» und fragt, ob Überheblichkeit und Narzissmus eine Voraussetzung für «eure sektiererische Spasstruppe» sei.


Ein weiterer User findet: «Bei der Operation Hipstero brennen schon die ersten Sicherungen durch.» Und Silvan Amberg, Vorstandsmitglied der Unabhängigkeitspartei UP! Schweiz, droht, bis zu den Abstimmungen nicht mehr Twitter zu konsultieren. «Jedes Mal, wenn ich die App öffne, schreit mich ein quengelnd-elitäres Wesen von Operation Libero an.»



«Sympathischen Aussenseiter-Bonus verloren»

Auch der Politologe Michael Hermann stellt fest, dass sich der Wind gedreht hat. «Nach ihren Abstimmungserfolgen hat die Operation Libero ihren sympathischen Aussenseiterbonus verloren», sagt er. Sie habe sich als einflussreiche Bewegung etabliert und deshalb Neider auf sich gezogen. «Da ihre Vertreter wie Laura Zimmermann immer noch sehr kämpferisch auftreten und sich auch nicht scheuen, sich mit Christoph Blocher oder Roger Köppel anzulegen, kann die Bewegung als arrogant rüberkommen.»

Will die Bewegung mehrheitsfähiger werden, müssten sich ihre Mitglieder laut Hermann überlegen, ihren Stil anzupassen.«Man kann auch unerschrocken und kämpferisch sein, ohne ins Besserwisserische und Arrogante zu kippen.»

«Wir machen mit Herzblut Politik»

GLP-Präsident Jürg Grossen hingegen ist der Ansicht, dass die Operation Libero auf dem richtigen Dampfer sei. «Sie ist nicht zu Unrecht zu einer wichtigen Organisation geworden, denn sie hält der Politik auch mal den Spiegel vor», sagt er. Da sie eine Bewegung und kein politischer Akteur sei, habe sie die Freiheit zur Polemik und pointiertem Denken. «Für Parteien hingegen ist dies oft schwieriger.»

Den Vorwurf der Arroganz weist die Operation Libero zurück. «Ich finde nicht, dass wir arrogant sind. Wir machen einfach mit Herzblut Politik», sagt Co-Präsidentin Laura Zimmermann. Dazu gehöre, seine Standpunkte manchmal auch mit Emotionen zu verteidigen und seinem Ärger Luft zu verschaffen.

Sei nicht despektierlich gemeint

«Das Video sollte man zudem im Gesamtkontext der Kampagne betrachten. Dann merkt man schnell, dass es nicht despektierlich gemeint ist.»

Seit ihrer Gründung versuchten Menschen, die Bewegung «auf den richtigen Weg zu führen» und einzuordnen, sagt Zimmermann. «Währenddessen machen wir einfach unser Ding und ecken dabei auch an.» Aus der Luft gegriffen seien ihre Statements nie. «Wir arbeiten immer faktenbasiert.» Wer sich über die Posts der Operation Libero so stark aufrege, könne sie auf Social Media auch einfach ignorieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny O. am 07.05.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Klappe und nichts dahinter

    Die einzigen Wohlstandsverwöhnten hier sind die Liberos. Sie wissen nicht was es braucht um in einem sicheren, geordneten und sauberen Land aufwachsen und studieren zu dürfen. Und erfolgreich würde ich die Bewegung auch nicht nennen. Sie hatten auf die jeweiligen Ergebnisse keinen entscheidenden Einfluss, dafür sind sie viel zu klein. Sie wurden nur von Anfang an von den Medien gehypt, weil sie frech und polarisierend sind. Längerfristig wird die Bewegung wieder verschwinden. Es ist wie bei den Klima-Demos: hauptsache Aufmerksamkeit. Früher sagte man dem: grosse Klappe und nichts dahinter.

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  • Zürcherin am 07.05.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Libero

    ...sie machen alles kaputt was wir die ältete Generation aufgebaut haben und auf für den Wohlstand gesort haben.

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  • Rosmarie am 07.05.2019 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, Frau Zimmermann.

    Der Wortschatz und der TON dieser Frau Zimmermann lassen sehr viel zu wünschen übrig. Respekt kennt sie wohl nicht, sondern beschimpft einen sehr grossen Teil der Schweizer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philoswiss am 08.05.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsachen...

    Wenn ihr in CH eine Waffe kaufen wollt, müsst ihr einen Antrag stellen mit Strafregisterauszug. Dieser wird dan geprüft und ihr erhaltet eine Kauferlaubnis mit der Munitionsbezugskarte die 2 Jahre gültig ist. Der Büchsenmacher meldet dann die gekaufte Waffe mit eurer Kauferlaubnis an den Staat zurück. Das gilt für so ziemlich alle Waffen ausser vollautomatische Waffen, für die braucht es eine zusätzliche Sonderbewiligung mit Nutzungsnachweis. Alle Waffen sind bereits registriert, somit verbessert die EU-Richtlinie gar nichts.

  • Johnny Englisch am 08.05.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Libero = EU

    Diese Organisation wird von George Soros und seine Globalisierungs Elite gesponsort. Ihre Ziel ist es die Schweiz näher an die EU zu bringen, damit wir uns nicht mehr wehren können. Die meiste Leute haben ihre Masche nicht durchschaut. Erschreckend.

  • peterundpaul am 08.05.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    ziemlich selbstverliebt...

    bei allen abstimmungen waren diverse gruppen am arbeiten, am ende haben sich die operation libero's aber als DIE meinungsmacher in szene gesetzt. als wären sie die einzigen und wichtigsten. sagt schon ziemlich alles über deren selbstverständnis. mann müsste sich auch über deren finanzierung gedanken machen, denn bei crowdfunding sind die türen offen für spenden von ausländischen interessenten.

  • Govi7 am 08.05.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz kommt vor dem Fall

    Für mich ist es eine klare Eintagsfliege.... Wer so hochgelobte wird fällt Tief ... in ein zwei Jahren hört Mann nicht mehr viel von dieser Bewegung

  • TomTom am 08.05.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kampf um Freiheit?

    Komisch, in allen anderen Ländern dieser Welt gibt es eine Operation Libero um für die Freiheit der Bevölkerung zu kämpfen uns sich aus den Fängen eines Diktators zu befreien. Nur in der Schweiz will sich die Operation Libero der EU-Diktatur unterwerfen. Deshalb klar NEIN am 19. Mai.