Grosse Umfrage

21. November 2014 17:40; Akt: 21.11.2014 17:40 Print

Jeder Zehnte ist Social-Media-süchtig

Die 20-Minuten-Umfrage zur Social-Media-Sucht ist ausgewertet. Die Ergebnisse, die sie zu Tage fördert, sind alarmierend.

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Jeder zehnte Teilnehmer der Umfrage von 20 Minuten hat ein schweres Problem mit Social Media. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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602 Personen haben bei der Umfrage «Sind Sie süchtig nach Social-Media» ein Resultat erreicht, bei dem empfohlen wird, professionelle Hilfe zu suchen. Damit gilt knapp jeder Zehnte der 6787 Personen, die die Umfrage abgeschlossen haben, als Social-Media-süchtig.

«Der Screening-Fragebogen, den wir verwendet haben, orientiert sich an den typischen Kriterien für Verhaltenssüchte. Er wird in verschiedenen Studien europaweit eingesetzt», sagt der Psychiater Oliver Bilke-Hentsch, der die Umfrage gemeinsam mit 20 Minuten entwickelt hat. «Die Ergebnisse, die wir erreicht haben, sind vergleichbar mit europäischen Studien der letzten Jahre.»

3,5 Prozent haben schwere Probleme im Sozialleben

Dass die sozialen Medien zu Problemen führen können, spüren aber noch mehr Teilnehmer. 26 Prozent geben an, manchmal auf den Plattformen zu surfen, obwohl sie sich vorgenommen haben, dies nicht zu tun. Knappe acht Prozent geben an, dies sogar sehr oft zu tun.

Auch im Sozialleben der Umfrage-Teilnehmer hat die digitale Vernetzung negative Folgen. 13 Prozent geben an, manchmal mit ihrem Partner zu streiten oder Verpflichtungen zu vernachlässigen, weil der Ruf des Internets zu stark war. 3,5 Prozent haben solche Probleme sogar oft.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Grosse Unterschiede sind bei den Altersstufen spürbar. Während bei den über 56-Jährigen 77 Prozent angeben, nie gestresst zu sein, weil ihnen Social Media fehle, sagen knapp 20 Prozent der 13-bis 14-Jährigen, dass ihnen dies manchmal passiere.

Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern. So geben 77 Prozent der Frauen an, die sozialen Medien täglich aufzurufen – bei den Männern sind es nur 63 Prozent.

Deutlich wird dieser Unterschied bei der Frage nach dem durchschnittlichen Verlangen nach Social Media: Hier geben ungefähr gleich viele Frauen wie Männer an, «etwas» Verlangen nach Social Media zu haben (beide 35 Prozent). 31 Prozent der Männer aber gaben an, nie ein Verlangen danach zu spüren, während der gleiche Anteil Frauen angab, ein «mittleres» Verlangen zu verspüren.

Dass Social Media mittlerweile einen festen Platz in der Schweizer Bevölkerung eingenommen hat, beweisen die Zahlen der täglichen Nutzung. 70,6 Prozent aller Teilnehmer greifen täglich auf soziale Netzwerke zu.

(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mazze am 21.11.2014 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Eher jeder 3te ist süchtig danach oder überhaupt handysüchtig, sehe jeden tag leute die nur am handy sind ohne mal weg zuschauen echt zuviele und nicht nur jeder 10ten

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  • Mensch am 21.11.2014 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht auch ohne..

    Dieser Artikel bringt es auf den Punkt. Die meisten stehen aber nicht zu dieser Droge, man konsumiert, investiert Zeit, verpasst das Leben, ist ständig überwacht, riskiert seine Gesundheit und nebenbei verblödet man. Aber, offensichtlich muss die Entwicklung in dieser Richtung gehen. Ich verzichte gerne darauf ständig erreichbar zu sein, ständig online zu sein, ich bin gerne unabhängig, mache mir gerne meine eigenen Gedanken und das grösste, ich lebe gerne im Takt der Natur und dort halte ich mich auch am meisten auf, ohne Social Media!

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  • Grischa am 21.11.2014 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozialmedianer

    Meiner Meinung nach sind mehr Leute News süchtig! Und die, die zudem noch kommentieren, liken/teilen sind genau auch Sozialmedianer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Liz am 24.11.2014 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generation ahnungslos

    Äh, genau das braucht die Gesellschaft. Wieder hetzten wie gegen ein Thema, was eigentlich relative unwichtig ist. Ich meine ja wir haben zurzeit größere Probleme als so genannt 'Social-Media-sucht'! Und außerdem Leben wir mittlerweile in einem Zeitalter, wo die Technik die Oberhand gewinnt und wir irgendwann mal nur noch im Netz Leben werden. Aber bis dahin sollten wir uns zum Beispiele den Themen stellt die wirklich wichtig sind und vielleicht auch da gegen helfen wie zB. Besser ausgebaute Freizeit Angebote für Jungenlich und Kurse die aufkläre! Aber das ist nur so ne Überlegung von mir.

  • Chriesi am 22.11.2014 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    wundert mich nicht

    Ich bin wirklich alles andere als Handysüchtig. Aber heutzutage ist es absolut unmöglich ein völlig normales, ungezwungenes Gespräch zu führen. Entweder man wird ekelhaft angebaggert, manche verwechseln Passanten mit einem Psychologen und manche machen einem sonst angst. Solche "Hallo, wie geht's und tschüss, schönen Tag noch-Gespräche" gibts nicht mehr. Diesbezüglich hab ich schon die verrücktesten Erfahrungen gemacht. Eine davon endete fast mit einem Polizeianruf. Mich wunderts nicht, dass die Leute sich lieber mit dem Handy beschäftigen

  • Oli am 22.11.2014 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dümmste Erfindung

    Oje ich vermisse die Zeit vor dem Smartphone, man traff sich draussen oder im Pub, hörte zusammen Musik vom Natel und man redete von angesicht zu angesicht. Heute hängt jeder nur noch vor dem PC oder Smartphone und isoliert sich von der Aussenwelt. Solche Leute können mir gestohlen bleiben - das Smartphone ist wichtiger als die Freunde. Die Welt ist krank und einfach nur lachhaft.

  • Smart Phone am 22.11.2014 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunder der Technik

    Wie immer statt den Vorteil der Technik zu nutzen, verblöden wir daran und machen uns selbst kaputt.

  • H. am 22.11.2014 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt und Anstand

    Es ist einfach auch eine Sache des Respekts. Wenn jemand mit Freunden oder wem auch immer unterwegs ist, denn ist für mich ganz klar, dass das Handy in der Tasche bleibt, vorallem beim essen. Aber das sieht man oft genug anders...