Brustimplantate

09. November 2019 12:07; Akt: 09.11.2019 12:43 Print

Jede Zweite muss später erneut unters Messer

Nachdem hunderte Frauen weltweit vermeintlich wegen ihren Brustimplantaten an Krebs erkrankt sind, geraten die Einlagen erneut in Verruf. Die USA fordert nun umfassendere Risiko-Aufklärung.

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Gegen mehrere Implantat-Hersteller wird derzeit ermittelt, weil nach dem Einsetzten der Silikoneinlagen knapp 600 Personen an Krebs erkrankten. Der Aufsichtsbehörde Swissmedic sind vier Schweizer Patientinnen bekannt. In Europa sollen es rund 300 sein. Eine grosse Rolle spielen dabei Implantate des US-amerikanischen Pharmakonzern Allergan. Wie die FDA, Heilmittelbehörde der USA, mitteilt, waren in 481 Fällen von Krebs und mehreren Todesfällen eben solche Implantate eingesetzt wurden.

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Wie der «Tagesanzeiger» schreibt, beschweren sich immer mehr Menschen in internationalen Facebook-Gruppen, dass sie auch mit Implantaten von anderen Herstellern Beschwerden hätten und zuvor ungenügend aufgeklärt wurden. Nun hat die FDA eine Warnung mit allfälligen Risiken veröffentlicht. Sie fordert, dass Hersteller von Brustimplantaten viel umfassender auf mögliche Risiken hinweisen und die betroffenen Personen mit einer Checkliste informiert werden, bevor sie sich zu einer OP entschliessen.

Jedes dritte Implantat muss entfernt werden

Die FDA kam zum Schluss, dass Brustimplantate in bis zu 30 Prozent der Fälle reissen oder auslaufen. Auch müssten bis zu 59 Prozent der Patienten später erneut unters Messer und jeder Zweite soll je nach Implantat Schmerzen haben.

Cédric George, Plastischer Chirurg und Chef der Klinik Pyramide am See in Zürich, beschwichtigt jedoch: So soll die hohe Anzahl den älteren Implantaten geschuldet sein. Mit den neuen Produkten liege das Risiko einer erneuten Operation zwischen 20 und 30 Prozent, wie er gegenüber der Zeitung sagt. «Wenn man mit Implantaten nie Probleme haben will, sollte man keine einsetzen lassen», so George. Ursache hierfür seien nicht nur geplatzte Implantate, sondern auch, dass sich der Körper im Laufe der Zeit verändere.

«Freundschaftsrabatt» und Vergünstigungen

Wie Swissmedic auf Anfrage des «Tagesanzeigers» sagt, seien die behandelnden Ärzte gefordert, ihre Patienten deutlicher über alle bekannten Risiken aufzuklären. Doch hierzulande sei der Markt wenig reglementiert. Auch Rabatte für Mehrfachoperationen und sogar «Freundschaftsrabatt», wenn zwei Frauen gemeinsam den Wunsch einer OP haben, sind in der Branche keine Seltenheit.

Doch der Zürcher Chirurg Cédric George will die Brustimplantate nicht verteufeln: «Sie machen sehr viele Leute glücklich, denn Menschen müssen sich auch ästhetisch wohlfühlen», sagt er gegenüber der Zeitung. Frauen zu verängstigen, sei daher der falsche Weg.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mann am 09.11.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum tun sich Frauen das an?

    Männer stehen doch gar nicht so sehr auf künstlich veränderte Frauen.

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  • Kleinbusige am 09.11.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .........

    Man kann sich selber aufklähren,Informationen gibt es genug.Ich wollte auch grössere Brüste,aber nachdem ich mich informiert habe ,bin ich mit meinen Kleinen,wieder ganz zufrieden

  • jasi am 09.11.2019 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hoffe

    hoffe aber das,diejenigen die es au ästhetischen gründen tragen,auch selbst bezahlen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Neon am 09.11.2019 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Programierung

    Wieso muss man in erster Linie das machen, was man uns vorgaut/programiert. Liebe dich selbst, dann werden es andere auch tun.

  • Kleinbusige Gesunde frau. am 09.11.2019 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werdet selbstbewusst ohne Silikon

    Liebe Frauen, wenn ihr Euch für eine Brustvergrösserung entscheidet, legt noch das Geld für die zweite zurück, ich bin nicht bereit, dass dies dann von der KK bezahlt werden muss. Frauen welche darauf angewiesen sind Implantate von ihren Freunden bezahlen lassen sollen denen gleich mitteilen, dass die Dinger ersetzt werden müssen.

  • Checkinid am 09.11.2019 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    1,5 Mio. pro Jahr

    Stimmt diese Zahl? Bei 1.5 Mio. Ops im Jahr, 8 Mio. Einwohnern und 50% Frauen sollten demnach so ziemlich alle operierte Brüste haben? Oder lassen sich immer die gleichen wieder operieren :)?

  • Heinz am 09.11.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vielschichtige Gründe für Brustimplantat

    Also bei einigen Kommentaren hier frage ich mich schon zu wie wenig Verstand und Empathie manche Menschen fähig sind. Und wie selbstbewusst sich bei mangelnder Lebenserfahrung geäussert wird. Viele Silikonimplantate werden z.B. zur Rekonstruktion nach krebsbedingten Brustamputationen eingesetzt. Und gerade diese sollten diese tunlichst keinen weiteren Krebs verursachen. Andere Menschen leiden in unserer oberflächlichen Gesellschaft psychisch z.T. massiv unter zu gering ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen. Es entstehen Komplexe, Ängste und Vermeidungsstrategien - lasst sie doch Frauen sein.

  • PM am 09.11.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinwelt

    ... ich mache es nur für mich! Selten so gelacht. Mangelndes Selbstwertgefühl. Man kann ja eindrücklich bei Bachelor momentan sehen, jede dieser "Schönheiten" ist operiert, es gibt genau eine die sympathisch ist. Aber bei den Männern ist es ja auch nicht anders. Die Frauen Coiffeusen, Verkäuferinnen, die Typen Personal Trainer, den ganzen Tag im Gym abhängen und Pülverchen aus Amerika einwerfen, bravo!