Schweizer Studie

09. November 2018 10:55; Akt: 09.11.2018 15:08 Print

Jeder Dritte unter 20 wird online sexuell belästigt

Zweieinhalb Stunden täglich am Smartphone und Cybergrooming, das auf dem Vormarsch ist: Eine Studie zeigt, wie 12- bis 19-Jährige Medien nutzen.

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99 Prozent der Schweizer zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein eigenes Smartphone. Die beliebtesten Apps, die sie auf ihren Handys haben, sind der Reihe nach Instagram, Whatsapp und Snapchat.

2 Stunden und 30 Minuten verbringen die Jugendlichen täglich an ihrem Smartphone. Das war schon vor zwei Jahren so. Das zeigt die neue James-Studie im Auftrag der Swisscom.

94 Prozent der Schweizer Jugendlichen sind bei mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet. 87 Prozent haben einen Instagram-Account.

Nur 20 Prozent der Jugendlichen nutzen ihr Facebook-Profil mehrmals wöchentlich. Vor vier Jahren hielten sich noch rund 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mehrmals die Woche auf Facebook auf.

Rund 30 Prozent wurden online bereits unerwünscht von einer fremden Person mit sexuellen Absichten angesprochen – man spricht vom sogenannten Cybergrooming. Bei den 18- und 19-Jährigen sind es sogar 43 Prozent, aber auch 12- und 13-Jährige sind betroffen. Das Grooming hat stark zugenommen: 2014 waren erst 19 Prozent davon betroffen.

42 Prozent haben schon einmal eine fremde Internetbekanntschaft getroffen.

23 Prozent sagen, sie seien online schon mindestens einmal fertiggemacht worden. «Bereits 12-Jährige sind von Cybermobbing betroffen», sagt Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom.

Von 16 Prozent der Befragten wurden schon beleidigende Videos oder Texte per Handy oder Computer verschickt.

72 Prozent der bis 19-Jährigen geben an, die Privatsphäre-Einstellungen zu berücksichtigen und die eigenen Daten zu schützen. Diese Zahl ist konstant rückläufig, wobei Mädchen vorsichtiger sind als Jungs.

18 Prozent lesen online eine Zeitung. 2010 waren es noch 26 Prozent gewesen.

33 Prozent der Schweizer Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren verfügen über ein Video-Streaming-Abo wie etwa Netflix. Damit haben mehr als doppelt so viele Jugendliche ein entsprechendes Abo als noch vor zwei Jahren. Von den Schweizer Haushalten besitzen 56 Prozent einen Zugang zu einer Video-Streaming-Plattform.

35 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein Abo für Musik-Streaming und hören ihre Musik so hauptsächlich über Spotify und Co. Auch diese Zahl hat sich mehr als verdoppelt. Nur noch 38 Prozent besitzen hingegen einen MP3-Player. Vor sechs Jahren waren es noch 81 Prozent gewesen.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 09.11.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist denn sexuelle Belästigung?

    Heutzutage gillt nur schon ein "Hallo" von einer unerwünschten Person als sexuelle Belästigung. #metoo #undso

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  • Edmo am 09.11.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach abschalten

    Wegen Cybergroomings jammern, aber täglich zweieinhalb Stunden nach neuen Bekanntschaften Ausschau halten. Wer abschaltet verpasst nichts. Doch das glaubt heute offensichtlich keiner mehr. Ziemlich schräge Gesellschaft mit noch schrägerer Wahrnehmung.

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  • pater007 am 09.11.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger wäre mehr

    Unglaublich, dass meine Generation gross wurde ohne Social Media - und dies sogar überlebt hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vierziger am 10.11.2018 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nehmt den

    10+jährigen Jaels die Handys weg, streicht das Taschengeld und auch das unbeteiligte Umfeld, das ihr zu gar nichts zu verpflichtet ist (Grosseltern oder «Göttis/Gotten») werden nicht mehr 3x pro Jahr mit unverschämten Geschenk- und «Erlebnis»wunschlisten behelligt. Dann erledigt sich das Problem von ganz allein.

    • Kudi am 10.11.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vierziger

      Wenn du das bei deinen 10 jährigen Kindern machst finde ich das i.O. Da sind Entscheidung der Eltern gefragt und die sind zu respektieren, für oder gegen ein Handy.

    • Vierziger am 10.11.2018 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kudi: Ach ja? Aber das Gejammer

      von «sexueller Belästigung online» (deren Wahrheitsgehalt es immer zu prüfen gilt, da angesichts der ganzen Generation äusserst fragwürdig) von fremden Angehörigen dieser Altersklasse darf ich mir anhören? Nein! Handys weg - erst, wenn sie selbst verdienen, können sie sie leisten und verantwortungsvoll damit umgehen, das sieht man ja hier am besten.

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  • Grosspapi am 10.11.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch normal heute

    Wenn ich meine Mail-Konti abrufe wimmelts im Spam-Ordner von eindeutig sexuellen Angeboten. Werde somit als Rentner online sexuell belästigt.... Gebe zu, manchmal ist das ganz lustig was man mir da alles noch zutraut!

  • Igel am 10.11.2018 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Täter mehr

    Frauen provozieren halt auch gerne Männer. Nur um zu schauen ob sie noch Attraktiv genug sind. Wenn dann ein Mann etwas länger hinschaut, wird das als Sexuelle Belästigung empfunden.

  • Ferdinand am 10.11.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild

    Einfach die technischen Möglichkeiten etwas länger nicht nutzen und das Smartphone weglegen und schon ist das halbe Problem gelöst. Jammern und nichts tun, löst keine Probleme. Beginnt bei euch nicht bei den anderen.

  • Daniel B. am 10.11.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Rätselhaft

    Ich lese, dass die jungen Menschen 2.5 h pro Tag mit dem Smartphone beschäftigt sind. Ab 15.00 ist in den meisten Schulen Schluss. Anmache ist offenbar das dominierende Thema. Wie viel Zeit pro Tag bleibt, um sich der Ausbildung zu widmen und dafür zu sorgen dass dieses Land konkurrenzfähig bleibt?