Ferien-Ärger

21. April 2019 21:01; Akt: 22.04.2019 00:35 Print

Italienische Bussen sorgen für rote Köpfe

Bussen aus dem Ausland sind unschön und schon lange nicht mehr ignorierbar. Vor allem in Italien sorgen ZTL-Bussen für Ärger.

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Über 5000 mal im Land montiert und Grund für jede Menge Ärger: Sogenannte ZTL-Zonen in Italien. «Aus Italien erreichen uns sehr viele Anfragen von TCS Mitgliedern, die entweder eine sehr hohe oder eine stark verspätete Busse zugestellt erhalten. Diesen Trend stellen wir seit einigen Jahren fest», sagt Daniel Graf vom TCS. Neben immer mehr Blitzern sind ZTL-Zonen der andere Grund für den zunehmenden Ärger von Schweizer Touristen in Italien. Pikant: Solche Zonen haben meist mehrere Einfahrtstore und sind speziell beschildert. Doch gerade Ortsunkundige erkennen solche Zonen meist nur schwer oder übersehen sie im Stress des Stadtverkehrs. Die Bussen liegen zwischen 80 und 335 Euro. Die Zonen sind elektronisch überwacht und registrieren jedes Kontrollschild. Deshalb sollte man sich bereits vor der Reise darüber informieren, wo es solche Zonen gibt. Das kann man beispielsweise über die TCS Webseite oder eine spezielle App mit dem Namen ZTL Italia. Darin sind alle Zonen aufgeführt. Die Zeiten, in denen man Bussen aus dem Ausland mit einem müden Lächeln im Papierkorb entsorgen konnte, sind vorbei. Heute werden Bussen aus anderen Ländern genauso konsequent eingetrieben wie in der Schweiz. Sich gegen ZTL-Bussen zu wehren ist schwierig, da die Zonen elektronisch überwacht sind und das Nummernschild des Fahrzeuges erfasst wird. Der Beweis fur die Übertretung ist mit dem Zustellen der Busse eigentlich bereits erbracht. Zudem besteht die Gefahr, dass die Busse erhöht wird, wenn der Einspruch abgelehnt wird.

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Die Zeiten, in denen man Bussen aus dem Ausland mit einem müden Lächeln im Papierkorb entsorgen konnte, sind vorbei. Heute werden Bussen aus anderen Ländern genauso konsequent eingetrieben wie in der Schweiz. Deshalb empfiehlt es sich, ausländische Bussen genau gleich zu behandeln wie inländische. Heisst: Man sollte sie fristgerecht begleichen. Doch Busse ist nicht gleich Busse, und Ausland ist nicht gleich Ausland.

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Kann ich mich gegen eine Busse wehren?

Wenn eine Busse wirklich nicht plausibel erscheint – etwa, weil man zum fraglichen Zeitpunkt gar nicht vor Ort war –, empfiehlt es sich, zuvor entsprechende Abklärungen zu treffen. Einsprache erheben kann man, wenn auf der Busse weder Ort noch Zeitpunkt der Übertretung eingetragen ist, oder wenn man beispielsweise zum fraglichen Zeitpunkt nicht am bezeichneten Ort war. «Auch wenn der Zeitpunkt der Übertretung vor über einem Jahr war, kann man sich wehren», sagt Daniel Graf vom TCS.

Wie geht man am besten vor?

Nach dem Erhalt einer Busse gibt es eine gesetzliche Frist, in der man die Busse zahlen muss oder Einsprache erheben kann. Die Einsprache sollte schriftlich erfolgen und allfällige Beweise dem Schreiben beigelegt werden. «Wir empfehlen die Einsprache in der Landessprache zu machen, da sie sonst in vielen Ländern nicht akzeptiert wird» sagt Graf. Man sollte sich zudem bewusst sein, dass eine abgelehnte Einsprache zu Mehrkosten führt.

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Wer die Busse nicht bezahlt, muss damit rechnen, dass der Betrag mit jedem Mahnschreiben teurer wird. Viele Länder arbeiten mit Schweizer Inkassofirmen zusammen, welche die Bussgelder für sie eintreiben. Und: «Wer sich weiterhin weigert, die Busse zu bezahlen, muss zudem damit rechnen, dass er bei der nächsten Einreise Probleme haben könnte, da man vermutlich bei den Zollbehörden registriert ist», sagt Graf.

Der Spezialfall Italien

Seit einiger Zeit sorgen Bussen aus Italien für rote Köpfe bei Schweizer Automobilisten. «Aus Italien erreichen uns sehr viele Anfragen von TCS Mitgliedern, die entweder eine sehr hohe oder eine stark verspätete Busse zugestellt erhalten», bestätigt TCS-Sprecher Daniel Graf. Zum einen gibt es in Italien viele Blitzer, zum anderen die sogenannten «Zone a traffico limitato», kurz ZTL.

Was sind ZTL-Zonen?

Das sind Zonen in Städten, die gar nicht oder nur beschränkt befahren werden dürfen. Wer unerlaubt in eine der über 5000 ZTL-Zonen fährt, wird mit hohen Bussen bestraft. Das Problem dabei ist: ZTL-Zonen haben meist mehrere Einfahrtstore und sind speziell beschildert. Ortsunkundige erkennen solche Zonen meist nur schwer oder übersehen sie im Stress des Stadtverkehrs. Und Achtung: Gewisse Hotels befinden sich in ZTL-Zonen, hineinfahren darf man aber auch als Gast nicht.

Wie hoch sind die Bussen?

Die Bussen liegen zwischen 80 und 335 Euro. Die Zonen sind elektronisch überwacht und registrieren jedes Kontrollschild. Wer mehrfach in die selbe Zone fährt, erhält jedes Mal eine Busse. Bei Bussen von über 300 Euro geht das ganz schön ins Geld.

Wie kann ich mich gegen ZTL-Bussen wehren?

Das ist schwierig, da die ZTL-Zonen elektronisch überwacht sind und das Nummernschild des Fahrzeuges erfasst wird. Der Beweis für die Übertretung ist mit dem Zustellen der Busse deshalb erbracht. Zudem besteht die Gefahr, dass die Busse erhöht wird, wenn der Einspruch abgelehnt wird. Am besten sollte man sich bereits vor der Reise darüber informieren, wo es solche Zonen gibt. Hilfreich – die App ZTL Italia.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo Hug am 21.04.2019 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Italien ist am Boden

    Ich bin selber Halb Italiener und ärgere mich ab der Abzocke in Italien. Polizia Stradale oder Carabinieri machen regelrecht Jagd aud Ausländische Nummerschilder. Am Liebsten Schweizer. War kürzlich in der Nähe von Genua. Erhielt eine Busse wegen angeblich überfahren einer Sicherheitslinie. Musste 200 Euro Busse bezahlen. Diskussionen zwecklos. Nur Drohungen. Auf der Strasse hatte es keine Markierungen und keine Hinweistafel. Reine Willkür. Italien so schön. Ich liebe das Land. Regierung und Behörden sind eine Katastrophe.

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  • Dumby am 21.04.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schön Trendy

    Offensichtlich habeb Behörden weltweit erkannt, wie man an schnelles Geld kommt..

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  • Dr.Kurek am 21.04.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz zockt nicht ab?

    Ja klar, aber die 600(!) Blitzer allein nur in Zürich sind dann wieder okay...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Logica am 22.04.2019 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht fair

    Es ist sehr traurig einige Kommentare zu lesen.Italien ist zu meiden,die Italiener sind abzocker und weiss nicht mehr wieviele minderwertige Kommentare.Es geht um Bussen manchmal können ungerecht sein wie überall.ich war in alle Kontinente und alle probieren mit turisten mehr Geld zu machen.In Italien werden in verschiedene Fernsehsendungen die Betreiber die Turisten prellen im Fernseher gezeigt!!Schwarze Schafe gibts überall sonst würden turisten komplett Italien meiden über Ostern z.B die wichtigste Städte Italiens hatten zum Teil eine deckung von über 90%.

  • dontSNOB am 22.04.2019 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    "Das Land der unbegrenzten

    MAASREGELUNG - Schweiz", sollte besser um ihre eigene Bussenregelung schauen. Wir hier sind kein bitz' besser als andere, sogar schlimmer. Meinen aber, andere würden uns als bessere und klügere Nation gegenüber den Rest der Welt einstufen und Wahrnehmen ... SIND WIR NICHT, UND WERDEN AUCH NICHT SO EINGESTUFT.. im Ausland sind wir immer noch auch dem 'EMIL' Level.. Aber ja lacht andere Nationen ruhig aus... Die Schweiz ist ja um so vieles besser..

  • Samuel Schmied am 22.04.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pro und Contra

    Zum Thema ZTL , es entstehen dadurch auch Gebühren falls man eine solche Zone mit dem Mietauto befährt, dann muss der Vermieter der Polizei gemäss Gesetz die Personalien geben und verrechnet dies dem Mieter des Autos. Falls ein Hotel in solch einer Zone ist, könnte evtl. das Hotel das Auto-Kennzeichen bei der Gemeinde vorher melden, damit der Gast anreisen und ausladen kann ohne eine Busse zu riskieren. Es lohnt sich dies mit dem Hotel vor Anreise zu besprechen, nur so als Tipp. Finde die Bussenhöhen teils zu hoch, anderseits bleiben diese Zonen ruhiger und sauberer, was einem ja auch gefällt.

  • Ericv am 22.04.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenzenlose Selbstüberschätzung

    Ich staune immer wieder über die schon fast groteske Selstüberschätzung vieler meiner Landsleute.Mit Boykottdrohungen und Belehrungen verschaffen Sie sich Luft und denken dann: "Denen haben wirs jetzt aber mal so richtig gegeben. Die werden schon spüren was es heisst sich mit uns anzulegen." Aber mal Ehrlich. Von den 8Mio Einwohnern der Schweiz ist ein grosser Teil minderjährig, reist also noch nicht nach eigenem Gutdünken. Dann noch die Senioren/Innen die nicht mehr viel reisen und die vielen Pauschaltouristen die eh alles nehmen was günstig ist. Individualtouristen die mit eigenen Autos reisen sind da vielleicht noch 2 - 300'000. Davon fährt vielleicht die Hälfte alle 3 Jahre nach Italien und wenn davon 10% zukünftig Italien boykottieren, Wau was für ein Verlust für die italienische Tourismusbranche. Grenzenlose Selbstüberschätzung eben, etwas unter dem viele Schweizer leiden ohne es zu merken. Bravo

    • rocco siffredi am 22.04.2019 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      soll jeder machen was er will

      super bericht, bravo, en schöne obe

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  • Angelo Morandi am 22.04.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz fair...

    Wenn man zu Unrecht gebüsst wird, wird es äusserst schwierig mit Einspachen. Auch wenn man schon bezahlt hat und trotzdem angemahnt wird. Bestes Bespiel war vor kurzem in den Medien. Unbedingt also Quittung aufbewahren. Von wem bekommen die ital. Behörden eigentlich die Adresse der Fahrzeughalter? An diese Stelle müssten sich doch Herr und Frau Schweizer wenden können?! Wäre doch korrekt... ich glaube die Bussen kommen nämlich von einem Büro aus Holland.