30. März 2008 13:02; Akt: 30.03.2008 13:26 Print

Janom Steiner ersetzt Widmer-Schlumpf in Bündner Regierung

Die bisherige Bündner SVP-Kantonalpräsidentin Barbara Janom Steiner ist als Nachfolgerin von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in die Regierung des Kantons Graubünden gewählt worden.

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Die 45-jährige Rechtsanwältin erhielt am Sonntag 12 947 Stimmen und schaffte damit das absolute Mehr von 7291 Stimmen klar, wie die Standeskanzlei in Chur mitteilte. Auf vereinzelte Kandidierende entfielen 1634 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug bloss 15,7 Prozent. Damit besteht die Regierung Graubündens weiterhin aus zwei SVP-Mitgliedern sowie je einem CVP-, FDP- und SP-Mitglied.

Janom Steiner, die seit 2000 Bündner SVP-Präsidentin ist und seit 2003 dem Graubündner Kantonsparlament angehört, steht innerhalb der Bündner SVP rechts der Mitte, wie sie in Medieninterviews sagte. Sie bezeichnet sich auch als wertkonservativ. Mit Blick auf die SVP-internen Spannungen wegen der Abwahl von Christoph Blocher und der Wahl Widmer-Schlumpfs in den Bundesrat am vergangenen 12. Dezember sagte sie, die Situation sei schwierig. Janom Steiner hatte Widmer-Schlumpf den Rücken gestärkt. Sie betonte aber auch, dass es inhaltlich nur wenige Unterschiede zwischen der Bündner und der nationalen SVP gebe. Differenzen gebe es jedoch im Stil sowie im Umgang mit Andersdenkenden: Man könne auch einen harten politischen Kurs mit Anstand vertreten. Bei einem Ausschluss der als eher liberal geltenden Bündner SVP aus der nationalen Partei befürchtet sie eine Parteispaltung. Janom Steiner gehört seit 2001 der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) an und bekleidet in der Armee den Rang eines Hauptmanns.

Schon vor dem Wahlgang galt Janom Steiner in Graubünden praktisch als alleinige Kandidatin, einen eigentlichen Wahlkampf gab es nicht. Der parteilose Bündner Oberländer Willy Tochtermann war chancenlos. Und die von den Bündner Jungsozialisten als Alternative ins Gespräch gebrachte CVP-Politikerin Barla Cahannes-Renggli hatte schon vor der Wahl erklärt, sie stehe nicht zur Verfügung.

(ap)