Stress

19. August 2018 05:32; Akt: 19.08.2018 10:54 Print

Jeder 3. Schüler hat Burnout-Symptome

Die zunehmende Überforderung von Kindern hat schwerwiegende Folgen. Experten schlagen Alarm.

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Das neue Schuljahr beginnt. Und damit für viele Schüler der Druck. «Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Stress», sagt Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz gegenüber der «SonntagsZeitung». Das zeigen auch Zahlen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bern und Zürich. 2007 gab es in Zürich 49 Notfälle, 2017 waren es bereits 649. Jeweils vor Aufnahmeprüfungen steigen die Fallzahlen deutlich an.

Die zunehmende Überforderung vieler Kinder stellt man auch bei Pro Juventute fest. 30 Prozent der Jugendlichen, die sich letztes Jahr beim Sorgentelefon meldeten, suchten wegen «schwerwiegenden persönlichen Problemen» Hilfe. Die jüngsten sind gerade mal zehn Jahre alt. Die Schulverantwortlichen fühlen sich dafür meist nicht zuständig.

«Fatale Folgen»

Kinderarzt Remo Largo kritisiert die aktuelle Entwicklung stark: «Man kann Kinder nicht über ihr Begabungspotenzial hinaus fördern, sondern sie höchstens ihr Potenzial realisieren lassen. Eltern und Schule wollen aber mehr.» Die Schüler würden mit Druck, Prüfungen und Noten regelrecht drangsaliert. «Es war zwar schon früher schlimm und hat jetzt noch zugenommen», sagt Largo.

Thomas Mattig von der Gesundheitsförderung Schweiz fürchtet, dass wenn sich nichts ändert, die Zahl gestressten Schüler noch zunehmen wird. «Wir müssen jetzt Gegensteuer geben», sagt Mattig. «Sonst sind die Folgen für die Gesellschaft fatal.»

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Womoswiss@gmail.com am 19.08.2018 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Lasst die Kinder doch in der Freizeit Kinder sein! Kinder sind kein Zuchtvieh!

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  • CaptainLonestarr am 19.08.2018 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gründe?

    Die Kinder sollen mal die smartphones weg legen und schon haben sie mehr Zeit. Und die Eltern sollrn aufhören aus jedem ihrer Sprösslinge einen Artzt machen zu wollen. Manche sind halt kein Gymimaterial, auch nicht mit Nachhilfe

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  • Tell's Lady am 19.08.2018 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pushende Eltern

    Es gibt halt leider auch viele Eltern, die ihre Kinder zu Leistungen und Karrieren pushen wollen, die sie selber nie geschafft haben! Man will seine verpassten Lebensträume via Kinder nachholen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 19.08.2018 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Sichere Existenz

    Wir wollen alles immer besser und zugleich preiswerter haben. Daher wurde in der Industrie alles an manueller Arbeit in Billiglohnländer verlagert. Somit ist bei uns eine sichere Existenz nur aufgrund körperlicher / manueller Arbeit kaum noch möglich. Also braucht man zukünftig die Matura und ein wenn möglich naturwissenschaftliches oder technisches Studium. Wer dafür keine Befähigungen, Talente oder Neigungen hat muss sich quälen und psychisch verbiegen, er darf nicht mehr der sein der er ist. Das macht krank und fängt schon in der Schule an.

  • Eidgenosse am 19.08.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Burnout Erschöpfungsdepression

    Mein Sohn hat vor 1 1/2 Jahren mit 17 eine Erschöpfungsdepression gemacht, ohne Druckausübung von uns Eltern, ohne endlos Smartphones, ohne Games. Wenn er erzählt liegts an der Erwartungshaltung der Gesellschaft, seine Erwartungshaltung an seine zukünftige finanzielle Freiheit, das Vorleben der Gesellschaft in Sachen Statussymbole, der konstante Druck Leistung (im Lehrbetrieb) zu erbringen. Unsere Kinder werden zu früh eingeschult, zu früh in die Berufswelt gesteckt ohne die nötige Reife dafür zu besitzen.

  • Fragender am 19.08.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Leistungsstress, aber ...

    Alle sprechen von den "lieben" Lehrpersonen, welche die Erwartungen der Kinder herabsetzen und sie auf ein tieferes Bildungsniveau zurückstufen wollen, während die "bösen" Eltern dagegen ankämpfen, weil sich befürchten, dass die Kindern wegen zu schlechter Schulnoten und dem "Realschulstempel" Mühe haben, eine Lehrstelle zu finden. Warum werden die Lehrbetriebe nicht auch in die Pflicht genommen, degradierten Schulabgängern Ausbildungsplätze anzubieten? Das würde Kindern, Lehrpersonen und Eltern doch erheblich Druck wegnehmen.

  • S.K. am 19.08.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Liebi Grüess

    In 20 Jahren werden wir alle auf Anti-Depressiva und Beruhigungsmitteln sein, I guarantee it. Wir sehen uns in der Klapse, liebes Arbeitervolk

  • Babydragon am 19.08.2018 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider ist das so

    es ist so ..der Schulsstoff ist sehr schwer zu bewältigen ..wen ein Kind in der Schule nicht nachkommt schaltet man Grad den Psychologen ein und klärt alles ab ..ich bin Vater von einer Tochter und habe das schon erlebt wegen einer lapalien müsste meine Tochter in tehraphi gehen ..das nervt tierisch ..und Kinder wo nicht Mal richtig Deutsch können werden in den Schulen geduldet und passiert nichts ..es liegt doch an den Eltern den Kindern den bestmöglichen Start in die schule zu geben so gut es geht ..wen man bis zur Schulzeit nur in der Muttersprache sticht mit dem Kind Dan ist das ein Fehler von den Eltern ..aber die lehrer und Lehrerinnen sollte da eben auch Mal sich wehren und das nicht mehr dulden ..den der Stoff in der schule ist schwer genug .und der Druck wird immer größer ...für die Kinder..in der heutigen Zeit darf ein Kind nicht mehr Kind sein sondern nur funktionieren und muss in die Gesellschaft sich einfügen ..wen nicht ..ist Mann Grad änderst und Sicht der Psychologie nicht normal ..oder man hält das Bleistift nicht so wie 99 Kindern Dan wird es Grad abgeklärt und gibt tehraphi ...ach so noch was schreiben ist nicht meine Stärke ...nicht das ich auch noch zum Psychologen gehen muss...