Kanin Hop

28. Februar 2017 15:02; Akt: 28.02.2017 16:10 Print

Ist es artgerecht, wenn Kaninchen Sport treiben?

von Camille Kündig - Kaninchen-Halter lassen ihre Tiere beim Hindernisparcours Kanin Hop antreten. Der Tierschutz hat nun untersucht, ob dies den Kaninchen schadet.

So geht Kanin Hop. (Video: Kanin Hop Schweiz)
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Auch Kaninchen können sich sportlich betätigen: Beim Kanin Hop springen fitte Kaninchen über Hindernisse, wie es auch Hunde oder Pferde bei Turnieren tun. Der Schweizer Tierschutz hat mehrere Kanin-Hop-Meisterschaften besucht, um abzuklären, wie artgerecht die Sportart ist. Das Resultat fällt durchmischt aus.

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Beim Kanin Hop führt der Kaninchen-Halter, in der Szene auch Hopper genannt, das Tier an einer Leine und einem Brustgeschirr. Kanin-Hop-Schweiz-Vereinspräsidentin Regula Wermuth sagt: «Bis das Kaninchen springt, kann eine Weile vergehen.» Beim ersten Training beginne man deshalb so, dass man das Langohr erst ein paar Mal über das Hindernis hebe.

Zudem müsse ein tiefes Vertrauen zwischen Mensch und Tier bestehen. «Nur wenn eine Beziehung zwischen den beiden besteht, wird das Kaninchen springen wollen.» Aber lange nicht jedes Kaninchen sei für den Sport geeignet: «Kanin Hop ist nur etwas für Tiere, die sehr ruhig sind und durch Lob, Füttern, Streicheln oder durch Gebrauch der natürlichen Neugier zum Springen bewegt werden können.»

Eine Schlaufe für den Gewinner

In der Schweiz messen sich die Hoppler und ihre kleinen Begleiter einmal pro Jahr an der Schweizer Meisterschaft, weiter finden regionale Turniere und Showspringen statt. Doping sei bei diesem Sport kein Thema, schreibt der Schweizer Tierschutz auf seiner Website – «ganz im Gegensatz zum Taubensport».

Die Mümmelmänner starten dabei in verschiedenen Disziplinen: Springen mit Leine auf einer geraden Bahn, Springen mit Leine auf einem nummerierten Parcours, freies Springen ohne Leine
auf einer Bahn sowie Hoch- und Weitsprung ohne Leine.

Der kleine Gewinner erhalte jeweils eine Schlaufe, einen Mini-Pokal, ein Kilo Honig oder Ähnliches. Und manchmal gebe es auch nichts. «Es geht ja nicht ums Gewinnen, sondern um das Spiel zwischen Halter und Tier», so Wermuth.

Für gewisse Tiere Spass, für andere Belastung

Die Sportart bleibt trotz dieser Ansichten umstritten. Der Schweizer Tierschutz schreibt nun in einer Broschüre zum Thema: «Einerseits hat Kanin Hop das Potential, sowohl den Kaninchen als auch den Haltern als wertvolle Beschäftigung zu dienen und die Mensch-Tier-Beziehung zu stärken.»

Andererseits seien Kaninchen von Natur aus scheu, suchten ihr Heil in der Flucht und zögen sich in Unterschlüpfe zurück. Sie seien somit nicht ideale Kandidaten für Turniere, wo sie mit einer ungewohnten Umgebung konfrontiert seien und ihnen aufgrund von Geschirr und Leine die Fluchtmöglichkeit verwehrt sei. Somit stelle die Turniersituation zumindest für einen Teil der Tiere eine Belastung dar.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 28.02.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gipsy

    Also meinem Gipsy hat das sehr gefallen. Der ist überall rauf/runter/rüber gehüpft, was er gerade fand. Und sobald man den Parcours baute, gab es fast kein Halten mehr und er riss an den Käfigstäben wie ein Wilder. Würde sagen, es ist wie bei allem mit Tieren, wo Spass dabei ist, soll man es lassen, nur zwingen, das geht gar nicht.

    einklappen einklappen
  • A.Sch. am 28.02.2017 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Hunde hat es auch so angefangen

    vielleicht wird neuer bester freund des menschen

  • romy.s. am 28.02.2017 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser

    Immerhin besser als wenn die armen Kaninchen immer in ihren engen Ställen sitzen müssen. Da haben sie wenigstens Bewegung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mime am 01.03.2017 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freudig

    Hasen springen rumm wenn sie glücklich sind.... Kommt bei mir jeden morgen vor wenn ich sie füttere

  • Roespeloes am 01.03.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tier als Kompensat?

    Wieso sind vielfach die Halter solcher gequälten Tiere so fett, dass sie selber nicht mal eine 30 cm hohe Hürde schaffen würden.

  • rocky53 am 01.03.2017 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn sie wollen ok

    mein kater würde es anschauen und daneben sich niederlassen,er schaut beim spielen auch lieber zu.

  • Chamäleon am 28.02.2017 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine gewalt

    ist bei pferden auch so. sie sind von natur aus fluchttiere und nicht alle springen gerne oder haben kein problem mit dem stress, der bei einem turnier entstehen kann. tiere haben - wie auch wir menschen - unterschiedliche charaktere und interessen. solange man sie nicht mit gewalt zu etwas zwingt ist doch alles in ordnung.

  • basrouge am 28.02.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    STS

    Ich denke der STS sollte sich um die wirklichen Tierqälereien kümmern. ZBsp ein Importverbot für Schächtfleisch durchsetzen, optimierung der CH Nutztierhaltung, sich ernsthaft für ein Pelzimportverbot einsetzen usw. Diese Tierschutzorganisation hätte noch viel Luft nach oben was ihre Glaubwürdigkeit betrifft